Christliche Themen für jede Altersgruppe

Eine feste Größe vor Ort

STUTTGART-MÖHRINGEN – Der CVJM-Posaunenchor Möhringen hatte 1919 seinen ersten Auftritt. Damals spielten die Musiker im Konfirmationsgottesdienst. Heute ist der Chor aktiver denn je: Um die 50 bis 60 Auftritte kommen im Jahr zusammen. Am 16. Februar feiert das Ensemble Jubiläum. 


Der Posaunenchor in Möhringen wird 100 Jahre alt. Dabei ist er jung geblieben. (Foto: privat)


Das aktuelle Foto des CVJM-Posaunenchors zeigt aus Sicht von Andreas Hasenknopf eine der vielen Veränderungen, die es im Chor gibt: „Wir sind nicht mehr die mit Schlips und Anzug“, sagt er. Sondern jugendlicher, nicht mehr so steif wie früher. Hasenknopf spielt seit 1973 im Möhringer Chor als Posaunist mit. Von den 100 Jahren, die es das Ensemble inzwischen gibt, hat er also auch schon mehr als 40 erlebt.

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Geändert habe sich in all den Jahren außer Kleidung und Auftreten so einiges. Vor 20 Jahren setzte eine Entwicklung ein, die man getrost mit Experimentierfreude überschreiben kann: Beispielsweise mit dem Einsatz von E-Bass, Schlagzeug, Steeldrums, einer Trommel aus gebogenem Blech, die kein Trommelfell besitzt. Für diese bei einem Posaunenchor doch eher außergewöhnlichen Musikinstrumente wurde eigens eine Rhythmus-Gruppe gegründet.

Auch die Musik selber, das Repertoire, habe sich verändert, sagt Hasenknopf. Zwar spiele der Posaunenchor nach wie vor Choräle und klassische Kirchenmusik, aber neben herkömmlichen Arrangements sind moderne getreten, zusätzlich macht der Chor musikalische Ausflüge in die Rock- und Popmusik und spielt durchaus auch Jazz. Vielleicht ist es ja die Mischung der verschiedenen Musikstile und Richtungen, die dafür sorgt, dass das Altersspektrum von 10 bis über 80 Jahren reicht und dass der Chor, wenn er denn vollzählig ist, 50 Mitglieder umfasst. Früher seien das alles Möhringer gewesen, heutzutage sind die Mitglieder auch aus dem „Umland“. Denn es gibt seit einigen Jahren Profimusiker als Dirigenten, die bringen auch neue Leute mit.

Die vielen Mitglieder kommen allerdings nicht immer alle zu den Auftritten. Beispielsweise werden die Geburtstagsjubilare über 80 Jahren, die das wünschen, mit einem Ständchen bedacht. Was Hasenknopf am besten gefällt: dass sie auch bei Menschen vorbeikommen, die gar keinen Bezug zur Kirche haben – und sie ihnen so eine Freude machen. Die „Ständle“, wie sie die privaten Auftritte nennen, finden meistens unter der Woche tagsüber statt. Da können Berufstätige oder auch Schüler meistens nicht dabei sein. Deshalb sind es meist zwischen 10 und 15 Aktive, die diese kleinen Privatkonzerte geben – und das durchaus auch ohne Dirigenten. Das könne durchaus auch schiefgehen, sagt Hasenknopf lachend: am Ostersonntag zum Beispiel, morgens um acht auf dem Friedhof. Das sei einer der „gefährlichsten Termine“, da hätten sie schon auch mal Schiffbruch erlitten, besondere Kommentare eingeschlossen.

An Auftritten kommen einige zusammen: Im Schnitt sind es 40 Ständle pro Jahr. Dazu noch die Gottesdienste in der Martinskirche, einmal im Monat, in Christus- und Auferstehungskirche plus Fasanenhof zweimal und in der katholischen Hedwigskirche einmal im Jahr. Plus das Jahreskonzert, plus Beerdigungen und auch schon einmal Konzertreisen nach Frankreich, in die Schweiz oder sogar in die USA. „Eigentlich haben wir fast zu viele Auftritte“, sagt Hasenknopf. Aber wo soll man denn streichen? Irgendwie ist einfach alles wichtig und macht Sinn. So bleibt es wohl dabei.

Wichtig ist jetzt, im Jubiläumsjahr, die Suche nach einem neuen Dirigenten oder einer neuen Dirigentin. Christine Brand, die bisherige Chorleiterin, ist weiter weg gezogen und kommt deshalb nur noch zum Jubiläumskonzert.