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Natürlich schön - Der Federsee

BAD BUCHAU – Der Federsee ist der zweitgrößte See Baden-Württembergs und liegt mitten im größten Moorgebiet des deutschen Südwestens. Ein Steg führt den Besucher hier durch den Lebens- raum zahlreicher Pflanzen, Vögel und Insekten.

Das Ende des Federseestegs am Abend. Foto: Thomas WarnackDas Ende des Federseestegs am Abend. Foto: Thomas Warnack

Von Martin Janotta

Der kleine Kurort Bad Buchau in Oberschwaben nennt sich nicht nur Federseestadt, sondern lebt das auch. Hier gibt es das Gesundheitszentrum Federsee, dort die Federseebank, ein Reisecenter Federsee wirbt mit dem Slogan „Weltweit Meer erleben!“

Nun ist der Federsee selbst zwar kein Meer. Aber immerhin der zweitgrößte See Baden-Württembergs, natürlich weit hinter dem Bodensee. Bad Buchau liegt am südlichen Seeende. Dafür, dass der Federsee in der Stadt so präsent ist, muss der Besucher allerdings ein gutes Stück laufen, bevor er ihn zu Gesicht bekommt. Mindestens 1,5 Kilometer. So lang ist der Fe-derseesteg, der einzige Zugang von Buchau zum See. Ihn zu benutzen, kostet 2,50 Euro. Die Einnahmen kommen dem Naturschutz zugute. Der Steg ist bereits eine Attraktion für sich. Es gibt ihn seit 1911, alle paar Jahrzehnte wird er erneuert. Aus Holz gebaut, führt er durchs Moor, anfangs stehen Birken an der Seite, später nur noch Schilf. Der Weg ist breit und komplett eben, ohne Steigungen und Gefälle. So können ihn auch Rollstuhlfahrer benutzen. Immer wieder sind Sitzbänke eingebaut, zum Verschnaufen oder um die Natur auf sich wirken zu lassen. Nur Schatten gibt es kaum.

So lässt es sich eine ganze Weile spazieren. Vom See ist vor lauter Schilf lange nichts zu sehen. Für Unterhaltung sorgt aber die Tier- und Pflanzenwelt. Ein Schmetterling setzt sich neben den Fuß, Libellen fliegen vorbei. Im Schilf raschelt der Wind. Alles friedlich und natürlich. Mitunter kann es dem Spaziergänger auch etwas zu natürlich werden, etwa wenn anhängliche Insekten entscheiden, ihn ein Stück begleiten zu wollen.

Nach einer Weile kommt ein Aussichtspunkt. Der „Nabu“, der Naturschutzbund, informiert dort über die Tierwelt im Moor. Vom Aussichtspunkt sieht man erstmals den See selbst. Außerdem eine Schwanenfamilie, Mutter und drei Küken.

Noch ein wenig weiter und dann ist es erreicht, das Ende des Stegs. Auf einmal steht man mitten im Federsee. In der weiten Sicht helfen Kirchtürme bei der Orientierung, sie sind auf einer Tafel verzeichnet. Sechs Türme sind zu sehen, besonders herausragend in der Ferne die Wallfahrtskirche auf dem Bussen, dem „heiligen Berg Oberschwabens“. Der See selbst ist vielerorts mit Algen und Seerosen bedeckt. Er ist auf eine natürliche Weise schön. Im Wasser sind Fische zu sehen. Auf dem Wasser schwimmt ein ganzer Enten-Kindergarten. Und über dem Wasser zeigt eine Flussseeschwalbe ihre Flugkünste.

Federsee, eine Familie am Tag am Aussichtspunkt. Foto: Thomas WarnackFedersee, eine Familie am Tag am Aussichtspunkt. Foto: Thomas Warnack

Gemütlich geht es die 1,5 Kilometer über den Steg zurück. Rund um den See ist aber noch mehr geboten. Zum einen betreibt der Nabu ein Naturschutzzentrum. Dort können Besucher unter anderem an einem Stoffbiber ausprobieren, ob sie einen echten Biber tragen könnten (Gewicht: 25 Kilogramm!). Und sich kundig machen, nach welchen Tieren sie im Moor Ausschau halten sollten.

Zum anderen gibt es noch das Federseemuseum, eine Zweigstelle des Archäologischen Landesmuseums. Im Moor des Federsees wurden über die Jahre zahlreiche steinzeitliche Fundstücke ausgegraben. Die dortigen Pfahlbauten gehören zum Unesco-Weltkulturerbe. Schon den Oberschwaben vor 15 000 Jahren hat die Gegend also offensichtlich gefallen. Man kann sie gut verstehen. □

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Der Federseesteg ist jederzeit zugänglich, der Zutritt kostet 2,50 Euro für Erwachsene.

Das Naturschutzzentrum Federsee des Nabu hat im Sommer Dienstag bis Freitag von 13 bis 17 Uhr, am Wochenende sowie feiertags zusätzlich von 11 bis 12 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei.

Das archäologische Federseemuseum ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, der Eintritt kostet für Erwachsene 6 Euro.