Christliche Themen für jede Altersgruppe

Jeder ist willkommen

SCHWAIGERN (Dekanat Brackenheim) – Der neue Diakonieladen „Hand in Hand“ zieht in Schwaigern die Menschen an: Was die einen nicht mehr brauchen, nutzen die anderen. Das Warenangebot aus zweiter Hand und die Gelegenheit zur gemütlichen Kaffeepause treffen einen Nerv. 


Mitarbeiterin Renate Schröder und Diakonie­laden-Leiterin Elly Eberhardt-Kraft (rechts) freuen sich über die gute Kunden­resonanz. (Foto: Astrid Link)

„Wir haben große Schaufenster, da kann man von außen gut spickeln, was es hier so gibt“, sagt Elly Eberhardt-Kraft schmunzelnd. Sie ist mit einer 40-Prozent-Stelle als Leiterin des neuen Schwaigerner Diakonieladens „Hand in Hand“ angestellt und legt großen Wert darauf, dass Schaufenster und Innenraum ansprechend gestaltet sind. Die Kunden können in Ruhe stöbern und in der Sitzecke bei kostenlosem Kaffee oder Tee verweilen.

„Wir freuen uns über jeden, der unseren Laden mit seinem Einkauf unterstützt, unabhängig vom Einkommen und sozialen Status“, erklärt Eberhardt-Kraft. Sie steht dem 20-köpfigen Mitarbeiterteam mit ihrer jahrelangen Erfahrung aus dem Diakonieladen im benachbarten Brackenheim zur Seite. In der Anfangszeit war sie noch täglich vor Ort, jetzt kann sie sich bereits etwas zurückziehen.

Warenannahme, Kundenumgang und Kassenabschluss hat sie den ehrenamtlich arbeitenden Frauen detailliert erklärt. Diese können sich ihre Arbeitszeiten und den Einsatzbereich einteilen. Drei Vor- und Nachmittage sowie der Tag der Spendenannahme müssen abgedeckt sein. Für diese ist Hildegard Kühn als 10-Prozent-Kraft zuständig. Auch sie ist in Brackenheim eingebunden.

„Der Umgang mit den Kunden macht mir am meisten Spaß“, berichtet Renate Schröder, die einmal wöchentlich anwesend ist und zwischen Verkauf und Warenannahme wechselt. Gerade wenn es darum geht, die gespendeten Produkte zu begutachten, ist Fingerspitzengefühl gefragt. Angenommen werden nur einwandfreie Artikel. „Seit der Flüchtlingswelle räumen die Leute ihre Schränke rigoros aus. Aufgrund der begrenzten Lagerkapazität bekommen wir mitunter Probleme“, sagt Mitarbeiterin Brigitte Knepple. Doch weggeworfen wird nichts, sondern an andere Einrichtungen weiter gegeben.

Gespendet wurde viel, nicht nur Kleidung, Haushaltswaren, Bettwäsche, Schuhe, Taschen, Accessoires und Spielzeug. Vor allem unzählige Stunden ihrer Freizeit investierten die freiwilligen Helfer, darunter auch Flüchtlinge, in die Renovierung der Räume und die Ladengestaltung. Fachleute kümmerten sich um die Elektrik, örtliche Unternehmen spendeten einen Teil der Einrichtung oder gaben sie günstig ab.

Bis das Projekt von Diakon Matthias Rose, Geschäftsführer der Diakonischen Bezirksstelle Brackenheim, umgesetzt werden konnte, vergingen rund zwei Jahre. Zuschüsse mussten beantragt und genehmigt sowie Räumlichkeiten gesucht werden. Ende Februar war es dann soweit. Bei der Eröffnung platzte der Laden aus allen Nähten.

Seitdem herrscht an den Öffnungstagen ein reges Kommen und Gehen. Die helle, freundliche Atmosphäre mit dem gut sortierten und ansprechend präsentierten Angebot in Holzregalen, auf Kleiderstangen und kleinen Aufbauten gefällt den Kunden. „Der Laden gehört zur evangelischen Kirche, da muss man schon aufpassen. Die Leute schauen, wofür wir Geld ausgeben“, erklärt Eberhardt-Kraft und verweist auf das schlichte, aber ansprechende Mobiliar.

Preise zwischen zehn Cent und zwei Euro sind für jeden Geldbeutel bezahlbar. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Produkte vom Discounter stammen oder einen Markennamen tragen. Wobei Lederjacken schon mal etwas teurer sind, aber immer noch meilenweit vom üblichen Ladenpreis entfernt. Rund zehn Euro hat Svetlana Gneupel für zwei Paar Schuhe, eine Hose, eine Bluse und ein T-Shirt ausgegeben. Jessica Reinhardt sucht ganz gezielt nach Secondhand-Kleidung. „Ich kaufe hier öfter ein und finde immer wieder neue Sachen“, meint die 20-Jährige. Auch Ulrike Rennstich ist fündig geworden. „Ich habe das Kleid aus dem Schaufenster anprobiert. Es passt und kommt mit“, erklärt sie und zeigt ihr  Zwei-Euro-Schnäppchen.

Elly Eberhardt-Kraft hofft, dass sich der Laden ab 2018 selbst trägt, so wie es der Finanzplan vorsieht. Die ersten zwei Jahre wird er von Zuschüssen und Rücklagen mitfinanziert.



Information

Diakonieladen „Hand in Hand“, Gemminger Straße 1 in Schwaigern. Öffnungszeiten: dienstags, donnerstags und freitags von 9.30 Uhr bis 12.30 Uhr und von 14.30 Uhr bis 18 Uhr. Mittwochs ist von 9.30 Uhr bis 12.30 Uhr und von 14.30 Uhr bis 17 Uhr Spendenannahme. Der Verkauf ist dann geschlossen. Informationen unter Telefon 07135-98840.2018 ohne Zuschüsse