Christliche Themen für jede Altersgruppe

Miteinander reden - Ängste abbauen. Integration ermöglichen.

GEISLINGEN – Angst erzeugt Abwehr. Begegnung und Wissen hingegen fördern Bereitschaft zur Hilfe und Integration. Darum geht es den Mitgliedern des interreligiösen Gesprächskreises in Geislingen. Ihr aktuelles Thema ist die Menschenwürde Geflüchteter.

Engagierte Diskussion: (von links) Peter Lauroschinsky, Michael Weiss, Fadime Ercik, Maren Pahl und Sezer Erin. Foto: Brigitte ScheiffeleEngagierte Diskussion: (von links) Peter Lauroschinsky, Michael Weiss, Fadime Ercik, Maren Pahl und Sezer Erin. Foto: Brigitte Scheiffele

„Wir reden miteinander. Nicht ohne einander übereinander“, sagt Maren Pahl. Sie ist Pfarrerin aus Waldhausen im Kirchenbezirk Geislingen und trifft sich an diesem Abend mit Angehörigen anderer Glaubensrichtungen in Geislingen, um über Menschenwürde zu sprechen. Corona hat das Leben noch nicht ausgebremst, die Gruppe plant einen Abend der Reihe „Interreligiöses Gespräch Geislingen“.

Mit am Tisch: Fadime Ercik von der alevitischen Gemeinde und Sezer Erin von der Ditib-Moschee-Gemeinde. Diakon Michael Weiss vertritt die katholische und Maren Pahl die evangelische Kirche, Priester Peter Lauroschinsky die neuapostolische Kirche. Starke Persönlichkeiten in kleiner Runde, die offen, sachkundig und respektvoll miteinander sprechen.

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Der Gesprächskreis gründete sich im April 2016. Das Ziel: Vertreter verschiedener Religionen der Stadt ins Gespräch zu bringen, sich kennen und verstehen zu lernen. Heute, vier Jahre später, haben die Beteiligten neben einer Plattform zum Austausch auch verbindende Elemente ihrer Religionen und untereinander gefunden, zeigen die religiösen Schriften doch allesamt Regeln für ein friedliches Zusammenleben auf. Alle Teilnehmer leben ihre Religion, sind in einer religiösen Gemeinde engagiert und beschäftigen sich mit ethischen, kulturellen und gesellschaftlichen Fragen. Die Mitglieder des Gesprächskreises besuchen sich auch gegenseitig in Kirchen und Moscheen.

Miteinander reden - Für friedliches Zusammenleben

So sollen Vorurteile, Berührungsängste und Unwissenheit auf allen Seiten abgebaut, religiöse Unterschiede in Praxis und Kultur verständlicher gemacht werden.

Heftig diskutiert wurde in der Vorbereitung zum Gesprächskreis über Menschenwürde. Es ging um die Situation an der Grenze von Griechenland und die Behandlung der Menschen, denen der Weg nach Europa versperrt bleiben wird. Von einem „Grauen“ sprach Peter Lauroschinsky, dass „Tiere besser gehalten werden“, bemerkte Sezer Erin. „Wo sind die Werte von Europa?“, fragte Fadime Ercik und: „Sind Religion und Politik in diesem Fall zu trennen?“ Maren Pahl bemerkte, dass „es so auf keinen Fall weitergehen kann“. Michael Weiss gab zu bedenken, dass Menschen nicht gelernt hätten, hier einzugreifen, sich zu klein fühlten und deswegen Verdrängung tolerierten. Maren Pahl betonte: „Ich erwarte, dass mich meine Religion darin bestärkt, dieses Gefühl zuzulassen und darüber zu reden.“ Der Gottesdienst müsse zu den Menschen getragen werden, bemerkte Weiss, und Sezer Erin sagte: „Ich kann Europa verstehen. Es wird schwer, wenn noch hunderttausend Flüchtlinge kommen. Aber würden die Menschen anders reagieren, wenn es Christen wären?“.

Asyl und Migration bewegt die Gruppe bei vielen Treffen. Flüchtlinge und die nach Deutschland Geflüchteten wollen sie unterstützen. „Jedes unserer Gespräche war bisher Erweiterung und Zugewinn. Aber jedes eröffnete noch weitergehende Fragen“, sagt Maren Pahl. Bei der Vorbereitung des Abends zum Thema Menschenwürde haben die Miglieder des Gesprächskreises intensiv diskutiert. Aufgrund der Corona-Krise musste der nächste öffentliche Abend des interreligiösen Gesprächskreises verschoben werden. Der Gesprächskreis möchte die Veranstaltung aber noch in diesem Jahr nachholen.

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