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Künftig will und muss die Kirche sparen - 16. Landessynode

Herbsttagung der 16. Landessynode ‒ Haushalt für 2021 beschlossen

Synode in Corona-Zeiten: Einige Synodale saßen im Hospitalhof (Bild), die anderen schalteten sich digital zu.Foto: elk-wue.de/ Wenke BöhmSynode in Corona-Zeiten: Einige Synodale saßen im Hospitalhof (Bild), die anderen schalteten sich digital zu.Foto: elk-wue.de/ Wenke Böhm

Herbsttagung der 16. Landessynode

Die Landeskirche wird im kommenden Jahr für ihre Arbeit 727 Millionen Euro ausgeben. So steht es im Haushaltsplan, den die Landessynode beschlossen hat. Oberkirchenrat Martin Kastrup, Finanzdezernent der Landeskirche, wies darauf hin, dass die Corona-Pandemie die Kirchensteuer im laufenden Jahr um rund zehn Prozent habe einbrechen lassen. Der Haushalt müsse deshalb mit rund 100 Millionen aus den Rücklagen ausgeglichen werden. 95 Prozent des Etats seien für Standardaufgaben der Landeskirche vorgesehen, nur fünf Prozent seien Sondermittel.

Kastrup forderte eine Strategie, auf welche Ziele man sich in den kommenden zehn Jahren hinbewegen wolle. Auch der Vorsitzende des synodalen Finanzausschusses, Tobias Geiger (Lebendige Gemeinde), warb dafür, sich zügig darüber zu verständigen, welche kirchlichen Aufgaben künftig vorrangig und welche nachrangig sein sollen. Weitgehende Schritte könnten sein, dass diakonische Arbeit eher exemplarisch als flächendeckend geleistet werde oder dass junge Pfarrer nicht mehr ins Beamtenverhältnis übernommen werden. Selbst eine Fusion mit der Landeskirche in Baden hält Geiger langfristig nicht für ausgeschlossen.

Probleme hat allen Beteiligten die Umstellung des Haushalts von der Kameralistik auf das sogenannte Doppik-System bereitet. Laut Geiger sei es weder in seinem noch in anderen Ausschüssen möglich gewesen, den neuen Haushaltsplan mit dem vorhergehenden zu vergleichen. Um mögliche Fehler oder versäumte Mittelanmeldungen finanziell ausgleichen zu können, seien im Plan für 2021 zehn Millionen Euro als Deckungsreserve vorgehalten.

Dekan Eckart Schultz-Berg warnte in seinem Votum für den Gesprächskreis Offene Kirche vor aufgeregten Panikmaßnahmen als Reaktion auf zurückgehende Kirchensteuereinnahmen. Es brauche weiterhin eine „gesellschaftlich wirksame Kirche“, die sich nicht um sich selbst drehe. Christian Nathan (Lebendige Gemeinde) forderte Generationengerechtigkeit bei der Finanzplanung und sprach sich dafür aus, künftig stärker die gelebte Glaubensgemeinschaft in den Gemeinden zu fördern. Schuldekan Harry Jungbauer (Evangelium und Kirche) plädierte ebenfalls dafür, sich schnell auf klare Schwerpunkte künftiger kirchlicher Arbeit zu einigen.

Götz Kanzleiter (Kirche für morgen) vermisste eine Strategie gegen den Mitgliederschwund. Künftig solle die Kirche mehr Ressourcen zum Experimentieren bereitstellen. Er fragte: „Wie gelingt es, das Evangelium so zu verkünden, dass wir auch wahrgenommen werden?“

epd/ans

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