Christliche Themen für jede Altersgruppe

Höhenflug in Blau und Rot

SCHWÄBISCH GMÜND – Wie ist ein erfülltes und befreites Leben möglich? Impulse zu solchen Fragen möchte der Lebensweg im Taubental geben. Entstanden ist der Meditationsweg in ökumenischer ­Gemeinschaftsarbeit zur Landesgartenschau vor zwei Jahren. Sieben Stationen mit Skulpturen von ­Martin Burchard regen den Spaziergänger zum Nachdenken an.  Von Franciska Bohl


Stationen eines meditativen Lebensweges: die bunten Türen im Wald, das Auf und Ab, die großen Bögen und das Kreuz der Sitzgruppe. (Foto: Hostrup Fotografie)
 

Es riecht nach feuchtem Laub, die Vögel zwitschern friedlich. Das frische Grün des Waldes lässt die Umgebung in einem zarten Licht erscheinen. Ganz unvermittelt werden Spaziergänger mit knallbunten Farbakzenten konfrontiert: Sechs Türen stehen da auf weißem Kies, weit geöffnet, sie strahlen in Gelb, Blau, Grün, Orange, Rot und Violett. Wer durch sie hindurchtritt und sich noch einmal umdreht, erblickt auf ihrer Rückseite die Schlagworte: Gelassenheit, Genügsamkeit, Zufriedenheit, Achtsamkeit, Großzügigkeit, Heiterkeit.

„Jede Tür ist Symbol für eine innere Haltung, die die persönliche Lebensqualität erhöhen kann.“ So beschreibt Martin Scheuermann diese fünfte Station, die mit dem Titel „Erfülltes Leben“ überschrieben ist. Der Geschäftsführer der Apis auf dem Schönblick bietet regelmäßig Führungen auf dem Lebensweg im Taubentalwald an. Das Angebot, sagt der Direktor des Christlichen Gästezentrums Württemberg, wende sich bewusst an ein säkulares Publikum und beschäftige sich „mit sieben wesentlichen Themen des Lebens“.

Entstanden ist der Lebensweg zur Landesgartenschau 2014; erarbeitet von einer ökumenischen Arbeitsgruppe, die unter anderem aus Theologen, Pädagogen, Literaturwissenschaftlern und Historikern besteht. Die Skulpturen hat der Künstler Martin Burchard geschaffen. Neben den Installationen stehen Tafeln, die den Betrachter über Hintergründe und Gedanken zu der jeweiligen Skulptur informieren. Dazu gibt es ein passendes Bibel-, ein Theologen- oder Philosophen-Zitat und eine Stelle aus der Weltliteratur.

Der Meditationsweg kann sowohl von oben, dem Freizeitpark Himmelsgarten aus, als auch von unten her, vom Ausgangspunkt der Felsenkirche St. Salvator aus, begangen werden. Nach jeweils drei verschiedenen Stationen folgt mitten im Wald die Station „Ewiges Leben“. Allen Stationen gemeinsam ist, dass sie „erlebbar“ sind, wie Martin Scheuermann es beschreibt. Sie laden ein, selbst aktiv zu werden.

Wer sich etwa an der dritten Station zum Thema „Gereiftes Leben“ auf den Holzsteg begibt, kann die  Höhen und Tiefen des Lebens am eigenen Leib nachempfinden: Mühsam führen die Schritte nach oben, dafür verleiht der Schwung des „Höhenfluges“ Kraft für den Weg nach unten. Das Fazit dazu: „Ein gereifter Mensch kann mit einer gewissen Gelassenheit das Auf und Ab des Lebens annehmen.“

Ganz am Ende oder Anfang des Meditationswegs – je nach Startpunkt – sind unter dem Titel „Erschaffenes Leben“ Bilder von Schülern aus Schwäbisch Gmünd ausgestellt. Sie haben sich kreativ mit den Anfängen des Lebens auseinandergesetzt. Entstanden sind daraus Werke, die zu den einzelnen Tagen der Schöpfungsgeschichte gemalt wurden.

Information

Der Lebensweg im Taubental in Schwäbisch Gmünd kann entweder von unten her begangen werden, Startpunkt ist dabei die St. Salvator-Felsenkirche im Ort. Oder von oben, Startpunkt ist der Kreuztisch im Freizeitpark Himmelsgarten. Der Weg ist weitgehend gut für Rollstuhlfahrer geeignet. An jedem ersten und dritten Samstag im Monat finden um 14 Uhr Führungen statt; Treffpunkt ist der Kreuztisch. Weitere Gruppenführungen können unter Telefon 07171-9707471 oder E-Mail: lebensweg@schoen blick.de vereinbart werden. Eine DVD zum Lebensweg „Schönblick. Herz trifft Himmel“ kann bestellt werden unter Telefon 07171-97070, E-Mail: info@schoenblick.de