Christliche Themen für jede Altersgruppe

Helfen in allen Lebenslagen - Hospizdienst

SCHWAIGERN (Dekanat Brackenheim) – Katrin Mönig übernimmt zum neuen Jahr die Koordination des Hospizdienstes Leintal. Damit geht ein Herzenswunsch für sie in Erfüllung. Als gelernter Holzbildhauerin war ihr dieser Weg nicht vorgezeichnet.

Katrin Mönig freut sich „total auf den Neuanfang“. Foto: Astrid LinkKatrin Mönig freut sich „total auf den Neuanfang“. Foto: Astrid Link

Oft sind es die Zufälle, die im Leben für Veränderungen sorgen. Davon könnte Katrin Mönig ein Lied singen, wenn sie ihren Lebenslauf in einem Musikstück verpacken wollte.

Geboren wurde die 54-Jährige im heutigen Bad Schlema, seit 2019 ein Teil der fusionierten Stadt Aue-Bad Schlema, einem Kurbad im sächsischen Erzgebirge. Das Erzgebirge ist für seine Tradition der handwerklichen Holzbearbeitung über die Landesgrenzen hinaus bekannt.

Auch für Katrin Mönig war und ist der Umgang mit Holz eine Passion. Nach der Realschule erlernte sie den Beruf der Holzbildhauerin und wurde zur Expertin im künstlerischen Bearbeiten von Holz. Hobel, Kettensäge, Raspel und Feile gehören bis heute zu ihrem Handwerkszeug. Damit gestaltet sie neue Figuren oder restauriert Stücke, allerdings nur noch als Hobby.

Nebenberuflich war sie 25 Jahre lang Dozentin im Fach Holzschnitzen an der Volkshochschule in Bruchsal. Das erzählt die Mutter zweier erwachsener Töchter. Sie folgte Ende März 1990 ihrem Bruder in den Raum Karlsruhe. Er gehörte zu den Flüchtlingen, die am 4. und 5. Oktober 1989 mit den letzten acht Zügen von Prag in die Bundesrepublik ausreisen konnten.

„In Ubstadt-Weiher konnten wir uns eine neue Zukunft aufbauen, sowohl privat als auch beruflich“, erinnert sich Katrin Mönig. Sie war damals 23 Jahre alt und interessierte sich bereits für das Thema Hospiz. Aber die Zeit für eine Neuorientierung sollte erst später kommen. Die Familie, das Fußfassen und Ankommen in einer neuen Umgebung hatten Vorrang. 2002 war es dann soweit, und bis 2005 erfolgte die Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin im Psychiatrischen Zentrum Nordbaden in Wiesloch. „Die Berufswahl gründet sich auf meinem großen Interesse an der Medizin und dem Wunsch, ein Fundament zu schaffen, um Menschen sowohl präventiv als auch kurativ und palliativ zur Seite zu stehen. Ich möchte den Menschen unterstützen und ihm in all seinen Facetten und Lebenslagen helfen“, erklärt Katrin Mönig ihren beruflichen Wechsel.

Nach der Ausbildung sammelte sie zehn Jahre lang die vielfältigsten Erfahrungen auf der Intensivstation und im Operationssaal im Krankenhaus Bruchsal. Eine Zeit, die sie prägte und den Wunsch, den letzten Weg eines Menschen so angenehm wie möglich zu gestalten, noch verstärkte. „Die letzten Lebensmomente sollten mit möglichst viel Wärme und Zugewandtheit begleitet werden“, sagt sie.

Großes Interesse an Medizin

Diese Einstellung vertiefte sich nochmal in ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit als leitende OP-Schwester in einer Heidelberger Privatklinik für Männergesundheit. Als ihre Freundin aus Leingarten, einer Nachbarstadt Schwaigerns, ihr 2019 von der Hospizbegleiter-Schulung des ökumenischen Hospizdienstes Leintal erzählte, meldete sie sich an. Sie absolvierte das mehrwöchige Seminar mit Praxistagen, das sich an alle Menschen richtet, die sich für die Hospizarbeit interessieren und zur Hospizhelfer-Tätigkeit qualifiziert.

„Das hat mich nicht mehr losgelassen. Im Frühjahr 2021 habe ich beim Hospizdienst angerufen und nach einer festen Mitarbeit gefragt“, berichtet Katrin Mönig. Die zuständige Koordinatorin hatte gerade ihre Stellenausschreibung in der Hand, weil sie sich nach knapp 13 Jahren beruflich verändern wollte, und empfahl Katrin Mönig, sie solle sich doch einfach auf die Stelle bewerben. Gesagt, getan. Sie überzeugte alle Beteiligten. Nun wird sie geschult und eingearbeitet.

„Ich freue mich total auf diesen Neuanfang und hoffe, dass ich das leisten kann, was von mir erwartet wird und was ich mir wünsche“, sagt Katrin Mönig. Ab 1. Januar wird sie die offizielle Ansprechpartnerin im Hospizdienst Leintal sein.

Und das in einer Zeit, die mit großen Herausforderungen verbunden ist, denn der Hospizdienst finanziert sich aus Spenden, die auch durch öffentliche Veranstaltungen hereinkommen. Die fallen aber aufgrund der aktuellen Lage aus und bringen den christlichen Dienst am Menschen in finanzielle Not. Für Katrin Mönig und ihr Team eine große Herausforderung.

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