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Luther-Symbole

Mein lieber Schwan

Auf zahlreichen Gemälden, aber auch auf Kirchtürmen in Norddeutschland ist ein Schwan als Zeichen für Martin Luther zu finden. Das Symbol geht auf den tschechischen Reformator Jan Hus zurück, dessen Nachname übersetzt „Gans“ bedeutet. Kurz vor seiner Verbrennung 1415 beim Konzil in Konstanz soll er gesagt haben: „Heute bratet ihr eine Gans, aber in hundert Jahren aus der Asche wird ein Schwan auferstehen.“


Hier predigt ein lutherischer Pastor: Wetterschwan auf dem Dach der ostfriesischen Kirche Bagband bei Aurich (Foto: epd-Bild)

Ob die Aussage nun historisch haltbar ist oder nicht: Luther hat sie sich sehr bald zu eigen gemacht und sich mit dem von Hus prophezeiten Schwan verglichen, zumal er fast exakt 100 Jahre später die Thesen an die Kirchentür in Wittenberg schlug.

Nach dem Tod Luthers wurde „Luther mit dem Schwan“ zu einem gängigen Bildmotiv. Vor allem im 17. und 18. Jahrhundert taucht es auf zahlreichen Gemälden auf. Doch auch auf Kirchtürmen findet sich der Luther-Schwan wieder: Insbesondere in Ostfriesland, wo es ein dichtes Nebeneinander von lutherischen und nach Schweizer Vorbild reformierten Kirchen gibt, diente der Schwan den Lutheranern als Abgrenzungssymbol gegenüber den Reformierten.

Die wiederum zieren dort ihre Turmhelme mit Hähnen wie die Württemberger: In Süddeutschland ist der Luther-Schwan auf dem Kirchendach ein fast gänzlich unbekanntes Zeichen.
Prominente Kirchturmschwäne finden sich auch auf der berühmten Fontane-Kirche in Ribbeck im Havelland und auf der evangelischen Kirche in Monschau in der Eifel, wo der Wetterschwan zu einem Markenzeichen der Stadt wurde.

Im Namen der Rose

Ein bekanntes Luther-Symbol ist auch die Luther-Rose, ein kreisrundes Emblem mit einem schwarzen Kreuz, rotem Herz und schneeweißen Blütenblättern. Ursprünglich war es ein Siegelwappen, das Prinz Johann Friedrich von Sachsen 1530 eigens für Martin Luther anfertigen ließ. Eine hohe Auszeichnung, die nur Kaisern, Königen und Kirchenfürsten vorbehalten war.


Bekanntes Symbol, das sich auch in vielen Stadtwappen wiederfindet: die Luther-Rose. Luther bekam sie 1530 in Form eines Siegelrings geschenkt (Foto: epd-Bild)

Für Martin Luther hatte der Siegelring allerdings auch einen wichtigen praktischen Zweck: Bei der Vielzahl der Fälschungen, die im Umlauf waren, konnte er damit die Echtheit seiner Dokumente beurkunden. Seht her, das ist ein echter Luther!

Im Wappen selbst, das vom Löwen- und Papageienfenster der Augustinerkirche in Erfurt inspiriert ist, legte Luther auch seine Theologie dar, wie er in einem Brief an den Nürnberger Ratsschreiber Lazarus Spengler bekundete: Das schwarze Kreuz als Erinnerung an Jesus Christus, das rote Herz als Zeichen, dass die Botschaft vor allem mit dem Herzen verstanden werden muss. Das weiße Rosenblatt war für ihn ein Symbol für die guten Geister und die Engel und der blaue Himmel ein Ausdruck der Freude, die der Glaube bringt. Schließlich stand der goldene Ring für die Ewigkeit und den Glanz, der von der Liebe Gottes ausgeht.

Die Luther-Rose ist heute Bestandteil vieler Stadtwappen im Inland wie im Ausland. Im Gemeindewappen von Wain bei Biberach steht die LutherRose zum Beispiel dafür, dass im 17. Jahrhundert dort viele evangelische Glaubensflüchtlinge aus Kärnten und der Steiermark angesiedelt wurden.

Gewinnspiel: Wer die neue Lutherbibel mit dem Emblem der Lutherrose gewinnen will, kann dies auf der neuen Facebook-Seite des Gemeindeblatts tun: Besuchen Sie uns bis 5. November auf facebook.com/ev.gemeindepresse und „liken“ Sie unseren Gewinnspiel-Post – die Gewinner werden auf der Seite bekanntgeben.