Christliche Themen für jede Altersgruppe

Weihnachten als Futter

WEIKERSHEIM – Ein „Zeigwerk des Glaubens“ wollte er schaffen. So hat der in Tübingen lebende ­Künstler Martin Burchard eine Große Krippe gestaltet, die bis zum Erscheinungsfest im Weikersheimer Schlossgarten steht. Aus genau 2015 Kanthölzern besteht die insgesamt 80 Meter lange Krippe, die der Form nach an eine Futterkrippe im Wald erinnern soll. 


Stimmungsvolle Lichtakzente: Die Große Krippe im Weikers­heimer Schlossgarten lockt mit einem
bunten Rahmenprogramm. (Foto: Kirchengemeinde Marktredwitz)



2015 Hölzer: Damit verweist sie auf die Zahl der Jahre seit Christi Geburt und dürfte die längste Krippe der Welt sein. Das ist ganz im Sinne von Martin Burchard. Er wehrt sich, wie er sagt, mit seinem Kunstwerk gegen die „problematische Verniedlichung des Weihnachtsfestes mit dem kleinen Jesulein“ und möchte „die historische Dimension dieses Festes“ deutlich machen. Darum soll die Große Krippe auch im öffentlichen Raum stehen. So war es im vergangen Winter im oberfränkischen Marktredwitz – der dortigen Kirchengemeinde gehört die Krippe – und so soll es in den nächsten Wochen in Weikersheim sein.

Dekanin Renate Meixner freut sich darüber, dass die Projektstelle Reformationsjubiläum beim Oberkirchenrat dem nördlichsten Kirchenbezirk der Landeskirche die außergewöhnliche Krippe vermittelt hat und das Projekt wesentlich mitfinanziert.

Die linke Kastanienallee im barocken Schlossgarten von Weikersheim bot sich als angemessener Ort für die Aufstellung an. Viele Besucher, sagt Renate Meixner, sollen hier „Momente des Innehaltens und der Besinnung“ erleben können. Die Große Krippe und ihr Umfeld böten dazu den passenden Rahmen: Schlicht sei die Krippe gehalten, doch „wer in sie hineinschaut, sieht den Himmel“. Dafür sorgt ein blank poliertes Edelstahlband am Boden der Krippe, das wie ein Spiegel wirkt.

Besondere geschichtliche Ereignisse sind an einigen der Kanthölzern mit kleinen Schildern verzeichnet, etwa Luthers Thesenanschlag im Jahr 1517 oder der erste Adventskalender, der 1903 gedruckt wurde. So könne man entlang der Krippe „den eigenen Lebensweg an der Krippe abschreiten oder auch wichtige Stationen der Familiengeschichte begehen“.

Mit einem vielseitigen Angebot an Veranstaltungen will der Kirchenbezirk die Große Krippe zu einem Ort der Begegnung machen. Bis zum Erscheinungsfest gibt es außerdem mehrmals in der Woche nachmittags Geschichten für Kinder und abends Andachten oder Auftritte von Chören der umliegenden Gemeinden. Weitere Krippenführungen mit unterschiedlichen Themen finden statt, die Landfrauen beteiligen sich mit einer „lebenden Krippe“. Auch die Sternsinger der katholischen Kirchengemeinde Weikersheim machen der Großen Krippe ihre Aufwartung. Immer wieder wird es bei diesen Veranstaltungen auch eine Tasse Glühwein oder Punsch zu trinken geben.

Mit der Großen Krippe sollen auch Bedürftige unterstützt werden: Die Besucher können in die Krippe  haltbare Nahrungsmittel oder auch Kosmetikartikel legen, die Gaben kommen dem Bad Mergentheimer Tafelladen zugute.

Dass die Besucher der Großen Krippe Weihnachten als ein „unglaubliches Geschenk mit großer Bedeutung wahrnehmen“, wünscht sich der Künstler Martin Burchard. Die Form der Futterkrippe solle dazu beitragen, „dass „Weihnachten als ‚Futter‘, also als Überlebensmittel“ gesehen wird. An der Krippe solle es auch zu „vielen guten Gesprächen über Glaubensgeschichte und Kirchengeschichte“ kommen, das wünscht sich Dekanin Renate Meixner.


Information
Eingeleitet wird das Programm mit einem  ökumenischen Gottesdienst in der Weikersheimer Stadtkirche St. Georg am 28. November, 17 Uhr, mit Landesbischof Frank Otfried July und dem katholischen Weihbischof Thomas Maria Fürst. Anschließend gibt es eine Prozession zur Krippe und die feierliche Eröffnung. Am 29. November, 15 Uhr, Krippenführung zum Thema „Mein Weihnachten damals und heute“; um 17 Uhr eine „Geschichte für Kinder“ und um 18 Uhr werden die  Jahreszahlenschilder angebracht. Das ganze Programm der „Großen Krippe“ im Internet unter www.diegrossekrippe.de. Die Krippe ist zugänglich über den Haupteingang von Schloss Weikersheim – täglich (außer 24. und 31. Dezember) von 10 bis 12 Uhr und 13 bis 17 Uhr und zu den Abendveranstaltungen. Führungen für Gruppen  unter Telefon 07934-990036. Der Eintritt ist frei.

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