Christliche Themen für jede Altersgruppe

Freiräume fürs Miteinander

In der Stuttgarter Nordgemeinde beginnt demnächst der Umbau der Martinskirche in ein erweitertes Gemeindezentrum. Das Architekturbüro, das den Wettbewerb gewonnen hat, setzt Ideen aus den Workshops der Jugendkirche um, die in den Pfingstnächten erprobt wurden. 


Puristisch, großzügig und variabel mit Stühlen möblierbar: So soll die Martinskriche nach dem Umbau innen aussehen. Die Orgel und das Kreuz bleiben. (Foto: Prinzmetal)

Vor einigen Jahren beschloss der Kirchengemeinderat der evangelischen Nordgemeinde in Stuttgart, das Gemeindehaus in der Nordbahnhofstraße zu verkaufen. Damit wurde der Weg für die Neubebauung des Rosensteinquartiers im Zuge des Großprojekts Stuttgart 21 frei. Man könnte meinen, die Kirche sei vor den Interessen der Stadt zurückgewichen. Doch dem ist nicht so. Am alten Ort werden eine Kita und das Kinder- und Familienzentrum der evangelischen Gesamtkirchengemeinde in einen Neubau ziehen. Zudem sieht die Nordgemeinde die Erweiterung des Stadtteils als Chance. Schließlich dürfte bei einem Zuzug von 15.000 neuen Anwohnern die Zahl der Kirchengemeindemit­glieder steigen, entgegen des Trends.


Der Erlös aus dem Immobilienverkauf fließt in den 5.7 Millionen Euro teuren Umbau der Martinskirche. Bauherrin ist die Evangelische Gesamtkirchen­gemeinde Stuttgart, die 2015 einen
Architekturwettbewerb auslobte.

 

 

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Christian Schwinge, Vorsitzender der Gesamtkirchengemeinde Stuttgart und des Kirchengemeinderats der Nordgemeinde, wurde in der Martinskirche getauft und konfirmiert. Ihn freut, dass ausgerechnet das Architekturbüro „Studio Prinzmetal“ siegreich aus dem Wettbewerb hervorging. „Die Architekten Gerald Klahr und Aaron Werbick sind schon lange mit der Nordgemeinde verbunden. Der Vorschlag von Prinzmetal wurde jedoch aus zehn anonym eingereichten Planungsvorhaben ausgewählt.“ Erst im Nachhinein zeigte sich, dass hier alte Bekannte mit ihrem Wissen über die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten der Kirche punkten konnten. Denn die frühere Leiterin der Stuttgarter Jugendkirche, Petra Dais, hatte Gerald Klahr und Aaron Werbick, die damals noch unter dem Namen Kirchentrojaner aktiv waren, ab 2007 als kreative Kooperationspartner zu den Werkstatt-Tagen eingeladen, in denen Jugendliche zwischen Ostern und Pfingsten den Kirchenraum je nach liturgischer Aufgabenstellung umgestalten und mit ihm experimentieren. Die Ergebnisse waren in den Pfingstnächten zu bewundern: Da wurden Hütten aus Euro­paletten gezimmert, mobile Raum­skulpturen entwickelt, Treppen aus Holz­latten gebaut oder der Altarraum durch Stoffbahnen zum Ort der Besinnung verkleinert. Viele dort geborene Ideen sind in die Planungen des Martins­kirchen-Umbaus von Prinzmetal eingeflossen.

Die 1937 gebaute Martinskirche wirkt mit ihren Natursteinmauern recht trutzig. Unterkellert ist das Gebäude mit einem Luftschutzbunker. Künftig soll  der Kirchenraum mit Nebenräumen variabel nutzbar sein und mit einfachen Mitteln an die jeweiligen Bedürfnisse unterschiedlicher Nutzer angepasst werden können. Das Kirchenschiff wird für Gottesdienste benötigt, für die Aktivitäten der Jugendkirche, die Jugendpfarrer Matthias Rumm betreut, und für die mit rund 300 Teilnehmern gut besuchten Zusammenkünfte des Jesustreffs, die derzeit noch im Eventlokal Wizemann stattfinden. Tobi Wörner vom Jesustreff betont, dass die Personale Gemeinde für Gottesdienste mit moderner Gemeindemusik nicht nur Platz, sondern auch eine geeignete Ton-, Licht- und Medientechnik braucht. „Wir lieben Gemeinschaft“, sagt er, „und freuen uns, nach den Gottesdiensten gemeinsam zu essen. Dafür bedarf es einer entsprechend ausgestatteten ­Küche und Caféfläche.“

