Christliche Themen für jede Altersgruppe

Klöster als Ort der Ruhe

Einen Tag im Kloster verbringen, Atem holen und Spiritualität leben: Menschen die dafür offen sind, lädt die Landeskirche zum Klostertag am 25. Mai ins Stift Urach ein.


Zur Ruhe kommen sollen Teilnehmer des Klostertags in Bad Urach.  (Foto: Pressebild)

„Ich bin gern im Kloster“, sagt Prälat Christian Rose. Seit vielen Jahren besuche er regelmäßig die Benediktinerabtei Münsterschwarzach bei Würzburg und verbringe dort so genannte Einkehrtage. Klöster sind für ihn besondere „geistliche Räume“. Die geschichtsträchtigen Mauern und der durch regelmäßige Gebetszeiten getaktete Tagesablauf helfen, ihm zur Ruhe zu finden, erzählt Rose. Bereits am ersten Tag im Kloster, spätestens nach dem Mittagsgebet, lege sich bei ihm „ein Schalter um“: von Stress auf Ruhe, von Geben auf Empfangen, von Arbeit auf Gebet.

„Ora et labora“ – „bete und arbeite“, die alte Regel des Ordensgründers Benedikt von Nursia ist für den Prälaten zum Leitbild geworden. „Das ist wie beim Ein- und beim Ausatmen“, erklärt Rose, „wir können nicht immer nur Einatmen, wir können aber auch nicht immer nur ausatmen“. Genauso lebensnotwendig sei der richtige Rhythmus aus Arbeit und Zur-Ruhe-Kommen. „Die Seele und der Geist brauchen Orte, wo sie auftanken können“, ist sich der Prälat sicher. Und dazu eignen sich in seinen Augen Klöster besonders gut.

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Diese Erfahrung können am 25. Mai Menschen machen, die der Einladung zum Klostertag ins Stift Urach folgen. Den Teilnehmern entstehen keine Kosten, sie sind Gäste der Landeskirche. Neben Prälat Rose verbringen Landeskirchenmusikdirektor Matthias Hanke, Kirchenrat Frank Zeeb und Pfarrerin Ute Bögel vom Stift Urach den Tag mit den Besuchern und gestalten das Programm aus Andachten und Gebetszeiten, gemeinsamem Essen und Gesprächen, Musik und einem Spaziergang.

22 Klosterorte gibt es in der evangelischen Landeskirche, sieben davon in der Prälatur Reutlingen. „Wissen Sie eigentlich, was für Kleinode Sie hier in der Prälatur haben?“, habe ihn der Kirchengemeinderatsvorsitzende aus solch einem Klosterort einmal gefragt. Als der Prälat die Frage bejahte, folgte die nächste: „Warum macht die Landeskirche dann nicht mehr daraus?“ Dieses Gespräch habe den Anstoß für die Arbeitsgemeinschaft Klöster gegeben, erzählt Rose. Das war 2013. Seitdem trifft sich regelmäßig eine Gruppe um den Prälaten und Oberkirchenrat Ulrich Heckel. Sie besteht aus Mitgliedern des Oberkirchenrats und Vertretern der Klosterorte. Auch Landesbischof Frank Otfried July ist gelegentlich dabei.

Die Arbeitsgemeinschaft will auf die Klosterorte in Württemberg aufmerksam machen und dorthin einladen. Zielgruppe seien „Menschen, die auf der Suche sind nach Einkehr, nach geistlichem Leben, nach Oasen des Aufatmens“, erklärt Rose. 2017 ist in der Reihe des landeskirchlichen Magazins „Spuren“ ein Heft mit dem Titel „Evangelische Klosterorte in Württemberg“ erschienen. Dort werden alle Klosterorte in Württemberg vorgestellt und man erhält viele Informationen über das Klosterleben in Vergangenheit und Gegenwart. Auf Anregung der Arbeitsgemeinschaft hat die Landeskirche auch eine Internetseite für die Klosterorte eingerichtet. Zudem bekommt jeder Klosterort seinen eigenen Flyer, der Besucher durch das Kloster führt. Für Bebenhausen, Hirsau und Maulbronn gibt es das Faltblatt bereits, für die anderen Orte soll es nach und nach folgen. Und es gibt den Klostertag, der jährlich an einem anderen Ort stattfindet. 2017 in Blaubeuren, 2018 in Schöntal und jetzt in Bad Urach.


Information

Zum Klostertag am 25. Mai kann man sich anmelden beim Stift Urach, Bismarckstraße 12, 72574 Bad Urach, E-Mail: info@stifturach.de, Telefon 07125-94990. Das Heft „Spuren – Evangelische Klosterorte in Württemberg“ ist beim Amt für Missionarische Dienste im Internet erhältlich auf: www.missionarische-dienste.de. Informationen über Klöster im Land finden Sie im Internet unter www.klosterorte.de