Christliche Themen für jede Altersgruppe

Genießen für Geist und Seele

Pilgern, durch die Natur laufen und dabei Gott suchen. das ist modern geworden. Ein neuer Wander­führer „Glaubenswege“ führt durch Voralbland, Ostalb und über die Zeugenberge. Es ist ein besinnlicher, ein ruhiger Weg, ein Weg für Meditationen. 

Blick auf Oberböbingen und Heubach. Im Hintergrund das Bergmassiv des Rosenstein. (Foto: M. Ernst Wahl)

Fraglos gibt es im Verbund der 31 „Glaubenswege“ spektakulärere als den Weg mit der Nummer 27 rund um Böbingen an der Rems. Aber er fügt sich ein in den großen „Hauptwanderweg“, der über 94 Kilometer in sieben Etappen von Faurndau bei Göppingen über Hohenstaufen und Rechberg, Neidlingen, Lauterstein und Degenfeld um und durch Heubach und bis Böbingen und Mögglingen führt. Zusätzlich zu diesem langen Rundwanderweg enthält der Wanderführer aus dem Einhorn-Verlag 31 kürzere Rundwanderwege durch Fils-, Rems- und Lautertal, über Aasrücken, Ostalb und das Albvorland. Der Weg mit der Nummer 27 ist ein solcher. Über acht Kilometer führt er rund um Böbingen, kreuzt die alten Konfessionsgrenzen, bietet antike Überbleibsel, stille Eleganz und Ausblicke.

Der Weg beginnt in Böbingen – dort, wo Reste eines römischen Kastells aus dem Boden ragen. Über der B 29 ziemlich in der Mittel zwischen Schwäbisch Gmünd und Aalen, biegt man von der Bundesstraße an der Böbinger Ampelanlage in Richtung Böbingen-Süd ab und folgt dem braunen Hinweisschild zum „Römerkastell“.

Zu Fuß geht es dann zwischen dem Gasthaus Schweizerhof und den Tennisplätzen bergab ins Tal des Klotzbachs, der sich in Böbingen in die Rems ergießt. Dabei werden in einer Wegschleife der Schulgarten und die Grundschule umgangen. Im Tal geht es nach links in Richtung Ortsausgang, am Rewe-Markt vorbei.

Weil derzeit der Böbinger Bürgerpark entsteht, der zur Remstal-Gartenschau 2019 fertig sein soll, geht der Wanderweg auf einem asphaltierten Weg parallel zur Straße Richtung Oberböbingen. Der später wieder begehbare Wanderweg wird dann auf der ehemaligen Bahntrasse weitergeführt, auf der von 1920 bis 1975 Züge auf der Stichstrecke von Unterböbingen nach Heubach fuhren. Rechts am Hang fließt der Klotzbach, der seine Quelle an den Bergen hat, die Heubach umgeben. Noch bevor man Oberböbingen erreicht, geht der Glaubensweg über die „Seegasse“, die zur Zeit für den Verkehr gesperrt ist, nach rechts. Von jetzt an ist der weitere Weg asphaltiert. Über den Klotzbach hinweg geht es zur Kirchstraße und am Abzweig des Ungerhaldenwegs nach rechts.

Bevor man dort abbiegt, sollte man sich Zeit lassen für einen Besuch der Michaelskirche. Sie ist das älteste Gebäude des Ortes. Ihre Fundamente wurden 1084 gelegt und gehen vermutlich auf eine noch ältere Kirche zurück. Bis heute ist auf der Südseite der romanische Eingang erhalten. Allerdings wurde die Kirche 1417 nach einem Brand erweitert. Heute hat sie einen gotischen Chor, der einstige Turmchor ist heute Altarraum. Die Michaelskirche ist ein wunderbarer Ort für innere Einkehr. Wer sich allerdings den Schlüssel nicht im Pfarrhaus gleich hinter der Kirche besorgen will, kann auch den „Weidendom“ im Vorgarten der Kirche für eine Pause und Einkehr nutzen.

