Christliche Themen für jede Altersgruppe

Sehnsucht-Suche

Die Evangelische Kirche in Deutschland gibt Jahr für Jahr ein Thema für die Männerarbeit vor. In diesem Jahr lautet es: »Und ob ich schon wanderte ... (Psalm 23, 4) – sich von seiner Sehnsucht finden lassen«. Über Männer und ihre Sehnsucht sprach Karin Ilgenfritz mit Männerpfarrer Martin Treichel.


(Foto: marqs-fotolia)

Was verbinden Sie mit dem Thema »Sehnsucht«?

Treichel: Die Sehnsüchte der Männer gibt es nicht. Sehnsucht ist ein individuelles Thema, und so vielfältig wie die Männer sind, sind auch ihre Sehnsüchte. Dennoch fallen mir da ein paar Dinge ein: drei
Paare, die Polaritäten – also Gegensätze, Spannungen – deutlich machen.

Nämlich?

Treichel: Erstens: Einerseits die Sehnsucht nach Grenzerfahrungen. Andererseits die nach Angenommensein. Ich glaube, viele Männer suchen Grenzerfahrungen wie schnell Auto fahren, über Berge laufen oder Gleitschirm fliegen. Sie wollen an ihre Grenzen gehen, sich etwas beweisen und sich mit anderen messen.

Kennen Sie das aus eigener Erfahrung?

Treichel: Ja. Ich habe letzten Sommer an einem 270-Kilometer-Lauf über die Alpen teilgenommen. Täglich rund 35 Kilometer mit etwa 2000 Höhenmetern. Das war eine tolle Erfahrung.

Was steckt hinter dieser Sehnsucht nach Grenzerfahrungen?

Treichel: Es hat etwas damit zu tun, dass man aus dem normalen Leben ausbrechen will. Sich selbst spüren und wissen: Was ist mir möglich? Es geht wohl auch darum, sich Anerkennung zu holen, manchmal die Leistungen auch ein bisschen in ein Schaufenster zu stellen. Für mich war es für meine eigene Zufriedenheit wichwichtig. Ich wollte vor allem mir selbst etwas beweisen.

Wie äußert sich das?

Treichel: Das hat seinen Ort häufig in der Partnerschaft oder im Kontakt mit anderen, sehr vertrauten Personen. In der Partnerschaft äußert sich das unter anderem im Wunsch nach körperlicher Nähe, da
auch mal Passivität zuzulassen. Allerdings ist Gelassenheit im Bereich der Sexualität schon eine hohe Kunst.

Aber die Sehnsucht nach Nähe betrifft nicht nur die Partnerin?

Treichel: Nein. Ich glaube Männer haben – oder viele hätten gerne – auch einen engen Freund. Das ist das zweite Polaritätspaar: Sehnsucht nach Freundschaft, aber auch nach Eigenständigkeit und Selbstbestimmung.

Warum fehlt den meisten Männern ein enger Freund?

Treichel: Lange Zeit kamen zwei Männer, die sich gut verstehen, in den »Verdacht «, sie könnten homosexuell sein. Ich glaube, die Angst vor diesem Vorurteil steckt in vielen Köpfen noch drin. Aber mein Eindruck ist, dass sich immer mehr Männer nicht nur nach einer Freundschaft sehnen, sondern sie auch suchen und gestalten.

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