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Ein See für die Seele - Badesee in Unterginsbach

UNTERGINSBACH (Dekanat Künzelsau) – Klein und fein ist der Badesee in Unterginsbach. Der Stadtteil von Krautheim, der Heimat des Götz von Berlichingen, beschert eine von über 13 Bademöglichkeiten im Hohenlohekreis. Der See, der sich ins idyllische Tal des Märzenbachs schmiegt, ist nicht nur an heißen Sommertagen ideal für eine Auszeit.

Den Badesee bei Künzelsau gibt es erst seit 1976. Er wurde in der Flurbereinigung angelegt. Foto: Claudia Burkert-AnkenbrandDen Badesee gibt es erst seit 1976. Er wurde in der Flurbereinigung angelegt. Foto: Claudia Burkert-Ankenbrand

Der Sommer liegt über Hohenlohe. Azurblau spannt sich der Himmel über das Jagsttal. Sonne pur und kein Wölkchen machen Lust auf Baden. Renate Spaeth ist eine leidenschaftliche Schwimmerin. Die Apothekerin aus Bad Mergentheim entdeckte den Badesee im Märzenbachtal vor vielen Jahren durch Zufall.

Seit jener zufälligen Begegnung gibt es für die Apothekerin in Punkto Schwimmen nichts Schöneres, als ins kühle Seewasser von Unterginsbach einzutauchen.

„Reine Trinkwasserqualität”, bescheinigt Renate Spaeth dem smaragdgrünen Seewasser. Denn Quellen, die früher die Ortschaft mit Trinkwasser versorgten, speisen den See. „Das Wasser ist tadellos”, versichert sie. Wie richtig sie mit ihrer Einschätzung liegt, kann nachgelesen werden: Im vergangenen Jahr wurde zuletzt die Wasserqualität der Badestelle Unterginsbach, Badesee geprüft und für den aktuellen Report an die europäische Umweltagentur übermittelt.

Kein Kiosk oder Grillplatz

Die Wasserqualität ist sehr gut und zum Baden geeignet, heißt es darin. Die Wasserqualität ist laut EU-Einstufung fünf Jahre in Folge mit der Bestnote „ausgezeichnet” klassifiziert worden. Und der See sei eine „Top Badestelle”.

Nicht nur deswegen zieht es das Ehepaar Mittnacht aus Bad Mergentheim fast jeden Sonntagnachmittag an den See in Unterginsbach. „Wir haben den See beim Wandern entdeckt”, erzählt Klaus Mittnacht, der es sich auf einem Bänkchen am Seeufer bequem gemacht hat. Seine Frau Beate zieht schon ihre Bahnen im erfrischenden Wasser.

Nach dem Schwimmen ist für die beiden Entspannen angesagt. Sie liegen im Gras und genießen die Ruhe und die Natur, die den See umgibt. Mehr gibt’s dort nämlich nicht. Und darüber sind nicht nur die Badegäste aus Bad Mergentheim absolut nicht unglücklich. Einen Kiosk, Gastronomie oder einen Grillplatz sucht man vergebens. Auch Hunde sind nicht erlaubt. Und nur eine geringe Anzahl von Parkmöglichkeiten stehen entlang des Zufahrtsweges zur Verfügung. Das ruhige Fleckchen im Märzenbachtal empfinden die Mittnachts als großen Schatz.

Die Natur tut ihr Übriges dazu. Der See ist zwischen Wald und Wiesen eingebettet. Die vielfältige Flora am Seeufer sucht ihresgleichen. Die Ufer- und Wasserpflanzen tragen ihren Anteil zum Ökosystem des Sees bei. Sie bieten Fischen, Amphibien und Insekten Schutz und sorgen für munteres Treiben im und am See. Sogar eine Entenfamilie hat sich eingenistet. Purpurner Wasserdost, Perlfarn, Wiesenraute, Wasserminze, Blutweiderich und Schilfrohr sind für unzählige Schmetterlinge ein Paradies. Libellen segeln über das Wasser. Ab und an schnellt ein Karpfen aus dem Wasser, um gleich darauf mit einem Platsch ins Nass zurückzukehren.

Die Fischereigemeinschaft Unterginsbach kümmert sich um die Wasserbewohner. Und ihr besonderes Augenmerk gehört den Seerosen. Ein Teil des Sees ist das Refugium für die Königin der Teiche. Sie streckt ihre filigranen, zartrosafarbenen Blütenblätter der Sonne entgegen. Wer sich vom Ufer des Sees aus von den wunderschönen Zierpflanzen verzaubern lässt, wird an den Seerosenteich des französischen Malers Claude Monet erinnert. Die Seerosen beeindruckten den Maler so sehr, dass er ihnen mit „Les Nymphéas” eine ganze Bilderserie widmete und sie auf mehr als 200 Ölgemälden verewigte.

Seerose. Foto: Claudia Burkert-Ankenbrand„Früher gab es hier keine Seerosen”, erzählt Silvana Reuter. Sie ist aus Unterginsbach und hat im See schwimmen gelernt. Und ist täglich am Badesee. Zu dessen Stammgästen gehört auch Stefanie Grübel. „Wir sind jeden Tag hier”, erzählt die Oberginsbacherin und schaut zu ihrem Sohn Florian.

Der Zwölfjährige und die anderen Kinder, die sich im Nichtschwimmerbereich tummeln, haben ihren Spaß. Sie stechen mit einem kleinen Schlauchboot in See und schwimmen um die Wette. Zwei Jungs üben Handstand im Wasser. Einige Kinder spritzen sich gegenseitig nass und quietschen vergnügt. Eine Familie hat einen kleinen Campingtisch und Klappstühle an einem schattigen Plätzchen aufgestellt. Sie sitzen in geselliger Runde – und genießen den Nachmittag bei Kaffee und Kuchen.

Fotos: Claudia Burkert-Ankenbrand

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