Christliche Themen für jede Altersgruppe

Die Bibel zum Ausprobieren

TUMLINGEN (Dekanat Freudenstadt) – „Willkommen in Eden“ steht über dem Eingangstor des biblischen Rundwanderwegs am Schellenberg in Tumlingen. Auf rund 700 Metern bietet er die Möglichkeit, in die Welt der Bibel einzutauchen. Jetzt wurden neue Tafeln für Kinder angebracht. 


Viel zu entdecken gibt es auf dem biblischen Rundwanderweg. (Foto: Bärbel Altendorf-Jehle)

Die Zufahrt zu der etwas anderen Attraktion im Kirchenbezirk Freudenstadt ist mehr als holprig, eher für Maulesel denn Autos geeignet. Doch der Besucher sollte sich davon nicht abhalten lassen, denn der biblische Rundwanderweg ist allemal einen Besuch wert. Er wurde schon immer von Familien, Schulklassen und kirchlichen Jugendkreisen besucht, doch nun haben die Mitglieder des rührigen Vereins Stationen des alten Testaments mit kindgerechten Tafeln versehen. In einfachen Worten erklären sie den Kindern die Geschichten und geben ihnen kleine Aufgaben.

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Lukas, Richard, Konrad und Senta kennen den biblischen Rundwanderweg. Was daran für Kinder interessant ist? „Hier kann man viel lernen“, „Die Bibel wird anschaulich dargestellt“, „Die Natur ist schön“, so lauten die Antworten. Diese hätten auch von Erwachsenen kommen können. Doch als die Kinder mit auf den Bibelpfad gehen, um nach den schönsten Plätzen für entsprechende Fotos zu schauen, wird schnell klar, warum der Rundweg gerade ihnen großen Spaß bereitet: Schnurstracks sind die Schüler mitten drin im alten Testament. So, als sei die Bibel vor ihnen aufgeschlagen und sie mitten hinein in ihre Seiten gehüpft.

Die zwölfjährige Senta streichelt die hübschen Steinschafe vor dem Geburtshaus Jesu, während die drei Jungs Lukas (zwölf Jahre) und die Brüder Richard (zwölf Jahre) und Konrad (13 Jahre) die Treppe erklimmen und von oben herunter winken. Innen ist es so eingerichtet, wie damals solche Unterkünfte aussahen: Mensch und Tier lebten zusammen.

In der nächsten Hütte gibt es Mörser und eine Steinmühle zum Korn mahlen. Getreidekörner liegen bereit und schon sind die Kinder vertieft in der Arbeit. Sie merken, wie schwer es ist, den Stein zu drehen oder den Mörser so zu handhaben, dass das Korn zu Mehl wird.

„Dürfen wir die Steinschleuder benutzten“? fragt Konrad. Er weiß, dass die Steinschleudern extra für die Kinder zum Ausprobieren da sind. Er weiß aber auch, wie gefährlich das sein kann. „Ihr müsst weiter weg gehen, noch weiter weg, ich weiß nicht wo der Stein landet“, ruft er seinen Freunden zu.

Sein Bruder Richard ist schon an der nächsten Station, stellt sich an den großen Stein, plötzlich sprudelt das Wasser aus dem Felsen – ein kleines Wunder. Richard schmunzelt, er weiß wo man drücken muss, der unbedarfte Besucher muss erst einmal suchen.  Senta ist inzwischen mit Lukas auf den Berg Sinai gestiegen, blickt hinunter auf den Pfad, wo die Kakteen in Reih und Glied stehen. „Ja, die Stacheln piken schon ganz gehörig“, meint Konrad. Zusammen mit den anderen bläst er auf den Posaunen, die an den Pfählen von Jericho hängen Jakob und sein Kamel Amar sind die Kinderschildfiguren. Er erklärt die Stationen: „Ihr werdet zum Bibelentdecker“, prophezeit er. Die Kinder hatten schon Recht, als sie zu Beginn anmerkten: hier kann man sehr viel lernen. Doch es geschieht spielerisch, mit viel Bewegung und anschaulich, so wie auch beim Brunnen, in den Josef von seinen eigenen Brüdern geworfen wurde. Eine lebensgroße Puppe streckt die Arme hilfesuchend nach oben, eine Hand ist abgebrochen. „Es gibt noch viel zu tun“, sagt der Vorsitzende des Vereins Siegfried Holstein. Für die Erneuerung von Josef konnte Holstein eine Kulissenbauerin des Theaters gewinnen. Aber es gibt noch weitere „Baustellen“.

„Wir haben derzeit 43 Mitglieder, die meisten unterstützen uns finanziell durch ihren Beitrag, zehn Aktive halten den Rundweg in Schuss“, sagt Holstein und betont, dass der Verein weitere helfende Hände gut gebrauchen könnte. Die zahlreichen biblischen Pflanzen brauchen Pflege und mussten gerade in diesem Jahr oft gegossen werden. Die Kinderstationen sollen weiter ausgebaut werden. Eine Hütte ist mittlerweile direkt am Parkplatz entstanden, sie bietet Platz für größere Gruppen zur Nachbearbeitung des Gesehenen. Die Hütte kann auch für private Feiern gemietet werden.


Information

Der Bibelrundweg kann allein begangen werden. Er kostet kein Eintritt, aber der Verein freut sich über jede Spende. Es können auch Gruppenführungen gebucht werden, für Erwachsene, wie für Kinder oder Jugendliche.

Weitere Informationen im Internet unter www.birwa.des oder bei Siegfried Holstein, Telefon 07443-3650.