Christliche Themen für jede Altersgruppe

„Obenauf“ auf der Alb

WÜRTINGEN (Dekanat Bad Urach-Münsingen) – Noch bis zum 26. Mai steht auf der Festwiese in Würtingen ein großes Zelt: Sieben Gemeinden haben sich ins Zeug gelegt, um bei der Zeltkirche zwei Wochen ein Programm für Große und Kleine, Sinnsucher und Sportler, Gläubige und Fragende zu machen. Zum großen Sägen werden 600 Besucher erwartet. 


Die Zeltkirche macht in Würtingen auf dem Kispel Station. (Foto: Pressebild)

„Manch einer nimmt eine Stunde Fahrt auf sich, um hier Urlaub zu machen, wir dürfen diese Idylle unser Zuhause nennen. Welch ein Privileg!“ So sehen das Anja Goller und Michael Wild, die die Zeltkirche auf dem Kispel federführend organisiert haben.
Der Kispel, das ist eine schwäbische Abkürzung für Kirchspiel. Heute würde man Kirchenbezirk dazu sagen. Der Kispel auf der Alb, das sind die sieben Gemeinden in und um den Ort St. Johann. Kleine Gemeinden, verteilt auf verschiedene Ortschaften, aber mit großer Tatkraft: Zwei Jahre lang hat ein Team daran gearbeitet, dass Zeltkirchenpfarrer Thomas Wingert und Diakon Martin Heubach auf dem Festplatz zwei Wochen lang noch bis zum 26. Mai das große Zelt aufschlagen können. Die Experten der Landeskirche stehen den Teams mit Programmvorschlägen zur Seite. Die Hauptarbeit liegt bei den veranstaltenden Gemeinden selbst.

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„Bei uns auf der Alb ist Holz ein großes Thema“, sagt Martin Dürr, der selbst lange Pfarrer in Kohlstetten auf der Alb war und seinen Ruhestand in Würtingen verbringt. „Die Äcker gaben ja nicht viel her, deshalb hat jede Familie hier einmal Holz gehabt.“ So wird es am 19. Mai einen Tag im Zeichen des „Timbersports“ geben. Was bedeutet, dass Männer und Frauen die Motorsäge in die Hand nehmen, um möglichst schnell möglichst viel Material zu Kleinholz zu machen. Diese sehr spezielle Form des Kräftemessens ist eine internationale Wettkampfdisziplin. Bis zu 600 Besucher erwarten die Kispel-Organisatoren für diesen Tag, wer dabei sein will, sollte sich bald anmelden. Das ist jedoch die einzige Veranstaltung, für die man sich vorab entscheiden muss, ansonsten ist die Zeltkirche immer eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn geöffnet und der Eintritt ist frei.

Zwei Wochen ist der Kispel „obenauf“ – „Über uns kommt nur noch der Himmel und der liebe Gott“, lacht Martin Dürr. Dieses Motto steht über dem Reigen aus Gottesdiensten, Krabbelgruppe, Theater, Konzerten, Geländespielen, Kabarett, Vorträgen – zum Beispiel zu ADHS – und gemeinsamen Nordic-Walking-Einheiten.

Vom Missionsgedanken hat sich die Zeltkirche schon lange verabschiedet, aber dass zu den Veranstaltungen auch Besucher kommen, die sonst keinen Bezug zur Kirche haben, damit rechnet das Orga-Team schon. „Es ist gut, wenn wir zeigen können, dass unser Horizont weiter geht als bis zum Kirchturm“, sagt Martin Dürr.

Wie gut Gemeinschaft tut, das haben die Organisatoren auch in den vergangenen zwei Jahren erlebt. Denn dass sieben Kirchengemeinden so eng kooperieren in der Organisation, dass vier Pfarrer gemeinsam an einem Strang ziehen, das man rund 200 Mitarbeiter für die zwei Wochen als Helfer gewinnen konnte, das war eine gute Erfahrung.

Meist dauert es eine Woche, bis es sich rumgesprochen hat, dass da richtig was läuft bei der Zeltkirche und es sich lohnt, vorbeizuschauen, sagt Pfarrer Dürr. Das hat er 2009 bei der Zeltkirche in Kohlstetten gemerkt. Vielleicht läuft es dieses Mal ja anders. Obenauf wollen sie auf dem Kispel bleiben – auch nach dem Ende der Zeltkirche.


Die Zeltkirche ist auf dem Festplatz, Uhlandstraße 18, 72813 St. Johann-Würtingen aufgebaut. Infos gibt es im Internet: www.obenauf2019.de und im Pfarramt, Telefon 07122-9227.