Auch der Freitagsbrunch und die Kinderkleiderkammer „Second Händchen“ sollen nach dem Umbau weiterhin ihren Platz in der Martinskirche haben. „Die Attraktivität der diakonisch-kirchlichen Arbeit soll mit dem Konzept eines lebendigen Gemeindezentrums mit Angeboten über die Gottesdienste hinaus reaktiviert werden“, erklären Christian Schwinge und Diakon Martin Pomplun. Und Gerald Klahr von Prinzmetal ergänzt: „Durch die einladende Umgestaltung der Ostfassade und ein von außen zugängliches Café im Untergeschoss soll die Kirche zu einem Treffpunkt im Stadtviertel werden.“

Noch eine Besonderheit: Die Bunkernutzung des Untergeschosses soll sich noch ablesen lassen und an die wechselvolle Geschichte der Martinskirche erinnern.

Außergewöhnlich ist, dass die Ideen für die Umgestaltung der Kirche nicht allein von Fachleuten kommen. Auch die Nutzer werden gehört, ihre Wünsche nach Möglichkeit berücksichtigt. Zudem fungierten die Workshop-Teilnehmer der Jugendkirche auch unter dem heutigen Jugendpfarrer Matthias Rumm als Akteure eines inoffiziellen  Beteiligungsverfahrens. So flossen in den Entwurf Lösungen aus ihren raumbezogenen Experimenten ein. „Im Grunde bauen wir rückwärts“, erklärt Gerald Klahr. „Wir machen erst, und planen dann.“

So habe sich beim spielerischen Umgang mit dem Raum etwa gezeigt, dass es für kleinere Gruppen gut sein kann, den Altarraum durch das Absenken eines Vorhangs wie eine Kapelle zu nutzen. Viele unterschiedliche Raumsituationen lassen sich allein durch eine variable Bestuhlung und abtrennbare Bereiche erzeugen.

„Die architektonische Öffnung spiegelt die Öffnung der Kirche insgesamt wider“, kommentiert Jochen Maurer, einer der Pfarrer der Nordgemeinde, die Neukonzeption der Martinskirche. Bisher ist das Gebäude zum Pragfriedhof hin orientiert. Mit dem Umbau des ebenerdig zugänglichen Cafés in den Luftschutzräumen, der Terrassierung des Vorplatzes und einer Verlängerung der Fenster bis zum Boden wird die Martinskirche künftig stärker zum  Stadtviertel hin ausgerichtet sein.

Pfarrer Maurer wünscht sich: „Die Bevölkerung im Stadtviertel und darüber hinaus soll die Martinskirche als einen Ort der evangelischen Kirche annehmen, wo jeder das Angebot findet, das gerade am besten zu ihm passt.“ Ob dieses Angebot nun vom Jesustreff, von der Jugendkirche oder der Nordgemeinde organisiert wird, sei zweitrangig. In dem Prinzip, unterschiedliche Profile unter einem Dach zu versammeln und das Verbindende zu betonen, sieht Maurer eine große Chance. „Was in der Martinskirche passiert, könnte Modellcharakter für andere Gemeinden haben.“ Wenn die Martinskirche 2021 wieder als Gotteshaus zur Verfügung steht, wird sich zeigen, ob das Miteinander der unterschiedlichen Akteure tatsächlich gelingt und welchen Anteil daran das variable Raumkonzept hat.


