Christliche Themen für jede Altersgruppe

Mit Lächeln und Leichtigkeit - Maren Kreiter, Weltreisende

BEUTELSBACH – Nach ihrem Studium war Maren Kreiter fast vier Jahre lang auf Weltreise. Über ihre beeindruckenden Erfahrungen und wie sich die Reise auf ihre Beziehung zu Gott ausgewirkt hat, darüber hat die 32-Jährige gebürtige Sinsheimerin ein Buch geschrieben. Am 15. Februar ist sie zu Gast in Beutelsbach.

Franciska Bohl hat sie vor ihrer Lesung befragt.

Maren Kreiter, Beutelsbach, Weltreisende. Foto: privatMaren Kreiter: „Alle, denen ich begegnet bin, waren unglaublich herzlich und offen.“ Foto: Privat

Frau Kreiter, eigentlich wollten Sie nach Ihrem Biologie-Studium im Jahr 2016 drei Monate auf einer Farm in Kanada arbeiten. Doch am Ende reisten Sie fast vier Jahre lang durch rund 30 Länder – nur mit Rucksack und Zelt ausgestattet. Wie kam es dazu?

Maren Kreiter: Tatsächlich habe ich schon vorab überlegt, dass ich nach der Farm eventuell ein paar Monate weiterreisen könnte, vielleicht nach Mexiko oder Südamerika, dachte ich. Aber ich hätte selbst nicht gedacht, dass ich am Ende so lange weg sein würde – und auch nicht, dass ich im Zelt schlafen würde.

Mein erstes Zelt habe ich in Kanada aus der Not heraus gekauft, weil ich keinen Couchsurfer finden konnte und mir eine Frau daher anbot, in ihrem Vorgarten zu campen. Gerade in verlasseneren Gegenden habe ich dann natürlich öfter zum Zelt gegriffen und habe so immer mehr Gefallen daran gefunden. Bis ich es mir am Ende gar nicht mehr vorstellen konnte, ohne Zelt zu reisen.

Mit welchen Erwartungen und Gefühlen haben Sie die Reise in die einzelnen Länder angetreten?

Maren Kreiter: Generell war und bin ich sehr aufgeschlossen unterwegs, eher mit gespannter Vorfreude als mit Ängsten oder schlimmen Erwartungen. Aber natürlich war manches Mal auch etwas Nervosität mit dabei, vor allem in Ländern, die in Kultur und Sprache so komplett anders sind als ich sie bisher kannte. Doch ich wurde immer wieder mit Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft empfangen, weshalb mir kaum ein Grund gegeben wurde, mit negativen Gefühlen oder Ängsten in ein neues Land zu reisen. Selbst in Ländern wie Papua-Neuguinea oder der Ukraine, vor denen ich in den zuvor bereisten Nachbarländern gewarnt worden bin, waren alle, denen ich begegnet bin, unglaublich herzlich und offen!

Maren Kreiter. Eindrücke einer Weltreise. Fotos: privat

Maren Kreiter. Eindrücke einer Weltreise. Fotos: privat

Eindrücke einer Weltreise, unter anderem aus Papua- Neuguinea und Kambodscha. Fotos: Privat

Maren Kreiter. Eindrücke einer Weltreise. Fotos: privat

Die meisten Menschen in Ihrem Umfeld haben Sie gewarnt davor: Als Frau allein zu reisen sei viel zu gefährlich. Wie waren Ihre Erfahrungen damit?

Maren Kreiter: Zwei haben es besser als einer allein, denn zusammen können sie mehr erreichen – das steht schon in der Bibel (Prediger 4,9). Tatsächlich bin ich selbst alleine losgezogen, aber ich habe unterwegs immer wieder Leute kennengelernt, die mich mitgenommen haben oder sogar ein Stück mit mir gereist sind. Zu erleben, dass wir auch in der Fremde Verbundenheit erfahren können, fasziniert mich sehr und macht für mich das Reisen so besonders.

Bei Ihren Begegnungen mit Menschen aus anderen Kulturen war es nicht immer möglich, sich sprachlich zu verständigen. Wie konnten Sie miteinander kommunizieren?

Maren Kreiter: Es ist wirklich faszinierend, wie einfach man sich verständigen kann – auch ohne eine gemeinsame Sprache zu teilen. Wenn sich der eine auf den anderen einlässt, ist es tatsächlich möglich, sich mittels Zeichen und Gesten, behelfsweise durch Laute und Zeichnungen, zu verständigen. Man muss nur geduldig sein und offen bleiben. So konnte ich zum Beispiel mit mongolischen Lkw-Fahrern über Familie und Beruf sprechen oder mir von drei Russen ein Kartenspiel erklären lassen – alles fast mit Leichtigkeit. Und am Ende bleibt ein ehrliches Lächeln: eine Sprache, die überall verstanden wird.

Sie sagen, durch die lange Reise habe sich Ihre Beziehung zu Gott und den Menschen verändert. Was hat sie dabei besonders beeindruckt?

Maren Kreiter: Natur und Gemeinschaft. Ich habe so viele Naturschönheiten sehen und immer wieder darüber staunen dürfen. Ich habe die Besonderheit von Gemeinschaft in der Fremde kennengelernt. Und ich habe hinter alledem unseren Schöpfergott für mich erkannt. Denn nichts davon kann zufällig entstanden sein: Weder diese Natur, mit all ihrer Vielfalt und Raffinesse, noch das Bedürfnis in uns Menschen nach Verbundenheit und danach, auch Fremden Gutes zu tun. Das hat mich sehr beeindruckt. Es weckt auch in mir den Wunsch, anderen Gutes weiterzugeben, weil ich das selbst erfahren habe. Und weil ich es jeden Tag durch Gott erfahre.

Maren Kreiter: „Alle, denen ich begegnet bin, waren unglaublich herzlich und offen.“

Wäre eine Welt ohne Grenzen wünschenswert? Oder, Ihrer Erfahrung nach, nur eine Utopie, die in der Realität nicht existieren könnte?

Maren Kreiter: Ich würde es mir wünschen. Tatsächlich müssen jedoch Grenzen grundsätzlich nicht unbedingt schlecht sein. Auch wenn sie oftmals so wirken und es leider inzwischen oft auch sind. Mir ist es ein Anliegen, darauf aufmerksam zu machen, dass viele Grenzen in unseren eigenen Köpfen gezogen werden: weil jemand anders aussieht, anders denkt oder anders spricht. Und eine Welt ohne diese Grenzen finde ich erstrebenswert. □

◼ Maren Kreiter liest aus ihrem Buch „Grenzenlos zuhause“ am 15. Februar, 20 Uhr, im Gemeindehaus in Beutelsbach, Am Rosengarten 9. Mehr unter Telefon 07151-66524

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Buchtipp

Maren Kreiter: Grenzenlos zuhause. Ich suchte die Schönheit der Welt und entdeckte sie im Miteinander. SCM Hänssler 2022, 288 Seiten, 23 Euro.

Dieses Buch erhalten Sie bei unserem Bestelltelefon 0711-60100-28 oder per E-Mail unter bestellung@evanggemeindeblatt.de