Christliche Themen für jede Altersgruppe

Eine Begegnung verändert - Impuls zur Predigt

Lukas 19,4-6.9 Und Zachäus lief voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum, um Jesus zu sehen; denn dort sollte er durchkommen. Und als Jesus an die Stelle kam, sah er auf und sprach zu ihm: Zachäus, steig eilend herunter, denn ich muss heute in deinem Haus einkehren. Und er stieg eilend herunter und nahm ihn auf mit Freuden. Jesus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Haus Heil widerfahren, denn auch er ist ein Sohn Abrahams.

Eine Begegnung verändert

Impuls für den 14. Sonntag nach Trinitatis: Lukas 19,1-10.

Von Tobias Feldmeyer

Tobias Feldmeyer ist Pfarrer der Kirchengemeinde Gelbingen- Eltershofen im Dekanat Schwäbisch Hall.
Foto: Privat

 

Tobias Feldmeyer, Pfarrer in Eltershofen, Dekanat Schwäbisch Hall. Foto: Privat

Wenige Geschichten werden so häufig in Jungscharen, Kinderkirchen und bei Familiengottesdiensten erzählt wie die Geschichte von Zachäus. Und das ist gut so. Denn diese Geschichte erzählt ganz wunderbar von der Liebe Jesu, die einen Menschen motiviert, sein Leben zu ändern. Was für ein Mensch war Zachäus? Das Lukasevangelium erzählt einiges über ihn. Wir kennen den Namen (Zachäus), den Beruf (Oberster der Zöllner in Jericho) und wir erfahren, dass er kleiner war als seine Mitmenschen. Außerdem war er wohl reich. Er hatte sein Geld nicht nur durch den Anteil verdient, den ihm die Römer für seine Aufgabe als Zöllner überließen, sondern einen Teil auch durch Betrug. Für die Besatzungsmacht der Römer trieb er von allen, die in die Stadt wollten, den Zoll ein. Das machte ihn nicht nur unbeliebt, weil keiner gerne Zoll zahlt, sondern auch, weil er den verhassten Römern half, das eigene Volk auszubeuten. Ich vermute, dass Zachäus so einer war, der sich selbst der Nächste ist. Vielleicht war sein Motto: „Wenn sich jeder um sich selber kümmert, ist für alle gesorgt.“

Und dann kommt Jesus. Aus Neugier, vielleicht auch aus einer Sehnsucht nach Gott, will Zachäus Jesus sehen. Weil er klein ist und nichts sieht, klettert er auf einen Baum und macht sich quasi „zum Affen“.

Das Unglaubliche geschieht. Jesus sieht ihn und spricht Zachäus mit Namen an. Unter all den vielen Menschen sieht Jesus den einen im Versteck. Den, der auf dem Baum hockt. Er kennt ihn und sagt seinen Namen: Jesus ist Gott selbst, der alle seine Menschen mit Namen kennt und sie anspricht. „Ich muss heute in deinem Haus einkehren“, sagt Jesus zu Zachäus. Jesus fragt nicht: „Darf ich eventuell möglicherweise …“ „Ich muss“ sagt Jesus. „Das ist mein Auftrag. Ich komme zu dir, weil es Gottes Wille ist, dass du, Zachäus, zu einer neuen Beziehung mit Gott findest.“

Und Zachäus steigt eilends herunter und nimmt Jesus voll Freude auf. Zachäus ist überwältigt vor Freude. Die Begegnung mit Jesus verändert ihn. Das gemeinsame Essen und die Gespräche mit Jesus verändern sein Leben. Jesus nimmt sich Zeit für ihn.

Jesus kennt alle Menschen mit Namen

Zachäus erfährt: Ich gehöre dazu, zu Jesus, dem Sohn Gottes, zu der Gemeinschaft der Kinder Gottes. Ich muss mir nicht mehr selber der Nächste sein, denn da ist einer, der mich mit Namen kennt und der mich in seine Gemeinschaft aufnimmt – egal, was ich vorher getan habe. Diese Erfahrung verändert ihn. Er verspricht Jesus: „Siehe, Herr, die Hälfte meines Besitzes gebe ich den Armen; und wenn ich jemanden betrogen habe, gebe ich es vierfach zurück.“ Zachäus gibt von seinem Reichtum ab. Jesus hat sich Zachäus zugewandt und diese Zuwendung hat sein Herz für seine Mitmenschen geöffnet.

Am Ende sagt Jesus: „Heute ist diesem Haus Heil widerfahren.“ Zachäus und seine Familie haben Gottes Zuwendung erlebt. Heute hat sich ihr Leben verändert. Zachäus lebt wieder als Kind Gottes, als Nachkomme Abrahams, der er schon immer ist.

 Herz in Sand gemalt. Foto: Khadeeja Yasser/UnsplashHerz in Sand gemalt. Foto: Khadeeja Yasser/Unsplash

 

Gebet

Vater im Himmel, ich danke Dir, dass Du niemanden vergisst.

Finde mich neu, erfülle mein Herz mit Freude und schenke mir den Mut, neu zu beginnen.

Amen.

 

 

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