Geschichte der Martinskirche

Die von dem Fabrikanten Paul Lechler 1889 gestiftete Martinskapelle war die erste Kirche der Gemeinde auf der Prag. Sie wurde bis 1913 von dem pazifistischen Pfarrer Otto Umfrid geprägt. Als erster  Theologe war er 1914 für den Friedensnobelpreis nominiert. Dann brach der  Erste Weltkrieg aus. 1937 entstand an Stelle der Kapelle die von Karl Gonser erbaute Martinskirche mit 1000 Sitzplätzen, die mit unterirdischen Luftschutzräumen versehen wurde. Das Gotteshaus grenzt an den Pragfriedhof und lag nahe der Rampe, von der zwischen 1942 und 1945 tausende Stuttgarter Juden, Sinti und Roma deportiert wurden. Heute befindet sich dort die Gedenkstätte „Zeichen der Erinnerung“. Eine Mauer mit 2600 eingeschriebenen Namen ­erinnert an die Opfer nationalsozialistischer Verfolgung. 1944 wurde die Martinskirche durch Bomben zerstört. Nach ihrem Wiederaufbau wurde sie im Dezember 1950 wieder eröffnet. Seit 1997 gehört die diakonisch und stadtteilorientiert ausgerichtete Martinskirche mit der Brenzkirche, der Christophkirche und der Erlöserkiche zur evangelischen Nordgemeinde.

 

„Kirchenbau ist PR“

Thomas Erne hat die Workshops der Jugendkirche in der Martinskirche begleitet. Seit 2007 ist er ­Direktor des Marburger EKD-Instituts für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart sowie Professor für Praktische Theologie an der Philipps-Universität. Julia Lutzeyer befragte ihn zu Kirchenbau heute.

Herr Professor Erne, Sie kennen die Workshops der Jugendkirche in der Martinskirche. Wirken diese nach?

Thomas Erne: Mich hat die Idee überzeugt, ein Planungsverfahren schon im Vorfeld eines Baubeschlusses zu starten. Gerade weil die Kirche heute auf eine unübersichtliche gesamtgesellschaftliche Situation reagieren muss. Bevor man also eine Wand hochzieht, sollte die Frage sein: Was will ich mit dieser Wand erreichen? Zudem ist es sinnvoll, einen Raum zunächst auf sein Potenzial hin zu befragen, indem man kreativ in ihm agiert.

Wie wandelbar müssen Kirchen­räume heute sein?

Thomas Erne: Solange sie als Kirchen erkennbar bleiben, so wandelbar wie möglich. Heute dienen Kirchen nicht mehr allein dem Gottesdienst. Sie befriedigen auch das gesellschaftliche Bedürfnis nach qualitätsvollen Räumen, die Besuchern ganz zwangfrei eine Erfahrung ihrer selbst ermöglichen.

Wenn sich zwei oder drei in Jesu Namen versammeln, da sei er unter ihnen, heißt es bei Matthäus: Braucht Gottes Wort spezielle Räume?

Thomas Erne: Gottes Wort sicher nicht, aber wir Menschen brauchen Räume, um uns als Gemeinschaft auszudrücken, sprachlich, liturgisch, atmosphärisch, musikalisch und eben auch architektonisch. Da ist es klug, feste Formen, Rituale und Traditionen zu haben.

Wie sind protestantische Kirchen­räume historisch beschaffen?

Thomas Erne: Kurz gesagt: unentschieden. Der protestantische Kirchenraum hat keine eigene architektonische Idee ausgebildet, weil es genügend vormals katholische Kirchen gab. Protestantisch ist die Möblierung mit Bänken und Stühlen für jeden, nicht nur für Adel und Klerus. Im 19. Jahrhundert entstanden dann Kirchenbauprogramme, die auf die Liturgie Bezug nahmen.

Und heute?

Thomas Erne: Heute wissen wir, dass nicht nur Liturgie Kirche baut. Die Öffentlichkeit hat ein Interesse daran, räumliche Transzendenzerfahrung zu machen. Gute Kirchenräume haben Atmosphäre, eine Aura.


Ist die Raumtradition im Protestantismus nicht eher puristisch?

