Christliche Themen für jede Altersgruppe

Frieden schaffen ohne Waffen

Jesaja 2,2-5  Es wird zur letzten Zeit der Berg, da des Herrn Haus ist, fest stehen, höher als alle Berge und über alle Hügel erhaben, und alle Heiden werden herzulaufen, und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns hinaufgehen zum Berg des Herrn, zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns lehre seine Wege und wir wandeln auf seinen Steigen! Denn von Zion wird Weisung ausgehen und des Herrn Wort von Jerusalem. Und er wird richten unter den Nationen und zurechtweisen viele Völker. Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen machen und ihre Spieße zu Sicheln. Denn es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen. Kommt nun, ihr vom Hause Jakob, lasst uns wandeln im Licht des Herrn!


Impuls zum Predigttext für den 8. Sonntag nach Trinitatis: Jesaja 2,1-5.  Von Thomas Moser

Thomas Moser ist Pfarrer der Kirchengemeinde Zavelstein im Kirchenbezirk Calw-Nagold. (Foto: privat)

„Schwerter zu Pflugscharen.“ Vielleicht erinnern Sie sich an die Buttons, die es zur Zeit der Nachrüstungsdebatte gegeben hat. Eine Zeit des Kalten Krieges, der gegenseitigen Auf-, Hoch- und Überrüstung. Die Logik des Rüstungswettlaufes hatte ihre eigenen Folgerungen: Gewalt könne nur verhindert werden, wenn die Gegengewalt so groß sei, dass sie abschreckend wirke.
Dagegen wurde von der Friedensbewegung mobil gemacht. Auch von Christinnen und Christen, die sich der Vorherrschaft von Rüstung und Gewalt nicht länger unterordnen wollten. Sie haben sich wohl auch an ein anderes Bibelwort erinnert: „Es soll nicht durch Heer und Kraft geschehen, sondern durch meinen Geist, spricht der Herr.“
„Frieden schaffen ohne Waffen“ hat eine biblische Grundlage.
Menschen haben friedlichen Widerstand geleistet gegen die Macht der Rüstungsspirale. Mit Aufnähern, Autoaufklebern, lila Schals und symbolischen Aktionen. So eine Aktion war die Menschenkette von Stuttgart nach Ulm. Ich glaube, wer dabei war, wird dieses Glücksgefühl nicht vergessen, als sich die Kunde verbreitet hat, dass die Kette wirklich geschlossen war. Die Freude, dass es genug Menschen in der damaligen Bundesrepublik gab, die sich auf die Straße trauten, um für den Frieden einzutreten.
„Schwerter zu Pflugscharen“, ein einprägsamer und vermutlich sogar geschichtswirksamer Slogan. Jesaja, der Prophet, schrieb ihn vor mehr als 2500 Jahren. Bis heute hat er nichts an Aktualität verloren.
Das finde ich erstaunlich. Denn was Jesaja beschreibt, ist eigentlich eine Utopie.
Eine Welt, in der Menschen friedlich zusammenleben. Eine Welt, die sich in der Gesamtheit danach sehnt, die richtigen Weisungen und Ordnungen zu bekommen. Die sich als Ganzes aufmacht. Eine Welt, in der alle Völker der Erde den gleichen Weg nehmen. Nämlich den Weg hin zum Zion, zum Mittelpunkt des Herrschaftsbereiches Gottes. Der Zion in Jerusalem lockt die Völker an. Denn dort wird erlernbar, wie die guten Ordnungen Gottes gehalten werden können.
Wo Gott regiert, so schreibt es Jesaja, da hat Krieg, Unrecht und Armut ein Ende. Stattdessen hat jeder sein Auskommen. Alle werden satt, denn die Schwerter, die bis dahin zum gegenseitigen Töten gedient haben, werden umfunktioniert. Sie werden zu Ackergeräten. Mit ihnen wird umgegraben, damit gesät und geerntet, gegessen und gelebt werden kann.
Wenn Schwerter zu Pflugscharen werden und wenn gemeinsam an der Produktion von Nahrungsmitteln gearbeitet wird, dann wird damit auch eine der schlimmsten Ursachen für Krieg, Terror und Gewalt bekämpft. Damit wird auch eine der wichtigsten Fluchtursachen angegangen.
Hunger ist oftmals ein Grund für Auseinandersetzungen. Genauso wie der Mangel an Wasser. Wer Frieden will, muss hier anfangen. Man muss sich dafür einsetzen, dass Lebensmittel gerecht verteilt werden, damit Überleben möglich ist. In einem weiteren Schritt ist es wichtig dafür einzutreten, dass mehr möglich wird als nur einfaches Überleben. Gott jedenfalls wünscht sich für uns ein Leben in Fülle. In dem wir alle mehr als genug haben, um gut zu leben. Wo Gottes Friede anbricht, kann gute Frucht gedeihen.
Wenn die Völker die Gebote Gottes gerne hören und befolgen, wenn jeder und jede Einzelne sich einlässt auf die göttliche Friedensbotschaft, dann ist das zum Nutzen aller. Da darf gegessen und getrunken, da darf gefeiert und genossen werden. Machen wir Ernst damit, auf Gott zu hören. Darauf zu vertrauen, dass seine Weisungen für uns gut sind, weil sie uns den richtigen Lebensrahmen setzen. Dann kann Friede werden.



Gebet
Gott, du bist Frieden.
Himmel und Erde verbinden sich in deinem Sohn.
Dein Frieden ströme in alle Welt.
Er erfülle die Herzen, die sich ihm öffnen.
Stille du die sehnsuchtsvollen Seelen, die auf den Frieden hoffen.
Du bist Frieden, Gott.
Schenke auch uns deinen Frieden.
Nach Manfred Zoll