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Neue Wege im alten Kloster - Reale und virtuelle Welt verknüpfen

HIRSAU (Dekanat Calw-Nagold) – Sebastian Steinbach aus Hirsau ist seit 1. Januar 2020 kein reiner Gemeindepfarrer mehr. Mit der Hälfte seiner Stelle widmet er sich der geistlichen Arbeit im Kloster. Die Corona-Krise hat ihn dabei ausgebremst, aber nur ein bisschen.

Kloster Hirsau.Foto: mila-del-monte / pixabayKloster Hirsau.Foto: mila-del-monte / pixabay

2017 hat die Landessynode beschlossen, Stellen für „Neue Aufbrüche“ zu schaffen. Wo auf der einen Seite Gemeindepfarrämter wegfallen, sollen auf der anderen Seite Projekte Unterstützung finden, die Menschen auf neue Art und Weise erreichen.

Pfarrer Sebastian Steinbach ist einer dieser Stelleninhaber. 50 Prozent seines Dienstauftrages sind seit 1. Januar dem Kloster Hirsau gewidmet. Das ist für ihn im Prinzip nicht neu. Fast von Anfang hat er sich mit der Frage beschäftigt, wie sich die vielbesuchte Ruine auch mit einem geistlichen Erlebnis verbinden lässt.

Der Unterschied freilich ist nun: Er hat einen offiziellen Auftrag dazu. Der Pfarrplan hätte 2024 ohnehin zu einer Zusammenlegung von Pfarrstellen in Calw und Hirsau geführt, nun ist die Gemeinde dem zuvorgekommen und hat ihrem Seelsorger erlaubt, sich um die Schaffung spiritueller Angebote in der Klosterruine zu kümmern.

Reale und virtuelle Gebetsstationen

Schon seit Jahren gibt es dort Gebetsstationen. Wer als Besucher in die Marienkapelle kommt, soll auch christlich berührt werden. „Die Menschen spüren hier etwas und wir machen ihnen ein Deutungsangebot“, sagt Steinbach.

Neben den Tafeln zum Innehalten wurden geistliche Führungen entwickelt und vielbeachtete Aktionstage veranstaltet: Für die 72-Stunden-Gebetszeiten mit Andachten, Illumination, Konzerten und Ausstellungen erhielt die Gemeinde 2019 sogar den Missionspreis der Bergmoser-und-Höller-Stiftung.

2020 hätte die ökumenische Seite vertieft werden sollen. Gemeinsame Wochenandachten mit den Katholiken waren geplant, doch da hat die Corona-Krise das Vorhaben teilweise ausgebremst.

Stattdessen wird nun mit Hochdruck an einer anderen Komponente des geistlichen Klostererlebens gearbeitet. Künftig soll das, was man vor Ort erfährt, auch digital erlebbar werden.

Ein Anfang ist gemacht, eine Internetseite mit der Adresse www.amen-atmen.de wurde für das Kloster Hirsau bereits eingerichtet. Dort gibt es Tagzeitengebete mit und ohne Musik, wie einst im Kloster, und die Möglichkeit, auf dem Bildschirm eine virtuelle Kerze zu entzünden, die von Mitgliedern der Gemeinde dann auch tatsächlich als echte Kerze in der Klosterkirche angebrannt wird.

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Die Verknüpfung von realer und virtueller Welt ist eines der Ziele, die Schaffung eines digitalen Rahmens ein anderes. Dazu werden auch die Social-Media-Kanäle gehören, die ab 2021 mit einbezogen werden sollen. Das genaue Konzept ist noch unklar, Steinbach tüftelt an Details.

Real und virtuell das Herz berühren

„Das Kloster erreicht Menschen nicht nur über den Kopf, sondern berührt Herz und Seele“, sagt der Pfarrer, der sichtlich Freude daran hat, die Ruinenlandschaft mit Leben zu füllen.

Im Jahr 2021 wird dann hoffentlich wieder viel von dem möglich sein, was auch in diesem Jahr vor Ort im Kloster Hirsau hätte stattfinden sollen.

Geistlicher Ort mit geistlichen Angeboten: das Kloster Hirsau. Pfarrer Sebastian Steinbach hat dazu jetzt auch den offiziellen Auftrag. Foto: Andreas Steidel, PressebildGeistlicher Ort mit geistlichen Angeboten: das Kloster Hirsau. Pfarrer Sebastian Steinbach hat dazu jetzt auch den offiziellen Auftrag. Foto: Andreas Steidel, Pressebild

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