Christliche Themen für jede Altersgruppe

Offene Arme und Türen - Kirche und Freizeit

Auch für die Württembergische Landeskirche hat die Arbeit in Freizeit und Tourismus eine große Bedeutung. Eine eigene Abteilung unter dem Dach der Missionarischen Dienste bündelt die Angebote, vom Pilgern zur Messeseelsorge und den Radwegekirchen.

Autobahnkapelle in Braunsbach. Foto: Andreas SteidelAutobahnkapelle in Braunsbach. Foto: Andreas Steidel, Pressebild

Die Menschen gehen gerne in die Kirche. Immer weniger tun es allerdings beim Gottesdienst am Sonntagmorgen, wogegen die Zahl derer, die dort unter der Woche verweilen, steigt. Geöffnete Gotteshäuser sind ein Thema für „Kirche in Freizeit und Tourismus“. Viele Urlauber machen bei einer Stadtbesichtigung einen Abstecher in die Kirche, auch wenn sie ihr zu Hause fernbleiben. Ähnliches gilt für Radfahrer: Seit es ein Netz von Radwegekirchen gibt, sieht man immer öfter Männer und Frauen mit kurzen Hosen und Helmen in den Bänken sitzen.

Eine landeskirchliche Abteilung unter dem Dach der Missionarischen Dienste bündelt solche Angebote, oder schafft sie überhaupt erst: So wurde vor wenigen Jahren die Stelle eines Pilgerreferenten eingerichtet, der ehrenamtliche Begleiter ausbildet und die Arbeit im Nationalpark Schwarzwald unterstützt. Ein Diakon kümmert sich um die Motorradfahrer und ein anderer um den Flughafen und die Messe.

„Wir wollen die erreichen, die man sonst nicht mehr erreicht“, sagt Karl-Heinz Jaworski. Seit 2003 leitet er den Bereich „Kirche in Freizeit und Tourismus“ und hat erlebt, wie aus einem Auslaufmodell ein Hoffnungsträger wurde. Damals war gerade die Camping-Seelsorge am Gardasee eingestellt worden und eine Vielzahl von Stellen weggefallen.

Doch das Blatt hat sich gewendet, seit klar wird, dass viele Menschen zwar auf der Suche sind, sich jedoch immer stärker von den klassischen Angeboten der Kirche abwenden. Also braucht es neue Wege und Formen und die liegen in einer Freizeitgesellschaft auch dort, wo die Menschen ihr Vergnügen suchen.

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Eine Konstante über all die Jahre war die Reisemesse CMT. Seit über 40 Jahren ist man dort präsent und das im ökumenischen Verbund. Der ökumenische Ansatz ist typisch für die Arbeit in Freizeit und Tourismus. „Wer pilgert oder Radwegekirchen besucht, fragt nicht, ob das nun evangelisch oder katholisch ist“, sagt Jaworski.

Freizeit und Kirche - Seelsorge für Urlauber fehlt noch

Inzwischen ist die CMT-Arbeit auch auf Baden ausgedehnt, seit einigen Jahren kooperieren dort zwei evangelische Landeskirchen und zwei katholische Bistümer. Ähnliches gilt für den Nationalpark Schwarzwald, der an der alten Landesgrenze liegt. Auch mit dem Reformationsjubiläum gab es neue Aufgaben: etwa indem eine Internet-App und eine gedruckte Broschüre erstellt wurden. Ähnliches gilt für die evangelischen Klosterorte, deren malerische Ruinen vielgefragte Reiseziele sind.

CMT-Stand in Stuttgart: Die Arbeitsbereiche von Kirche in Freizeit und Tourismus sind vielfältig. Foto: Andreas SteidelCMT-Stand in Stuttgart: Die Arbeitsbereiche von Kirche in Freizeit und Tourismus sind vielfältig. Foto: Andreas Steidel

Kirche im Grünen gehört zum Fachbereich Freizeit und Tourismus, ebenso wie das Feriendorf in Tieringen und die Kirchenraumpädagogik. Auch Autobahnkirchen spielen eine Rolle, wobei da das jüngste Projekt auf der Raststätte Sindelfinger Wald coronabedingt wohl erst mal auf Eis gelegt wird.

Eine weitere Herausforderung sieht Fachbereichsleiter Karl-Heinz Jaworski in den Urlaubsgebieten des Landes. Vor allem am Bodensee ist die Realität, dass viele Pfarrerinnen und Pfarrer selbst Ferien machen, wenn die meisten Touristen dort sind. „Im Grunde bräuchten wir dort eine Urlaubsseelsorge“, sagt Jaworski – so wie es an Nord- und Ostsee längst gang und gäbe ist. □

◼ Telefon 0711-458049414, Internet: www.kirche-freizeit-tourismus.de

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