Christliche Themen für jede Altersgruppe

Eine Wiese kann Kanzel sein

BALINGEN – Ein Jahr lang hat Olaf Hofmann mit seiner Familie in der kanadischen Wildnis gelebt. Seine Verbundenheit zur Natur ist dadurch noch stärker geworden. Jetzt ist der Diakon Referent für Freizeit und Tourismus und hat viele Pläne für den Kirchenbezirk Balingen.

Olfa Hofmann und sein Hund Aruna sind oft und gerne draußen. (Foto: Wolfgang Albers)
Olfa Hofmann und sein Hund Aruna sind oft und gerne draußen. (Foto: Wolfgang Albers)

Das Häuschen mit den Holzinnenwänden steht über dem Hang von Tieringen wie Henry David Thoreaus Hütte am Walden-See. Und tatsächlich findet sich ein Zitat dieses Vordenkers einer radikalen Hingabe an die Natur an der Wand: „Tun zu können, was man gerne tut, bedeutet Freiheit. Das gern zu tun, was man tut, bedeutet Glück.“ Denn der Mann, der momentan in dem Häuschen im Feriendorf Tieringen wohnt und das Zitat dahin gepinnt hat, findet seine Erfüllung ebenso  sehr in der Natur. Und das gibt er auch weiter – und zwar im Auftrag der Landeskirche: Der 54-jährige Diakon Olaf Hofmann ist für die nächsten drei Jahre als Landesreferent für Freizeit und Tourismus im Amt für Missionarische Dienste bestellt und arbeitet zudem im Kirchenbezirk Balingen.

Im Erzgebirge ist Olaf Hofmann seine ersten sieben Jahre aufgewachsen. Im Dorf und im Wald, beim Indianerspielen mit seinen Freunden. Als die Familie nach Chemnitz zog, weinte der kleine Olaf. Draußen zu sein war da schon Teil seines Lebens geworden.

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Und blieb es auch in Jahren, die viel Neues brachten: Der Wechsel in den Westen, das Diakoniestudium auf der Karlshöhe, Arbeit in der evangelischen Kinder- und Jugendarbeit in Stuttgart. Und nicht zuletzt: Das Familienleben mit Frau und drei Kindern im Sillenbucher Heim.

Da nahten die Lebensjahre ab 50 – und Olaf und Beate Hofmann, Landesreferentin in der evangelischen Jugendarbeit, kündigten ihre unkündbaren Jobs, verkauften das Haus, nahmen die jüngste Tochter mit und flogen nach Kanada: für ein Jahr Auszeit im Blockhaus am See, für Männerromantik wie den Solomarsch in die winterliche Wildnis, für Mitsingen in Cowboy-Gottesdiensten im Wohnzimmer, für Begegnungen mit Menschen und Bären, für intensive Gespräche über das Leben, für Landschaften ohne Straßen und Strommasten, für … ach, für halt so viele Dinge, für die im durchgetakteten deutschen Alltag weder Zeit noch Raum bleiben. „Auch wir standen unter Leistungsdruck und Stress und haben gespürt, dass das bis zur Rente nicht so durchzuhalten ist“, haben die Hofmanns gemerkt. „Wir wollten mehr Zeit investieren in Dinge, die uns Freude bereiten und die als Rentner vielleicht nicht mehr so ohne weiteres möglich sind.“

Wer Olaf Hofmann über die Zeit in Kanada reden hört, spürt, wie sehr dieses Erlebnis dem Leben der Hofmanns noch einmal eine neue Richtung gegeben hat: „Wir schauen auf das, was gesund hält – und vieles davon hängt mit Natur zusammen.“ Beide publizieren Aufsätze und Bücher, die programmatische Titel haben wie „Leben mit tausend Sternen“ oder „Einfach raus!“. Beate Hofmann ist außerdem Dozentin an der Evangelischen Hochschule im sächsischen Moritzburg, beide halten auch vielfach Vorträge.

Jetzt kann Olaf Hofmann seine Überzeugungen auch wieder im Kirchendienst weitergeben: „Ich will die Natur, den Wald, die Wiese, den Bach, die Schöpfung als eine selbstsprechende Kanzel zugänglich machen.“Noch stimmt er, der seinen Dienstsitz in Balingen haben wird, sich mit möglichen Partnern ab. Aber die ersten Projekte stehen bereits wie eine Nacht am Feuer über dem Tieringer Feriendorf oder einer Wanderung auf dem Felsquellweg, auf der spirituelle Pausen neue Perspektiven bieten sollen. Dazu werden Vorträge im Tieringer Feriendorf kommen, auch besondere Gottesdienste und Pilgerreisen. Und sicher noch vieles andere. Hauptsache in engem Kontakt zur Natur: „Dort bekommt man eher existentielle Gedanken."

Mehr Infos zu Vorträgen von Olfa Hofmann:Diakon Olaf Hofmann hat einen geteilten Dienstauftrag: Er arbeitet jeweils hälftig für den Kirchenbezirk Balingen und für den Fachbereich Freizeit und Tourismus im Amt für Missionarische Dienste der Landeskirche. Er kommt auch zu Vorträgen oder Männervespern in Gemeinden.

Zu erreichen ist er über Telefon 0151-51137690, E-Mail: olaf.hofmann@elk-wue.de.