Christliche Themen für jede Altersgruppe

Ökumene blüht auf

Sie wird so kirchlich geprägt sein wie kaum jemals zuvor: die Landesgartenschau, die am 30. April in Schwäbisch Gmünd beginnt. Ihr Motto „Zwischen Himmel und Erde“ steht auch für den ökumenischen Brückenschlag in der katholischen Reichsstadt.

Schwäbisch Gmünd kurz vor der Eröffnung am 30. April. (Foto: Ufuk Arslan)


Auch die Eröffnung der Landesgartenschau 2014 am 30. April ist wieder so ein markanter Tag für die Evangelischen in Schwäbisch Gmünd. Diesmal steht er im Zeichen der Ökumene und symbolisiert den Wandel, den es in den letzten Jahrzehnten in Stadt und Land gegeben hat: Vier Jahre lang haben evangelische, katholische und evangelisch-methodistische Christen zusammengesessen und den Auftritt der Kirchen auf der Landesgartenschau vorbereitet. „Als vollwertige Partner“, wie Dekan Immanuel Nau betont, der zu seinem katholischen Amtskollegen Reinhard Klocker ein entspanntes Verhältnis pflegt.

„Wir profitieren von der Kirchlichkeit der Stadt, von ihren Traditionen“, sagt Nau. Überall, wo etwas öffentlich wird in Schwäbisch Gmünd, ist die Kirche mit dabei: Ob nun die Einweihung einer Brücke, eines Tunnels oder der Kfz-Zulassungsstelle ansteht, ganz selbstverständlich bittet man die Vertreter beider Konfessionen hinzu.

Fast scheint es so zu sein, als ob die besondere Vergangenheit der Stadt mit ihren vielen Kirchen und Klöstern auch unmittelbare Auswirkungen auf die Konzeption der Landesgartenschau hatte. Jedenfalls war das von der Stadt ausgerufene Motto „Zwischen Himmel und Erde“ wie geschaffen dafür, um es mit christlichen Inhalten zu füllen.

„Eine Steilvorlage“, wie auch der Direktor des Christlichen Gästezentrums Schönblick, Martin Scheuermann findet. Scheuermanns Haus liegt dort, wo geografisch der „Himmelsgarten“ der Landesgartenschau zu finden ist: Hoch oben über der Stadt, im Ortsteil Wetzgau. Unten im katholisch geprägten Zentrum ist das „Erdenreich“ und der Bereich dazwischen im so genannten Taubental hat die Bezeichnung Himmelsleiter bekommen. Sie ist eine landschaftliche Brücke und eine religiöse zugleich, eine ökumenische Verbindung, die zeigt, dass es keine unüberwindbaren Grenzen und Berührungsängste mehr gibt.

„Es ist gut, wenn Christen miteinander auftreten“, sagt auch Schönblick-Geschäftsführer Martin Scheuermann. Ein markanter gemeinsamer Auftritt zu Beginn der Landesgartenschau gehört den beiden Bischöfen Frank Otfried July von der evangelischen Landeskirche und Gebhard Fürst von der katholischen Diözese Rottenburg-Stuttgart. Am 4. Mai werden sie in einem ökumenischen Gottesdienst um 14.30 Uhr die Gartenschau eröffnen. Auch zu Pfingsten gibt es ökumenische Gottesdienste auf der Hauptbühne, ebenso wie zum Schöpfungstag am 7. September.

Einen ökumenischen Hintergrund hat auch der große Meditationsweg (siehe auch Seite 6), der zwischen dem evangelischen Schönblick und der katholischen St. Salvator-Kapelle entsteht. An sieben Stationen werden dort christliche Lebensfragen mit großformatigen Kunstwerken versinnbildlicht. Sein oberes Ende bildet der Kreuztisch, täglich um 12 Uhr finden dort Andachten statt, und immer um 15 Uhr gibt es an einer anderen Station Gelegenheit zum meditativen Innehalten.

Rund ein Drittel aller Veranstaltungen der Landesgartenschau in Schwäbisch Gmünd haben mehr oder weniger einen kirchlichen Bezug. Unten am Fünfkopfturm erinnert ein kleiner nachgebauter Kreuzgang an die klösterliche Vergangenheit der Stadt. Wöchentliche Kirchenführungen und Orgelkonzerte im katholischen Heilig-Kreuz-Münster finden statt, die evangelische Augustinuskirche beherbergt von Anfang bis Mitte Mai eine Wander-Ausstellung über die Geschichte der Diakonie in Württemberg.

Viele Veranstaltungen finden außerhalb des eigentlichen Landesgartenschaugeländes statt, sind aber für die, die eine Eintrittskarte haben, kostenlos. Das gilt auch für den großen biblischen Sinnenpark des Gästezentrums Schönblick, wo in neun Erlebnisstationen das Leben Jesu in Szene setzt wird (siehe auch Seite 7). Eine Miniaturausgabe der „Essbaren Gärten“ des Schönblicks wurde auf dem Gartenschaugelände nachgebaut, der Rest ist dort frei zugänglich. Auch der benachbarte Naturkosmetikhersteller Weleda wird einen Teil seiner Kräutergärten für das Publikum öffnen und die Besucher ein wenig am Erfolgsrezept schnuppern lassen.

Weleda gehört zu den vielen bekannten Firmen, die sich in Schwäbisch Gmünd und Umgebung niedergelassen haben und die im Laufe der Zeit zu einer Durchmischung der Bewohner und der Konfessionen geführt haben. So sind im einstmals hundertprozentig katholischen Stadtgebiet Schwäbisch Gmünds heute noch etwa 50 Prozent römisch-katholisch. Rund 25 Prozent der Gmünder sind evangelischen Glaubens, ein weiteres Viertel ist andersgläubig oder konfessionslos.

Vom 30. April bis 12. Oktober werden sie zusammen mit den vielen tausend Besuchern aus dem ganzen Land eine große Gartenschaugemeinde sein: zwischen Himmel und Erde und Tausenden von Blumen, die Farbe in die Stadt bringen.


Information
Die Landesgartenschau in Schwäbisch Gmünd hat täglich von 9 bis 20 Uhr geöffnet (letzter Einlass 19 Uhr). Die Tageskarte kostet 16 Euro, mit dem Baden-Württemberg-Ticket gibt es zwei Euro Nachlass.Kartenverkauf in der Stadt und im Gästezentrum Schönblick. Der Bahnhof liegt am Gartenschaugelände, ein kostenloser Bus verbindet die Bereiche unten und oben: Telefon 07171-9226400, Internet www.gmuend2014.de

Kirchen auf der Landesgartenschau: Das komplette Programm gibt es in einer Broschüre, die vor Ort ausliegt oder beim Evangelischen Dekanatamt Schwäbisch Gmünd bestellt werden kann: Telefon 07171-66096. Außerdem steht das Programm im Internet: www.kirchen-landesgartenschau2014.de.

Der ökumenische Eröffnungsgottesdienst mit den beiden Bischöfen July und Fürst findet am 4. Mai um 14.30 Uhr auf der Hauptbühne im Himmelsgarten statt.

Vom 4. bis 18. Mai wird in der evangelischen Augustinuskirche in der Innenstadt die Ausstellung „Mitmenschen – Geschichte der Diakonie in Württemberg“ gezeigt.

Vorteil für Gemeindeblatt-Leser: Mit dem Gutschein auf Seite 2 der heutigen
Ausgabe gibt es zwei Euro Ermäßigung auf die Gartenschau-Eintrittskarte.

Siegfried Fietz, Hermann Schulze-Berndt
Der Weg im Garten des Leben
Abakus
17,95 € (Vormerkung)