Christliche Themen für jede Altersgruppe

„Ohr und Stimme für alle“

SULZ AM NECKAR – Wenn am 2. und 3. Juli die Landessynode tagt, ist auch Thorsten Volz dabei. Der Pfarrer aus Sulz ist Mitglied des Gesprächskreises „Evangelium und Kirche“ und engagiert sich für „Kirche für Alle“. Dieser 26 Mitglieder starke Verein ist in den Dekanaten Sulz und Freudenstadt aktiv. Warum es ihn gibt, erläutert Volz im Gespräch mit Antje Schmitz.

Thorsten Volz (rechts) im Kreuzgang des Klosters Kirchberg. Neben ihm steht Rolf Wörner, der 2012 bis 2019 Synodaler für „Kirche für Alle“ war. Foto: PressebildHerr Volz, es gibt vier Gesprächskreise in der Landessynode. Welchen Zweck erfüllt „Kirche für Alle“?


Thorsten Volz: „Kirche für Alle“ ist kein Gesprächskreis, sondern eine Wahlgemeinschaft, die die Anliegen der Gesprächskreise „Evangelium und Kirche“ und „Offene Kirche“ aufnimmt. Zwei Elemente sind uns in der Arbeit wichtig: einerseits die Unterstützung unserer Synodalen und andererseits setzen wir uns für eine offene und vielfältige Landeskirche vor Ort ein. Das geschieht zum Beispiel durch unsere kulturellen Veranstaltungen, die ein weites Bild von Kirche vermitteln.

Kirche für alle – hat die evangelische Kirche diesen Anspruch nicht generell?

Thorsten Volz: Wir nennen uns bewusst „Kirche für Alle“, weil nach unserem Verständnis zu unserer Landeskirche alle Menschen unabhängig von ihrer Frömmigkeitsprägung, Lebensform, Milieuzugehörigkeit oder der Häufigkeit ihres Kirchenbesuchs dazu gehören. Für sie alle wollen wir Ohr und Stimme sein.

Sie selbst sind auch Mitglied bei „Evangelium und Kirche“. Bekommen Sie Unterstützung von diesem Gesprächskreis?

Thorsten Volz: Ohne die Unterstützer und Mitglieder des Vereins „Kirche für Alle“ im Wahlkampf hätte ich 2019 die Wahl in den großen Kirchenbezirken Freudenstadt und Sulz nicht gewinnen können. Unzählige Kontakte habe ich durch den Verein in den mir damals noch fremden Nachbarkirchenbezirk Freudenstadt knüpfen können. Dann gab es gemeinsame Aktionen auf dem Marktplatz in Freudenstadt oder einen kulinarischen Abend, wo wir die Menschen auf die Wahl aufmerksam gemacht haben. Natürlich wurde auch an vielen Abenden über Inhalte im Wahlkampf und ein Wahlprogramm debattiert. Dabei wurde aber auch immer den Kandidaten die Freiheit gegeben, ihre persönliche Note zu vertreten. Schließlich ist die synodale Wahl eine Persönlichkeits- und keine Parteienwahl. Deshalb kann es uns als Verein auch geben, weil wir die unterschiedlichen Stimmen der unterschiedlichen Personen als die Stimme der Vielfalt vereinen.

Diesen Artikel jetzt im EVG-ePaper lesen

Welche Veranstaltungen oder Aktionen plant „Kirche für Alle“?

Thorsten Volz: Im Moment sind wir in einem intensiven Prozess zur Gestaltung eines eigenen Logos, um öffentlich sichtbar und prägnant zu sein und um unser Profil und unsere Wiedererkennbarkeit zu verbessern. Im Juli ist dann unsere jährliche Mitgliederversammlung, bei der auch Unterstützer willkommen sind und inhaltlich diskutiert wird.

Und kulturell?

Thorsten Volz: Neben der vereinsinternen Arbeit ist es uns wichtig, mit kulturellen Veranstaltungen in der Öffentlichkeit Akzente in unserer Region zu setzen und Menschen als gesellschaftswirksame, einladende und offene Kirche zu begegnen. Im vergangenen Oktober haben wir mitten in der Corona-Pandemie das Musiktheater „Dietrich Bonhoeffer – Der mit dem Lied“ ermöglicht. Wir haben uns dazu bewusst entschieden, als kleiner Verein ins finanzielle Risiko zu gehen, um dennoch in dieser Zeit den Menschen ein kulturelles kirchliches Angebot schaffen zu können. Dabei schauen wir auch mal mit einem schmunzelnden Auge auf uns und unsere Landeskirche. So freuen wir uns schon jetzt auf Kirchenkabarett mit dem Duo „Die Vorletzten“ am 7. Oktober.

www.kirchefueralle.com