Christliche Themen für jede Altersgruppe

Und das habt zum Zeichen … - Impuls zur Predigt

Jesaja 7,14 Darum wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie nennen Immanuel.

 

Und das habt zum Zeichen …

Impuls zum Predigttext für den 2. Christfesttag: Jesaja 7,10-14.

Von Kerstin Vogel-Hinrichs

Kerstin Vogel-Hinrichs ist Dekanin in Stuttgart- Degerloch. Foto: Ludmilla Parsyak

Ein geschmückter Tannenbaum – ein klares Zeichen überall auf der Welt. Es ist Weihnachten.

Zeichen leiten uns in unserem Leben. Ein Herz erzählt von Liebe. Eine rote Ampel sagt „Stop“. Ein Schild mit Masken zeigt: Hier geht’s ohne nicht rein. Zeichen helfen in unklaren Situationen. Wir leben in Zeiten großer Verunsicherung.

Kerstin Vogel-Hinrichs ist Dekanin in Stuttgart- Degerloch.  Foto: Ludmilla ParsyakIn den unruhigen Zeiten unter der römischen Besatzung hörten Hirten auf einem Feld bei Bethlehem die Engelsworte: „Euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.“ Das überaus Erstaunliche an dieser Geschichte ist, was die Hirten nicht sagten oder taten. Sie sagten nicht: „Ein Kind? Was für ein Kind? Meine Güte, ein Kind wird doch jeden Tag geboren. Das ist doch nichts Besonderes. Der Heiland – das glauben wir nicht.“ Sie zuckten nicht mit den Achseln und blieben nicht bei ihren Herden. Sondern sie gingen los, eilend, so steht es geschrieben. Sie sahen und staunten. Und sie trugen die Nachricht von diesem Kind in der Krippe weiter, in alle Welt, bis hin zu uns.

Vielleicht reagierten sie so prompt, weil etwas in ihnen anklang. Vielleicht erinnerten sie sich an die Worte, die vor langer Zeit der Prophet Jesaja gesprochen hatte: „Darum wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie nennen Immanuel.“

Über Hunderte von Jahren wurde diese Hoffnung weitergetragen. Was für eine Kraft muss darin gesteckt haben, dass Menschen sie weitererzählten und sich damit in schwierigen Zeiten trösteten: Es wird nicht so bleiben. Eines Tages wird einer kommen, in Gottes Namen, der neue Hoffnung unter die Menschen bringt. Mit ihm werden sie spüren: Gott ist mit uns – denn das bedeutet der Name Immanuel. Er wird der Garant dafür sein. Daran halten wir uns. Darauf hoffen wir.

Diese Worte des Jesaja werden im Matthäusevangelium zitiert. So gelangten sie in die Geschichte von Jesu Geburt. Sie wurden als Erfüllung der Prophezeiung gedeutet. Bei der Übersetzung aus dem Hebräischen ins Griechische wurde aus der „jungen Frau“ eine „Jungfrau“, um das Besondere dieser Geburt und die göttliche Herkunft des Kindes zu unterstreichen. Die Ankündigung von Immanuel wurde auf Jesus von Nazareth übertragen. Jetzt ist es so weit. Gott löst sein Versprechen ein. Das Kind ist da.

Gott ist mit uns

Die Hirten standen staunend vor der Krippe. Sie sahen auf Mutter und Kind und spürten, hier geschieht etwas ganz Großes. Sonst hätten sie es nicht weitererzählt. Die Mutter mit dem Kind wurde zum Hoffnungszeichen für unglaublich viele Menschen, so anrührend in seiner Normalität, so tröstend, weil es weit über diese Welt hinausreicht.

Seither ist das Kind in der Krippe auch für uns das Zeichen: Gott ist mit uns. Er kommt zu uns, in einem Kind, in einem kleinen, hilflosen, bedürftigen Kind. Er beginnt in dieser Welt genauso wie wir Menschenkinder. Und dann geht er unseren ganzen Lebensweg mit uns, jeden Tag, in alle Höhen und Tiefen, selbst in den Tod.

An jedem Christfest setzt er dieses Zeichen neu und gibt uns damit Halt und Orientierung auch in diesen unruhigen und ungewissen Zeiten. Er kommt jedes Jahr neu bei uns zur Welt, um uns zu sagen: Ich bin für dich da. Du gehst nicht allein. Es gibt einen Ort für deine Sorgen und eine Hand, die dich hält. Ich bin an deiner Seite. □

Krippe. Weihnachten. Foto: Gerd Altmann, pixabayKrippe. Weihnachten. Foto: Gerd Altmann, pixabay

Gebet

Gott, wenn wir auf dein Zeichen schauen, auf das Kind in der Krippe, dann lass uns deine Nähe spüren.

Schenke uns Gelassenheit und Zuversicht, die uns durch die kommenden Wochen trägt.

Gib uns den Glauben, dass du uns für uns da bist und die Kraft gibst, die wir brauchen.