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Alles unter einem Dach - ETW Vorstandsvorsitzende Cordula Waldeck

Gastronomie und Hotellerie der landeskirchlichen Tagungshäuser in Württemberg stehen ab sofort unter einer gemeinsamen Leitung. Vorstandsvorsitzende ist Cordula Waldeck, eine Frau, die sowohl das Gastgewerbe als auch die Kirche kennt.

Hochzeit. Feier. Gedeckter Tisch. Foto: Photosforyou, pixabayFoto: Photosforyou, pixabay

Cordula Waldeck (56) weiß, worauf es ankommt. Als junge Frau stand sie an der Rezeption, hat die hohen Qualitätsansprüche der Grand-Hotellerie kennengelernt. Sie fand Gefallen an der Branche, biss sich durch: Mit 27 war sie die jüngste Hoteldirektorin in Deutschland.

Was ihr vor allem liegt, ist die Ketten-Hotellerie: Das Wirtschaften in Häusern, die gemeinsame Standards haben, ein einheitliches Buchungssystem, einen zentralen Einkauf. Sie ging auf Wanderschaft, in Deutschland und in der Welt, wusste bald, was im Alltag funktioniert und was nicht. Eine Praktikerin, das ist sie durch und durch. Eine, die sagt, was sie denkt, die nicht um den heißen Brei herumredet. Die Veränderungen auch mal gegen Widerstände durchsetzt.

Seit 1. Juli ist sie nun die neue Vorstandsvorsitzende der Evangelischen Tagungshäuser in Württemberg, abgekürzt ETW. ETW ist eine Dachmarke, die es bisher überhaupt nicht gab. Dahinter steckt die Idee, die Versorgungseinrichtungen der kirchlichen Tagungsstätten zusammenzuführen.

Ziemlich große Umstellung

Dabei geht es um den Übernachtungs- und Restaurantbetrieb. Das hat bisher jedes der vier Häuser für sich gemacht. Es gab eine Gesamtleitung und eine eigene Hauswirtschaft, die dem unterstand. Nun werden die Bereiche getrennt und neu aufgestellt. Die inhaltliche und geistliche Seite bleibt Sache des jeweiligen Hauses, der Rest wird unter einheitlicher Leitung von Cordula Waldeck zentral geführt.

Bringt einschlägige Erfahrungen aus der Hotellerie mit: Cordula Waldeck von den Evangelischen Tagungsstätten. Foto: Andreas SteidelBringt einschlägige Erfahrungen aus der Hotellerie mit: Cordula Waldeck von den Evangelischen Tagungsstätten. Foto: Andreas Steidel

Das ist keine leichte Aufgabe und erfordert ein Umdenken. Das Glück für Cordula Waldeck ist, dass sie nicht nur das Gastgewerbe kennt, sondern auch die Kirche. Die vergangenen zehn Jahre hat sie das Internationale Evangelische Tagungszentrum auf dem Heiligen Berg in Wuppertal geleitet. Gleichzeitig hat sie erlebt, wie kirchliche Tagungshäuser geschlossen wurden, weil sie nicht konkurrenzfähig waren.

„Schließen ist keine Lösung“, sagt sie. Die Hotellerie ist nur bedingt geeignet als Ausweichquartier für kirchliche Tagungsgäste. Letztlich spricht aus ihr auch die Überzeugung einer Frau, die mit einer engen Kirchenbindung aufgewachsen ist: „Meine Eltern waren sehr evangelisch und ich bin es auch.“

Der Umzug nach Württemberg war ein großer Schritt. Die Veränderungen, die anstehen, sind es auch. Was ihr gut gefällt: Alle vier Tagungshäuser haben ihren eigenen Charakter. Der spirituelle Geist von Bad Urach, die große Bildungsreputation von Bad Boll, die städtische Prägung des Hauses Birkach, die Weitläufigkeit des Bernhäuser Forstes.

Diese gilt es nun, im Bereich der Gästeversorgung zusammenzuführen. Mit einem einheitlichen Buchungssystem, vergleichbaren wirtschaftlichen Standards, modernen Angeboten sowie gemeinsamen Netzwerken. „Das alles ist eine Herausforderung, auch für die Teams“, sagt Cordula Waldeck.

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