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Die Straße der Klöster

ALPIRSBACH/HIRSAU – Die Klosterroute Nordschwarzwald verbindet die alten Abteien von Maulbronn, Hirsau, Wildberg und Alpirsbach. Die Strecke ist sowohl bei Auto- als auch bei Wohnmobilfahrern beliebt, es gibt aber auch einen Rad- und Wanderweg. Von Andreas Steidel

Anfang und Ende der Klosterroute: Maulbronn mit seiner Brunnenkapelle, Alpirsbach mit der Klosterkirche. (Foto: Pressebilder/SSG)

Wie wohl die Mönche von einst unterwegs waren? Sicher nicht mit dem Wohnwagen oder dem Wohnmobil. Doch die heutigen Menschen tun es ganz gerne, in noch viel größerem Umfang als früher, nachdem Corona eben auch das Reiseverhalten komplett verändert hat.Entsprechend viele Stellplätze gibt es an den Klöstern der Klosterroute im Nordschwarzwald. In Hirsau wurde gerade ein neuer eröffnet, der Stellplatz „Flößerwasen“, der Raum für sechs Fahrzeuge bietet und 72 Stunden benutzt werden darf. Doch auch am Rande der anderen Abteien, die heute unter Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten stehen, sind die Urlauber mit dem rollenden Wohnzimmer willkommen. In Maulbronn gibt es acht Stellplätze für Camper, in Wildberg vier und in Alpirsbach fünf.


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Die Reisenden erleben auf einer Distanz von gut 120 Kilometern eine bemerkenswerte Vielfalt an mönchischer Geschichte. So ist Maulbronn eines der am besten erhaltenen Zisterzienserklöster in Deutschland. Dafür bekam es bereits 1993 den Titel „Unesco-Weltkulturerbe“ verliehen, als erstes Monument überhaupt in Baden-Württemberg.

Von Hirsau im Nagoldtal ging im 11. Jahrhundert eine große Reformbewegung aus. Zeitweise war es das bedeutendste Kloster auf rechtsrheinischem Boden, fast 200 andere Klöster wurden von Hirsau aus gegründet oder reformiert.

Auch Alpirsbach ist ein Kind der Hirsauer Reform. Der Ort an der Kinzig ist der Endpunkt der Klosterroute mit einem beachtlichen Erhaltungsgrad der Ruinen. Hier kann man auch die Zeit der evangelischen Klosterschule gut nachvollziehen.
Wege für Wanderer und Radler

Die unbekannteste der vier Abteien auf der Klosterroute ist Wildberg. Hier gab es einst ein Dominikanerinnenkloster, es war das Hauskloster der Grafen von Hohenberg, die dort ihre unverheirateten Töchter unterbrachten.

Im Jahr 1440 wurde Wildberg württembergisch. Dies besiegelte rund 100 Jahre später das Schicksal des Klosters. Denn die Württemberger wurden evangelisch und das Kloster Reuthin in Wildberg im 16. Jahrhundert schließlich aufgelöst. Nur wenige Mauern sind erhalten geblieben.

Die Klosterroute ist auch für Wanderer und Radfahrer konzipiert worden. Auf getrennten Wegen können sie sich den Monumenten nähern und dabei natürlich auch den Nordschwarzwald in seiner ganzen Vielfalt erleben.

Als die Mönche und Nonnen hierher kamen, fanden sie noch eine Wildnis vor. Sie gehörten zu den Pionieren der Besiedelung in einem Landstrich, der auch heute noch weitläufig und waldreich ist. □
Information

Für die Klosterroute gibt es ein Faltblatt mit den Streckenverläufen für Autofahrer, Radfahrern und Wanderer. Informationen unter Telefon 07051-167399, Internet: www.calw.de