Thomas Erne: Während die lutherische Seite sehr bild- und raumaffin ist, ist die reformierte Seite in der Tat puristisch. Württemberg ist vom Bekenntnis zwar lutherisch, vom Frömmigkeitsstil aber eher reformiert, so dass die evangelischen Kirchen Württembergs eher karg ausgestattet sind.

Reduktion entspricht modernen Gestaltungsprinzipien. Ein Vorteil?

Thomas Erne: In einer Kultur der Bilderflut und Reizüberflutung bietet Purismus durchaus eine Chance. Interessanterweise finden wir minimalistische Bauten und Räume heute in Museen und Galerien, aber auch in zeitgenössischen katholischen Kirchen, etwa in der St. Trinitatis-Kirche in Leipzig. Dieser katholische Neubau sieht aus, wie man sich eine reformierte Kirche vorstellt. Überhaupt findet man gute Modelle für die protestantische Liturgie aktuell eher in katholischen Kirchen. Im Protestantismus sitzt man wie im Bus hintereinander, während man im Katholischen kreis- und ellipsen­förmige Raumkonstellationen findet. Die Gottesdienstsituation drückt dadurch ein Miteinander in einer Gemeinschaft unter Gleichen aus. Da geht einem als Protestant das Herz über.


Welche Tendenzen zeigen protestantische Kirchenbauten?

Thomas Erne: Sofern neu gebaut wird, gibt es auch dort einen Trend zu Räumen, die so pur wie im Zen-Buddhismus wirken. Da geht es um Architektur, Materialität, Licht, Bauvolumen und bei guten Beispielen auch um die Akustik.


Auf welche Entwicklungen muss Kirche architektonisch reagieren?

Thomas Erne: Die starke Individualisierung verbunden mit zurückgehendem Interesse an christlicher Gemeinschaft, eine zunehmende religiöse Ausdifferenzierung, sichtbar in Freikirchen, und konkurrierende Angebote rund um Sinnfragen rücken Kirchengebäude als Transzendenzkunstwerke in den Mittelpunkt, die religiös interpretiert werden können, aber nicht notwendigerweise müssen. Dieses öffentliche Bedürfnis nach solchen Qualitätsräumen gilt es zu befriedigen, und zwar so, dass sie darüber hinaus für das Feiern von Gottesdiensten taugen.


Welche Anforderung stellt das an Architekten und an Kirchengemeinden?

Thomas Erne: Die Architekten müssen Anwalt der Baukunst sein. Für Kirchengemeinden bedeutet das, dass sie gegenüber ihren eigenen Bedürfnissen eine Großzügigkeit entwickeln und zunächst dafür eintreten, einen Raum für die allgemeine Öffentlichkeit zu kreieren, in dem eine Erfahrung der Selbsttranszendenz möglich ist.


Welche Räume braucht die Liturgie?

Thomas Erne: Ein Kirchenraum muss für jeden zugänglich sein. Innen muss man gut hören und gut sehen können. Zudem sollte man sich frei bewegen können. In den Stadtraum hinein muss kommuniziert werden, was in dem Kirchenraum passiert.

Braucht es in Kirchen sakrale Zonen?

Thomas Erne: Aus meiner Sicht muss eine Kirche als Gesamtkunstwerk einen Ausdruck von Daseins-Leitung und Transzendenz bieten. Für einen Altarraum spricht, dass man bei der gemeinsamen Feier liturgisch eine Ausrichtung, ein Zentrum braucht. In der katholischen Kirche ist der Altartisch zudem Symbol für das Grab Jesu. Er ist der Stein, der das Grab verschließt und das Gedenken an die Passion wachruft.


Gibt es bauliche Elemente, die unbedingt zu einer Kirche gehören?

Thomas Erne: Ein Kreuz als christliches Zeichen. Die Öffentlichkeit will wissen, was in einem Gebäude geschieht und ob der Glaube darin gelebt wird. Die Erkennbarkeit einer Kirche hängt aber nicht allein an äußeren Zeichen. Es nützt wenig, auf einer Fabrikhalle ein Kreuz aufzustellen. Das Gebäude selbst muss Transzendenz ausstrahlen. Die Freiburger Kirche Maria Magdalena ist dafür ein Beispiel. Sie wirkte sogar, als sie noch ohne Kreuz war.


