Christliche Themen für jede Altersgruppe

Der erste Schritt

Josua 3,5–11,17  Und Josua sprach zum Volk: Heiligt euch, denn morgen wird der HERR Wunder unter euch tun. Und Josua sprach zu den Priestern: Hebt die Bundeslade auf und geht vor dem Volk her! Da hoben sie die Bundeslade auf und gingen vor dem Volk her. Und der Herr sprach zu Josua: Heute will ich anfangen, dich groß zu machen vor ganz Israel, damit sie wissen: Wie ich mit Mose gewesen bin, so werde ich auch mit dir sein. Und du gebiete den Priestern, die die Bundeslade tragen, und sprich: Wenn ihr an das Wasser des Jordans herankommt, so bleibt im Jordan stehen. Und Josua sprach zu den Israeliten: Herzu! Hört die Worte des Herrn, eures Gottes! Daran sollt ihr merken, dass ein lebendiger Gott unter euch ist und dass er vor euch vertreiben wird die Kanaaniter, Hetiter, Hiwiter, Perisiter, Girgaschiter, Amoriter und Jebusiter: Siehe, die Lade des Bundes des Herrn der ganzen Erde wird vor euch hergehen in den Jordan. Und die Priester, die die Lade des Bundes des Herrn trugen, standen still im Trockenen mitten im Jordan. Und ganz Israel ging auf trockenem Boden hindurch, bis das ganze Volk über den Jordan gekommen war.

Impuls zum Predigttext für den 1. Sonntag nach Epiphanias: Josua 3,5-11.17.  Von Bärbel Barthelmeß.

Bärbel Barthelmeß ist Pfarrerin an der Christuskirche in Ulm. (Foto:  privat)



Alles beginnt mit einem ersten Schritt.
Die einen springen mit langen Schritten und noch lauterem Gelächter ins kalte Wasser, während andere noch zögernd am Rand des Flusses stehen, erst mal den großen Zeh hineinstrecken und die Temperatur fühlen. Aber wenn sie ebenfalls ins Nass eintauchen wollen, dann kommt auch bei ihnen der Punkt, wo sie sich einfach fallen lassen und eintauchen müssen. Wie dem auch sei: Alles beginnt mit einem ersten Schritt, sei er nun zögerlich oder wagemutig.

Alles beginnt mit einem ersten Schritt. So war es auch beim Volk Israel, das am Jordan ankam. Anders als heute, wo er oft nur einem etwas größeren Bach gleicht, soll der Fluss damals in der Erntezeit dick angeschwollen gewesen sein. Er war also eine durchaus ernst zu nehmende Barriere. Und doch symbolisiert der Jordan mehr als nur ein weiteres Hindernis auf einer langen Reise. Er ist die Grenze zwischen Unterwegssein und Ankommen, zwischen Wüstenwanderung und Beheimatung, zwischen Verheißung und Erfüllung.

Alles beginnt mit einem ersten Schritt. So ist es auch in diesem Moment für Josua, der spürt, dass jenseits nicht nur das Gelobte Land liegt, sondern dass das Volk Israel in ein neues Kapitel seiner Geschichte eintaucht. Ein Kapitel, das mit dem Stichwort „Landnahme Israels“ friedlicher klingt als es wohl in Wirklichkeit war. Ob er die Last der Verantwortung auf seinen Schultern gespürt hat? Ob er bereit war, für diesen ersten Schritt, ob nun wagemutig oder zögerlich?

Alles beginnt mit einem ersten Schritt. Auch bei der Taufe ist das so. Während die einen Eltern ihr Kind so bald wie möglich zur Taufe bringen, zögern andere. Dafür gibt es verschiedene Gründe und nicht selten ist es das Gefühl, hier eine einmalige Entscheidung zu treffen, mit der ein neues Kapitel in der Lebens- und Glaubensgeschichte ihres Kindes aufgeschlagen wird. Sie spüren die Last der Verantwortung. Ja, diese Verantwortung wird vor der Taufe explizit nochmals angesprochen mit der Frage: „Seid ihr bereit, das Eure dazu beizutragen, dass euer Kind im christlichen Glauben erzogen wird?“ Und Eltern und Paten bitten um Gottes Beistand mit ihrer Antwort „Ja, und Gott helfe mir.“
Alles beginnt mit einem ersten Schritt, ob nun damals beim Jordan oder heute bei der Taufe, ob nun wagemutig oder zögerlich.

Doch bei diesen bedeutsamen Schritten geht Gott in Wort und Tat mit. So stehen die Priester mit der Bundeslade, die die Gebotstafeln enthält, mitten im Jordan, und das Volk zieht trockenen Fußes wie beim Schilfmeerwunder hindurch. So fließt das Taufwasser vom Kopf des Täuflings in die Taufschale zurück, während die Worte des Taufritus gesprochen werden „Ich taufe dich auf den Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“
Alles beginnt mit einem ersten Schritt – und Gott geht mit.


Gebet
Habe ich dir nicht geboten: Sei getrost und
unverzagt? Lass dir nicht grauen und
entsetze dich nicht; denn der Herr, dein Gott,
ist mit dir in allem, was du tun wirst.
Josua 1, 9