Christliche Themen für jede Altersgruppe

Ein Garten trägt Früchte

HORB (Dekanat Freudenstadt) – Die Kirchengemeinde Horb hat einen Bio-Nutzgarten angelegt. Menschen, egal welcher Nationalität oder Glaubensrichtung, können hier auf einem kleinen Fleckchen Erde ackern, pflanzen und ernten. 

Auf den Parzellen haben die „Gartenzwerge“ Salat, Gemüse, Kräuter und Erdbeeren angebaut. (Foto: Bärbel
Altendorf-Jehle)

Das im Kreis Freudenstadt ungewöhnliche Projekt hat schon viele Früchte gebracht – nicht nur zum Essen, sondern vielmehr fürs Herz. Früchte der Gemeinschaft, beispielsweise unter den Initiatoren. Es ist ein bunter zusammengewürfelter Haufen, der viel Spaß miteinander hat. Schon am Namen, den sich die Projektgruppe gegeben hat, ist das erkennbar: Gartenzwerge. „Wir sind eine lustige Truppe und mittlerweile zu Freunden geworden“, sagt Birgit Braitmaier.

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Die nächste Frucht: Die Saisongartenbesitzer dieser fünf Quadratmeter großen Flächen. „Hier finden Menschen zusammen, die sich sonst nicht begegnet wären“, erzählt Anneliese Braitmaier. Auch hier ist eine Gemeinschaft entstanden zwischen Alt und Jung, Gartenerfahrenen und Laien. Die dritte durch das Projekt entstandene Frucht ist das Grundstück selbst: Früher eine einfache Wiese, ist nun ein Garten entstanden, wie er sein sollte – mit Bienenhotel und Eidechsenburg, mit Blühstreifen und Nutzgarten, mit Kräutern, Gemüse, Salat und Schnittblumen für den Altar.

Anneliese Braitmaier, im Gemeindebüro der evangelischen Kirchen in Horb tätig, hatte die Idee und wurde beauftragt, ein Team zusammenzustellen. Das war schnell gefunden, ihre beiden Schwestern Birgit und Ilse Braitmaier waren gleich dabei. Das Ehepaar Eberhard und Traude Kronenbitter konnte begeistert werden. Weitere Mithelfer kamen mit Jürgen Schubert, Arnold Huprich, Patrick Friedrichson, Hans Braun und Willi Acker dazu.

Jeder brachte nicht nur Arbeitskraft und Gartentalente mit ein, sondern hatte auch irgendwelche Beziehungen. Anneliese Braitmaier: „Ein Wunder nach dem anderen stellte sich ein: Willi Acker schenkte uns seine Gartenhütte, wir bekamen einen Minibagger gestellt, Steine und Kies, Zaun und Gartengeräte wurden gespendet.“ Eine große Hilfe waren die Kinder und Jugendlichen, die bei der 72-Stunden-Aktion des katholischen Dekanats Freudenstadt den Garten mit angelegt haben.

Die Kirchengemeinde in Horb ist eine Grüne-Gockel-Gemeinde.  Pfarrerin Susanne Veith: „Die Idee von Anneliese Braitmaier kam genau zum richtigen Zeitpunkt. Endlich gibt es eine sinnvolle Nutzung unserer Wiese hinter dem Gemeindehaus.“ Für Veith war es besonders schön, mitzuerleben, wie die Bereitschaft für das Gartenprojekt stetig wuchs. Erst gab es gar kein Interesse, doch plötzlich war sie da, diese Begeisterung aller, das Projekt umzusetzen – aber auch derjenigen, die das Angebot nutzen.

Positiver Nebeneffekt. Das Gemeindehaus war oft Vandalismus ausgesetzt, nun ist es durch den Garten belebt, viele Menschen haben einen Blick auf das Haus. „Seither ist nichts mehr passiert“, sagt Ilse Braitmaier. Die Gartenzwerge erhielten sogar einen Preis des Naturschutzbundes über 500 Euro für Samen und Pflanzen, sowie eine Gartenberatung im Wert von 1000 Euro. Diese war Gold wert, denn dadurch bekamen die Gartenzwerge viele gute Tipps zum naturnahen Gärtnern.

„Das Wasser wird vom Dach des Gemeindehauses bis zu den großen Wasserbehältern geleitet“, erklärt Jürgen Schubert. Die zeitweisen Gartenbesitzer können damit ihr Fleckchen Erde bewässern, auch die Gartengeräte dürfen sie verwenden. Das, und einen gut vorbereiteten Boden, bekommen sie für 30 Euro pro Saison.

Derzeit sind 13 der fünf Quadratmeter großen Beete belegt; drei Beete wurden für den Kirchenschmuck reserviert, zwei Beete für das Ferienprogramm der Kirche. Wer im nächsten Jahr ein Beet haben möchte, kann sich beim Pfarrbüro der Kirche melden und sich ein 2 mal 2,50 Meter Fleckchen Erde zum Beackern reservieren oder sich auf die Warteliste setzten lassen. Die Saison geht vom 1. April bis 31. Oktober. Regeln gibt es natürlich auch: Torf und Chemie sind verboten. Angebaut werden darf alles, nur keine Kartoffeln und kein Mais. Wildschweine sollen nicht angelockt werden.

Die umweltzertifizierte Kirchengemeinde übernimmt auch einen Bildungsauftrag: Sie will ihren Beitrag dazu leisten, Menschen für die Umwelt zu sensibilisieren. „Die Schöpfung bewahren ist ein Grund für die Kirche, sich zu engagieren, aber auch durch solch ein Projekt kirchenfernen Menschen einen Zugang zur Gemeinde zu verschaffen“, sagt Anneliese Braitmaier.


Kirchengemeinde Horb, Telefon  07451-2264, Internet: www.ev-kirche-horb.de