Bergab geht es dann zurück zur Wegkreuzung und entlang dem Ungerhaldenweg hinauf zu weiten Feldern, Äckern, mächtigen Birnen- und alten Apfelbäumen. Allmählich öffnet sich die Weite der Voralb. Der Blick nach Süden geht nach Heubach und darüber hinweg zum langgestreckten Massiv des Rosenstein und weiter nach Westen über Hochberg und Scheuelberg. Wenn dann die Höhe erreicht ist, treten am Horizont hinter einem kleinen Waldstück die Zeugenberge Stuifen, Rechberg und Hohenstaufen hervor – alle drei sind Stationen auf einem der Glaubenswege.

Das nächste Ziel aber des Weges 27 ist die malerisch zwischen Feldern, Äckern und Gesträuch liegende Beiswanger Kapelle. 1680 von einem Bauern aus dem nahe liegenden Weiler Beiswang gestiftet, ist das barocke Kleinod Maria gewidmet. Wenn am 8. September in der römisch-katholischen, der orthodoxen und der anglikanischen Kirche Mariä Geburt gefeiert wird, rüstet man auf dem Beiswang zum großen Fest. Denn immer am darauf folgenden Sonntag wird das „Beiswanger Fest“ gefeiert.
Wieder geht der Weg einige Schritte zurück zur vorigen Weggabelung. Nun heißt die Richtung wieder Böbingen. War man in und um Böbingen auf einst württembergisch-evangelischen Gebiet unterwegs, ist man jetzt wieder auf dem Territorium, das einst zum Kloster Königsbronn und der Freien Reichsstadt Schwäbisch Gmünd gehörte und daher bei der Reformation altgläubig blieb. Gepflegte Wegkreuze am Glaubensweg zeigen den konfessionellen Wechsel an und laden zu Pausen ein.

Den weiteren Weg weist dann zumindest optisch der moderne, hohe Kirchturm der St. Josef-Kirche. Über eine Wegschleife erreicht man wieder Böbingen und passiert dabei die St. Ulrichskapelle. 1849 gestiftet, erinnert sie an den Augsburger Bischof und Heiligen. Ulrich gilt als Verteidiger von Augsburg und Sieger bei der Schlacht auf dem Lechfeld im August 955. Den Talgrund des Klotzbachs überquerend geht der Weg wieder zur Grundschule und zum Ausgangspunkt.

Pilger, die diese knapp acht Kilometer erweitern möchten, können diesem Rundweg einen weiteren anschließen. Dann geht es hinüber über die Rems zur katholischen Kirche und von dort in einem weiten Bogen auf rund sechs Kilometern bis fast zum Nachbarort Mögglingen über weite Felder und zu prächtigen Ausblicken.

Buch-Tipp
Glaubenswege: Wege für den Geist, die Seele; zum Wandern und Genießen.
Mit 7 Etappenwegen mit einer Gesamtlänge von rund 100 Kilometern sowie 31 Rundwanderwege in unterschiedlicher Länge mit religiösen und spirituellen Orten. Alle Strecken sind für Nordic-Walking geeignet. Außerdem enthält das Buch ein umfangreiches Verzeichnis von Gaststätten und Einkaufsmöglichkeiten bei Selbstvermarktern. Zum Buch gehört eine Faltwanderkarte mit allen Touren im Maßstab 1:33.500. Detailkartenausschnitte sind jedem Wegabschnitt beigegeben. Das Buch mit 256 Seiten kostet 9,90 Euro. Es ist erhältlich in I-Punkten von Schwäbisch Gmünd und Göppingen und Ortsverwaltungen der beteiligten Gemeinden Heubach, Lauterstein, Waldstetten, Ottenbach, Bartholomä, Essingen,
Böbingen und Mögglingen sowie unter www.einhornverlag.de
ISBN 978-3-95747-037-9.

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