Christliche Themen für jede Altersgruppe

Viel Platz zum Austoben

BALINGEN – Der 14-jährige Phillip Max aus Balingen hat zusammen mit anderen Kindern und Jugendlichen eine Dirtbike-Strecke realisiert: einen Parcour für Mountainbikes.  500 Kubikmeter Erde wurden dafür bewegt. Die Beteiligten können jetzt nicht nur einen hügelige Strecke nutzen, sondern haben für ihr Engagement sogar einen Preis der Diakonie bekommen. 


Mike Buck, Phillip Max, Nadine Hempke, Jochen Brendle und Stephan Reuß bereiten sich auf die Frühjahrssaison vor. (Foto: Frank Engelhardt)


Draußen schneit es leicht. Die Zweiradsaison scheint noch fern, doch Phillip Max und seine Kameraden können es kaum erwarten, wieder auf die Piste ihres eigenen Dirtbike-Parks in Balingen-Frommern zu gehen. Die Vorbereitungen für die zweite Saison der Strecke zum Austoben für jugendlich Mountainbike- und BMX-Radfahrer laufen. An diesem Nachmittag treffen sich der 14-jährige Schüler und die Verantwortlichen der Jugendarbeit und der Verwaltung allerdings erst einmal zur Manöverkritik, sprechen über die vergangenen Monate und über aktuelle Anliegen.

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„Die Beteiligung der Jugendlichen war von Anfang an das A und O bei diesem Projekt“, erzählt Streetworkerin Nadine Hempke, deren Stelle von der diakonischen Einrichtung Mariaberg finanziert wird. Sie und ihr Kollege Mike Buck besuchen regelmäßig die verschiedenen Schulen der Stadt Balingen, um mit den Schülern der achten und neunten Klassen ins Gespräch zu kommen. „Wir stellen dabei unsere Arbeit vor und nehmen Ideen und Anregungen aus den Klassen mit“, erzählt Buck. „Und so eine Idee war der Dirtbike-Park, den sich einige Schüler in Frommern gewünscht haben.“

Das war Anfang 2017. Nicht einmal eineinhalb Jahre später wurde bereits Einweihung gefeiert. „Dass daraus so ein beispielhaftes Projekt werden würde, war damals nicht klar“, sagt Jochen Brendle, Leiter des Kinder- und Jugendbüros der Stadt Balingen. „Wir sind da mit offenem Ausgang herangegangen“, so Brendle. Und Hempke ergänzt: „Das Projekt hätte auch scheitern können.“

Doch dazu haben es die zweiradaffinen Jugendlichen nicht kommen lassen. Von Beginn an war das Interesse groß, bei jedem Treffen nach der ersten Veranstaltung waren zwischen zwölf und 16 Schüler dabei. „Die jungen Menschen haben das Projekt selbst entwickelt und ihre Vorstellungen darin verwirklicht“, erzählen die Streetworker. Dazu gehörte auch, ein Netzwerk von Helfern und Sponsoren aufzubauen. Außerdem mussten die Jugendlichen ihr Vorhaben im Ortschaftsrat vorstellen, schließlich sollte der Park mit einer anspruchsvollen Strecke für die Radfahrer in unmittelbarer Nachbarschaft zum Frommerner Sportgelände entstehen. „Wie sich die Jugendlichen bei uns im Gremium präsentiert haben und was sie alles bereits zu diesem frühen Zeitpunkt des Projekts investiert hatten, war schon beeindruckend“, betont Stephan Reuß. Der Frommerner Ortsvorsteher hat die Schüler bei der Organisation sowie bei rechtlichen und finanziellen Dingen beraten. „Außerdem war mir wichtig, den jungen Leuten zu zeigen, wie Lokalpolitik funktioniert“, so Reuß. „Und dass sie gehört wurden, hat sie zusätzlich motiviert“, weiß Mike Buck.

Im Juni 2018 fiel schließlich der Startschuss für die Arbeiten auf dem Gelände direkt neben dem Frommerner Sportplatz. Bis zu 25 Jugendliche pro Arbeitseinsatz modellierten schließlich mit Schaufeln, Spaten, Rechen, Besen und Gießkannen ihren Park, unterstützt von Erwachsenen. Sechs Wochen Später konnte schon die Einweihung des Platzes gefeiert werden. Seither können sich die Jugendlichen auf der 500 Meter langen Strecke austoben, drei Wegführungen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen stehen zur Verfügung.

Letztlich hätten sie die Jugendlich bei ihrem Vorhaben nur unterstützt, meinen die Streetworker. „Der Dirtbike-Park ist ihre Anlage – und genauso gehen sie auch damit um“, wissen Hempke und Buck. „Ein Mülleimer war ihnen sehr wichtig.“ Außerdem sei der Park ein beliebter Treffunkt für Jugendliche aus der ganzen Stadt geworden. Ein beispielhaftes Projekt ist so innerhalb erstaunlich kurzer Zeit realisiert worden, das sah auch die Jury des Jugenddiakoniepreises der Diakonie in Württemberg so und bedachte die Balinger mit einem Preis im Rahmen des „MachMit!Award“.


Informationen zum Park gibt es Internet: www.zollernalb.com/Attraktionen/Dirt-Bike-Park