Christliche Themen für jede Altersgruppe

Bester Start ins Wochenende

MEIDELSTETTEN (Dekanat Münsingen) – Sie lieben Gemeinschaft und erfreuen sich an gleichen Werten. Deshalb treffen sich Jugendliche im „Jugendcafé“ der Kirchengemeinde Meidelstetten auf der Schwäbischen Alb jeden ersten Freitagabend im Monat. Im Vordergrund stehen Begegnung und Miteinander, sie haben Spaß und nehmen in ihrer großen Runde auch Gott auf. 

Gegen 22 Uhr setzen sich die Besucher des Jugendcafès zu einer Andacht zusammen. (Foto: Maria Bloching)

Doch, es gäbe schon noch andere Möglichkeiten. Selbst in Meidelstetten. Aber die Jugendlichen, die sich regelmäßig am ersten Freitagabend im Monat im Jugendcafé treffen, kommen gerne dorthin. Dabei scheint sich die Meidelstetter Jugend freitags in zwei Lager zu spalten. Die einen kommen im Bauwagen zusammen, die anderen gehen ins evangelische Gemeindehaus, nur wenige sind an beiden Orten anzutreffen.

Vor fünf Jahren wurde das Jugendcafé gegründet. Die Idee kam aus dem Jugendkreis, der sich jeden Samstag trifft. „Wir wollten Jugendlichen im Konfirmationsalter die Möglichkeit geben, am Freitagabend wegzugehen und einige schöne Stunden miteinander zu verbringen“, sagt Elinor Burgmaier, die zum Jugendcafé-Team gehört. Üblicherweise kommen von halb neun bis Mitternacht rund 30 junge Menschen ins Gemeindehaus. Noch mehr sind es, wenn alle zwei Monate besondere Aktionen anstehen. Etwa eine Poker- oder Filmnacht, eine Sommernachts- oder Nikolausparty oder ein Tischkicker-Turnier. 14-Jährige kommen in Kontakt mit 25-Jährigen, der Altersunterschied spielt keine Rolle. „Unser Grundziel war von Anfang an, Konfirmanden auch außerhalb des Unterrichts mit dem Glauben und mit gläubigen Menschen zusammenzubringen“, sagt Burgmaier.

So ist es vor allem die entspannte und ehrliche Atmosphäre, die Wohlgefühl vermittelt. „Ich fühle mich im Jugendcafé frei, kann die Gemeinschaft genießen und ganz ich selbst sein. Anders als in der Schule wird hier kein Druck aufgebaut. Ich muss nicht gut aussehen, sondern werde angenommen, wie ich bin. Wir können uns alle gegenseitig vertrauen“, sagt die 17-jährige Ronja, die bereits seit zwei Jahren das Jugendcafé besucht. Sie hat erfahren, dass alle hier Werten wie Ehrlichkeit in ihrem Leben viel Raum geben, genau wie der Verbundenheit zum Glauben: „Das kommt mir entgegen.“ Die 21-jährige Isabell gehört schon von Beginn an dazu und engagiert sich wie viele andere auch im Jugendkreis. Sie könnte sich ein Leben ohne diese Gemeinschaft nicht vorstellen: „Das gehört für mich dazu. Es ist der beste Start ins Wochenende“, sagt sie.

Selbst der zwölfjährige Silas wird als jüngster Konfirmand hier aufgenommen und gibt an, gerne da zu sein, weil es „echt cool“ sei. Kein Wunder, schließlich ist das abendliche Programm stets auf die Bedürfnisse der jungen Leute abgestimmt. Man sitzt zusammen an der Theke, trinkt nichtalkoholische Getränke und redet miteinander. Einige Jugendliche spielen Brettspiele, andere lümmeln auf den Sofas herum, scherzen miteinander, erzählen sich Neuigkeiten und essen Pizza. Ärger und Streit gibt es nie. Spaß und Unterhaltung stehen im Vordergrund.

Mittelpunkt aber ist der Glaube. So setzen sich alle Besucher gegen 22 Uhr zusammen in der Bibliothek auf den Boden und halten eine kurze Andacht. Stets ist es ein anderer aus ihrer Mitte, der einen kleinen Glaubensimpuls gibt und zum gemeinsamen Gebet einlädt. „Viele Jugendliche finden durch das Jugendcafé und schließlich den Jugendkreis zum Glauben. Sie engagieren sich und bringen sich selbst in die Gemeinschaft ein“, freut sich Elinor Burgmaier. Ab und zu schaut auch Pfarrer Stephan Mergenthaler für einen Augenblick vorbei. Nie jedoch als Amtsperson, sondern immer nur als Gast oder als Impulsgeber. Zwar sind es vor allem Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinden aus allen Ortsteilen Hohensteins, nicht nur aus Meidelstetten, die hier zusammenfinden, doch ganz bewusst ist das Jugendcafé nicht explizit an die Konfession gebunden. „Es kommen auch immer wieder katholische Jugendliche zu uns. Das finden wir klasse. Schließlich wollen wir hier im Namen des einen Gottes Gemeinschaft leben und da gehören alle dazu“, sagt Elinor Burgmaier.