Christliche Themen für jede Altersgruppe

Ja sagen zu Gott

2. Korinther 4,16–18  Darum werden wir nicht müde; sondern wenn auch unser äußerer Mensch verfällt, so wird doch der innere von Tag zu Tag erneuert. Denn unsre Bedrängnis, die zeitlich und leicht ist, schafft eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit, uns, die wir nicht sehen auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare. Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig.

Impuls zum Predigttext für den Sonntag Jubilate: 2. Korinther 4,16-18.  Von Thomas Ebinger 


Wäre das nicht ein Traum? Nie müde sein, nie schlafen müssen, immer hellwach sein? Oder wäre das vielmehr ein Alptraum? Ein Leben ohne Unterbrechung, ohne süße Träume und ohne nächtliche Alpträume gegen die die alltäglichen Probleme alle harmlos sind?
Paulus redet im Predigttext zum Sonntag Jubilate genau davon: „darum werden wir nicht müde“. Was hat er nicht alles an körperlichen Herausforderungen erlebt, an Schlägen und Pfählen im Fleisch. Vermutlich müssen wir ihn uns als jemand vorstellen, der seine unglaubliche Leistung einem müden und kranken Körper abgerungen hat. Und tatsächlich: Wenn wir weiterlesen, sehen wir, dass Paulus hier vom inneren Menschen redet. Der wird „von Tag zu Tag erneuert“.
Das Bild vom äußeren und inneren Menschen spielt auf die antike Vorstellung von der Seele an, die in einem vergänglichen Körper gefangen ist. Heute reden wir statt von Seele vielleicht besser von unserer Identität und Persönlichkeit, von dem, was uns ausmacht. Dieser „innere Mensch“ hat Anteil an der Auferstehungskraft Jesu. Unsere Identität ist nicht abhängig von den oft ermüdenden Zufälligkeiten des Alltags. Sondern wir leben innerlich von einer unendlich großen, göttlichen Energiereserve. Nicht wir müssen durch ständige Selbstüberforderung beweisen, was in uns steckt. Gott schenkt uns durch den Glauben seine Kraft, die in den Schwachen mächtig ist.

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An diesem und den nächsten Sonntagen finden bei uns die Konfirmationen statt. Jugendliche, die das Leben noch vor sich haben, empfangen unter Handauflegung einen persönlichen Segen und sprechen ihr Ja zum christlichen Glauben und zu Gott. Wer jetzt denkt, Jugendliche seien nie müde und hätten immer Energie, hat noch nicht erlebt, wie lange sie ausschlafen können, wenn sich ein Schlafdefizit aufgebaut hat. Gerade weil sie so viele Möglichkeiten vor sich sehen, wissen sie oft nicht, wo sie anfangen sollen. Paulus schreibt davon, dass wir als Christen nicht auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare sehen sollen. Das ist in unserer äußerlichen, materiell orientierten Welt nicht einfach. Geld macht vielleicht nicht glücklich, aber es beruhigt. Der Lebensstandard der Eltern ist halt doch ganz nett, aber wie soll ich das jemals schaffen? Viel zu schnell gerät da der innere Mensch aus dem Blick, das geistliche Leben, das genauso gepflegt werden will wie der Körper.

Dieser Sonntag Jubilate will uns, Junge wie Alte, daran erinnern, dass Jubel und Lebenslust ein göttliches Geschenk sind. Wenn wir uns innerlich erneuern lassen – durch Gottes Wort, Gebet, Gottesdienst – dann bleiben wir hellwach und werden unabhängig vom Auf und Ab des Alltags. Und dann merken wir vielleicht auch, dass es am Sonntag Besseres zu tun gibt als auszuschlafen.


Gebet

Herr, du hast uns dieses Leben geschenkt. Danke für alle Energie und Lebenskraft. Wir spüren aber auch mehr als deutlich unsere Grenzen, brauchen Erholung und Schlaf. Stärke du unseren inneren Menschen und lass uns das Ziel unseres Lebens immer vor Augen haben: die ewige Gemeinschaft mit dir. Gib allen, die heute konfirmiert werden oder sich auf ihre Konfirmation vorbereiten, Klarheit, wie ihr Weg mit dir aussehen kann. Stehe allen Kranken und Schwachen bei und lass sie innerlich getröstet und hoffnungsvoll sein. Amen.