Christliche Themen für jede Altersgruppe

Der Blutmond


Der Blutmond und die Mondfinsternis (Foto: pixabay)

Die Entstehung von Mondfinsternissen und der 18-Jahres-Zyklus

Eine Mondfinsternis kann nur bei Vollmond auftreten. Dabei steht die Erde in der Linie zwischen Sonne und Mond. Anders als bei Sonnenfinsternissen, die nur in einem begrenzten Streifen auf der Erdoberfläche beobachtet werden können, kann der Verlauf einer Mondfinsternis von allen Orten der Nachtseite der Erde aus verfolgt werden.

Eine totale Mondfinsternis wird durch die Filterungs- und Brechungseffekte des Sonnenlichts in der Erdatmosphäre zu einem interessanten und schönen Naturschauspiel. Hätte die Erde keine Lufthülle, so wäre der Erdschatten auf der Mondoberfläche völlig schwarz. So aber werden Lichtstrahlen, die die Erdkugel gerade knapp streifen, durch die Erdatmosphäre geführt und dabei in den dunklen Kernschattenbereich hineingelenkt. Der Kernschatten sollte theoretisch knapp 1,4 Millionen Kilometer in den Raum reichen, tatsächlich reicht er aber wegen der starken Streuung durch die Erdatmosphäre nur etwa 250 000 Kilometer weit. Auf dem Weg durch die Erdatmosphäre bleiben dabei nur der Rot und Gelbanteil des Sonnenlichts übrig. Dank der Erdatmosphäre können so totale Mondfinsternisse eine Farbpalette von Dunkelbraun und Rot bis zu Orange und Gelb bieten. Bei einer totalen Finsternis erscheint der Mond als dunkle rot-braune Scheibe; daher auch die Bezeichnung »Blutmond«.

Die exakte Farbe einer Finsternis wird wesentlich durch den Wolken- und Staubgehalt der irdischen Lufthülle bestimmt. Nach Vulkanausbrüchen erscheinen Finsternisse dunkel. Während der Mondfinsternis vom Dezember 1992 wurde der Mond durch Staubmassen des Vulkans Pinatubo fast unsichtbar.

Vom Mond aus gesehen ist eine Mondfinsternis eine Sonnenfinsternis. Dabei verschwindet die Sonne hinter der schwarzen Erde. Bei einer totalen Mondfinsternis herrscht auf der ganzen Mondvorderseite totale Sonnenfinsternis. Auf dem Mond kann keine ringförmige Sonnenfinsternis beobachtet werden, da der scheinbare Durchmesser der Erde im Vergleich zu dem der Sonne viel größer ist. Lediglich wird der Rand der schwarzen Erdscheibe zu einem kupferrot schimmernden Ring, der durch die beschriebene Lichtstreuung in der Erdatmosphäre entsteht und dem Mond auf der Erde seine Farbe verleiht.

Mondfinsternisse im 21. Jahrhundert:

27. Juli 2018, Dauer: 1 h 43 m

26. Juni 2029, Dauer: 1 h 42 m

7. Juli 2047, Dauer: 1 h 40 m

17. Juni 2076, Dauer: 1 h 41 m

28. Juni 2094, Dauer: 1 h 41 m

Bereits die Chaldä er wussten um etwa 1000 v. Chr., dass Mondfinsternisse in einem Zyklus von 18 Jahren und 11 Tagen wiederkehren. Der Philosoph Thales von Milet hatte diese sogenannte Sarosperiode bei einer Orientreise kennengelernt. Er nutzte sein Wissen 18 Jahre später am 28. Mai 585 v. Chr. für eine Finsternisprognose. Dadurch wurde eine Schlacht zwischen Lydern und Medern abgebrochen. Der Krieg war zu Ende.

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THEMA Heft der Mond

  • Licht der Nacht - Der Mond als Projektionsfläche und verehrte Gottheit.
  • Keplers Mondtraum - Johannes Kepler schrieb den ersten Mond-Science-Fiction.Eine gute Anekdote schlägt jede Statistik
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  • Mondholz - Welchen Einfluss der Mond auf die Bäume hat.
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