Christliche Themen für jede Altersgruppe

Vorfreude


Foto: Werner Kuhnle

„Auf die Zeit vor Weihnachten freu‘ ich mich“, meinte unlängst eine unserer Enkeltöchter.  „Ich freu‘ mich auf den Adventskranz mit den vier roten Kerzen, auf den Adventskalender, auf die Lieder, die wir dann singen, auf das Backen von Stollen und Gutsle und auf das Krippenspiel, das wir in der Schule planen – auf die ganze Adventszeit“.

Nach einer Pause überlegte sie: „Hat es die Adventszeit eigentlich schon immer gegeben?“ Meine Antwort fiel recht dürftig aus: „Sicher schon recht lange“. Ein Nachschlagewerk gab Auskunft. Mit Gebeten und Fasten bereiteten sich frühe Christengemeinden auf das Fest der Geburt Jesu vor. Wichtig war ihnen auch die Bitte um die vorhergesagte Wiederkunft Christi. Die Dauer dieser Tage war verschieden. Deshalb bestimmte Papst Gregor I. um das Jahr 600: Die Vorbereitungszeit beginnt mit dem vierten Sonntag vor dem Christfest. Er gab ihr den Namen adventus domini – die Ankunft des Herrn. Es war eine sehr stille Zeit.

Die Adventszeit ist noch immer eine besondere Zeit. Viele Familien gestalten sie auf ihre eigene Art, die Musik ist oft sehr wichtig.

Insgesamt aber hat sich die Vorbereitung auf das Christfest verändert. Die Bitte um die Wiederkunft Christi ist in den Hintergrund gerückt. Die Begrüßung des Kindes in der Krippe ist zum Mittelpunkt geworden. Ursprünglich wurde die Freude über das Gottesgeschenk Jesus durch Geschenke an die Nächsten weitergegeben. Heute sind Weihnachtsgeschenke noch wichtiger. Sie zu besorgen ist sehr aufwendig. Vom 1. Advent an sind die Geschäfte einladend dekoriert. Allerlei Angebote verlocken zum Kauf. Für viele Geschäfte ist der Weihnachtsumsatz existenznotwendig. Weihnachtslieder aus der Konserve untermalen die Kaufaufforderung. Auch auf den Straßen herrscht oft großes Gedränge. Aus der stillen Zeit ist ein lautes Spektakel geworden.

Wenn mir der Trubel zu viel wird, mache ich einen Besuch auf dem Weihnachtsmarkt. Gemütlich bummle ich an den Buden entlang. Von Krippenfiguren bis zu wollenen Socken reicht das Angebot. Wer noch ein Geschenk braucht, findet sicher etwas Passendes. Schulkinder blasen auf Blockflöten Adventslieder, ein Mädchen zeigt auf der Geige seine Kunst. Und über dem ganzen Markt schwebt das Duftgemisch aus Glühwein und gebratenen Würsten. Weihnachtsmärkte können edel sein wie auf dem Bild der wunderschöne barocke Markt in Ludwigsburg, oder ganz einfach. Sie werden alle gerne besucht, denn sie tun dem Herzen wohl.