Kann Kirche ihre gesellschaftliche Rolle durch Bauprojekte stärken?

Thomas Erne: Bei Kirchen ist die Herausforderung, sie als religiös be­atmete Gebäude lebendig zu halten. Besucher kommen, um dort eine lebendige Glaubenskultur zu erleben, selbst wenn sie nicht religiös sind. Über ihre Gebäude richten Kirchen eine wesentliche Botschaft an die Gesellschaft. Deshalb gehört der Kirchenbau in die Öffentlichkeitsarbeit der Kirchen.


Welche Forderungen stellen Sie an kirchliche Bauprojekte und Auftraggeber?

Thomas Erne: Mein Wunsch wäre, dass die evangelische Kirche in der Auswahl ihrer Architekten und ihrer Bauprojekte noch stärker auf Qualität achtet. Kirchen und Gemeindehäuser müssen Baukunst sein. Dass die Gebäude dicht und innen trocken sind, reicht nicht. Auch das Einfache muss gut gemacht sein.


Zur Person

Thomas Erne wurde 1956 in Stuttgart geboren. Er studierte Theologie in Tübingen, Schulmusik in Stuttgart und promovierte über das Thema Lebenskunst als ästhetische Erfahrung nach Kierkegaard. Von 1990 bis 2005 war Erne Pfarrer in Köngen. An der Kirchliche Hochschule Bethel vertrat er den Lehrstuhl für Praktische Theologie. Seit Ende 2007 ist er Direktor des EKD-Instituts für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart in Marburg. An der dortigen Philipps-Universität ist er Professor für Praktische Theologie.

Foto: epd-bild

 

Die Kirche als Bauherrin


Das Prädikat „Beispielhaftes Bauen“ wird auch vielen kirchlichen Bauprojekten verliehen

Gelungene Neu- und Umbauten von Kirchen und Gemeindehäusern können positive Akzente in Städten wie auch in Dörfern setzen und weit in die Gesellschaft hineinwirken. Das bestätigt die Medienbeauftragte der Architektenkammer Baden-Württemberg, Carmen Mundorff.

Als gelungenes Beispiel nennt sie nicht nur den Hospitalhof in Stuttgart, der aufgrund seiner Architektur ein gefragter Veranstaltungsort sei, sondern auch die 2017 fertiggestellte evangelische Petrus-Jakobus-Kirche mit Gemeindehaus in Karlsruhe, entworfen von Peter Krebs. „Dort wird von Gemeindemitgliedern ein kleines Café betrieben, das sehr zu einem lebendigen Gemeindeleben beiträgt“, sagt Carmen Mundorff. Der moderne

Kirchenraum habe die Zahl der Hochzeiten steigen lassen.

In den vergangenen zehn Jahren hat die Architektenkammer Baden-Württemberg 58 kirchliche Bauprojekte – evangelische, katholische und freikirchliche – mit dem Prädikat „Beispielhaftes Bauen“ versehen, darunter 30 Objekte der evangelischen Landeskirchen, eingeschlossen ihrer Schulstiftungen. Beispiele sind das Bettenhaus und der Bau der Zentralheizung der Evangelischen Akademie in Bad Boll nach Plänen der Architektin Nike Fiedler sowie die 2008 fertig gestellte Evangelische Hochschule Ludwigsburg, geplant von Klumpp + Klumpp Architekten, ebenfalls aus Stuttgart.

Die ausgezeichneten Um- und Neubauprojekte in kirchlichem Auftrag machen acht Prozent der von der Architektenkammer Baden-Württemberg prämierten Bauprojekte aus.

Auch wenn die Architektenkammer  zunehmend Umbauten und Sanierungen registriert: 65 Prozent der kirchlichen Bauprojekte sind Neubauten,  häufig auf vorgenutzten Grundstücken errichtet. „Die große Zahl an Neubauten ist ein Indiz, dass die Kirche noch immer ein Treffpunkt ist, heute ein konfessionsübergreifender“, sagt Carmen Mundorff.Julia Lutzeyer

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