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Vögel des Glücks - Kraniche im Kinderhospiz

STUTTGART – Wer 1000 Kraniche faltet, der hat einen Wunsch frei. Diese japanische Legende inspirierte Andrea S., nach dem Tod ihrer Tochter kleine bunte Papierkraniche zu gestalten. Damit macht sie auch anderen Menschen Mut.

Papierkranich. Foto: asundermeier, pixabayPapierkranich. Foto: asundermeier, pixabay

Lautlos schweben sie durch die Luft, mal einzeln, mal im Schwarm eines Mobiles. Die kleinen, bunten Papierkraniche von Andrea S. ziehen im Kinderhospiz Stuttgart die Blicke auf sich. Von hier aus sind sie bereits „ausgeflogen“: ins nahe gelegene Erwachsenenhospiz, zum Stand des Hospiz Stuttgart auf dem Katholikentag und in die Kinder- und Wohnzimmer von Freundinnen und Bekannten.Die 33-Jährige faltet die Kraniche gern, denn sie sind ein Zeichen der Hoffnung.

Begonnen hat alles mit dem Tod ihrer kleinen Tochter, die 2019 zur Welt kam und ein Jahr später starb. Mehrere Male war die Mutter mit ihrem Kind im Kinderhospiz Stuttgart. Dort fiel ihr nach dem Tod der Tochter das Buch „Sadako. Ein Wunsch aus tausend Kranichen“ von Johanna Hohnhold in die Hände. Es erzählt die wahre Begebenheit von Sadako Sasaki, die als Zweijährige den Atombombenangriff auf Hiroshima überlebte und später Leukämie bekam. Der Zehnjährigen blieb nur eine Hoffnung: Eine japanische Legende besagt, dass demjenigen, der 1000 Papierkraniche faltet, ein Wunsch erfüllt wird.

Mit anderen Menschen verbunden

Inspiriert durch Sadakos Geschichte, faltete Andrea S. die ersten Kraniche. Zur Ablenkung, zur Bewältigung des Schmerzes über den Verlust ihres Kindes und zur Meditation, damit die Gedanken im Kopf leiser werden und die Hände beschäftigt sind. Mittlerweile hat sie weit mehr als 1000 Kraniche gefaltet.

„Der Kranich ist ja in vielen Kulturen ein Vogel des Glücks“, sagt Andrea S. „In Japan steht er für ein gesundes, langes und erfülltes Leben. Diesen Gedanken verbinde ich sehr mit unserer verstorbenen Tochter, weil es ein Glück ist, dass sie bei uns war. Und dort, wo sie jetzt ist, wird sie ein gesundes und langes Leben haben.“

Schwärme von Kranichen hängen unter der Decke des Kinderhospizes in Stuttgart. Foto: Pressebild/ Anne BartelsSchwärme von Kranichen hängen unter der Decke des Kinderhospizes. Foto: Pressebild/ Anne Bartels

Die Mutter bekommt immer wieder berührende Rückmeldungen von Menschen, die die Kraniche im Hospiz oder bei Freunden gesehen haben. Einige Kinder und Eltern im Kinderhospiz haben im Kreativkreis nun selbst begonnen, die Papierkraniche zu falten. „Es ist schön, dass diese Zuversicht mit den Kranichen in die Welt hinausfliegt. Mir gibt das ein Gefühl der Verbundenheit mit den Menschen. Ich wünsche mir, dass diese Hoffnung auch viele andere Menschen erreicht“, sagt die 33-Jährige. Die Hoffnung ist auch bei Andrea S. und ihrem Mann wieder eingezogen.

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