Christliche Themen für jede Altersgruppe

Den Glauben weitergeben

STUTTGART – Ulrich Mack ist Pfarrer aus Leidenschaft. Als Prälat geht er jetzt in den Ruhestand, doch Pfarrer wird er immer bleiben. Ihm ist wichtig, anderen zu zeigen, was christlicher Glaube ist. Und er will, dass die Bibel nicht als historisches Buch, sondern als Buch der Gegenwart vermittelt wird. 

Prälat Ulrich Mack: „Was können wir tun, um die Menschen für die Bibel zu begeistern?“
Foto: Christian Hass

Nicht von vornherein war klar, dass Ulrich Mack Pfarrer werden würde. Erwar zwar in den Seminaren Maulbronn und Blaubeuren, doch er hätte sich auch vorstellen können, Lehrer zu werden. Letztendlich gaben Vorbilder wie sein Konfirmator Walter Tlach, der in den 60er-Jahren Dekan in Heidenheim war, den Ausschlag. Und es war „innere Berufung, anderen die Freude am Glauben weiterzugeben“.
Dabei geht es Ulrich Mack nicht in erster Linie um die Institution Kirche, sondern „wir haben als Kirche die Berufung, unseren Glauben in Wort und Tat weiterzugeben“. Den Zusatz „in Wort und Tat“ wiederholt er noch einmal, denn die Diakonie ist ihm ausgesprochen wichtig. Das passt es, dass er Stiftungsratsvorsitzender in der Evangelischen Diakonissenanstalt (Stuttgart) ist.

Angefangen hat alles in Heidenheim. Dort ist Ulrich Mack 1951 geboren. Wie viele Pfarrer hat Ulrich Mack in der Jugendarbeit angefangen. Dort hat er sich später auch ehrenamtlich engagiert – etwa als CVJM-Landesvorsitzender, im Vorstand des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg und des deutschen CVJM.

Nach dem Studium war er Pfarrer in Geradstetten im Remstal, in Bernhausen und später Dekan in Freudenstadt. Seit zehn Jahren ist er einer von vier Prälaten in der württembergischen Landeskirche. Er war Mitglied der Landessynode und der EKD-Synode.

Ulrich Mack kennt die Landeskirche bestens. Wo hat er am liebsten gepredigt? „Die schönste Kanzel ist die, die eine hörende Gemeinde hat“, sagt der Theologe diplomatisch. Das kann in der Stuttgarter Stiftskirche ebenso sein wie auf dem Schliffkopf im Schwarzwald.

Ulrich Mack war über seinen Beruf immer glücklich. „Alle, die predigen, die haben das Vorrecht, stellvertretend für andere die Bibel zu lesen und sich in die biblischen Texte hineinzuversetzen.“ Sobald er einen Predigtauftrag annimmt, trägt er sich den Bibeltext in den Kalender ein, damit er immer wieder in Gedanken bewegen kann – dabei sind es oft noch Monate bis zum Gottesdienst.
Den Glauben weiter erzählen, das gilt für Schwaben und für Flüchtlinge gleichermaßen. „Wir dürfen ihnen die christlichen Werte, die mit Liebe und Freiheit gefüllt sind, nicht vorenthalten“, davon ist Ulrich Mack überzeugt. Und er ist froh, dass es in Stuttgart eine christliche arabische Gemeinde gibt.
Über den Glauben reden, heißt auch in der Bibel lesen. Die Freude an der Bibel ist ihm ein zentrales Anliegen. Und er bedauert, dass die klassische Bibelstunde inzwischen kaum mehr angeboten werde. Der Theologe sieht dieses Manko als Herausforderung. „Was können wir tun, um die Menschen für die Bibel zu begeistern?“ Dabei geht es ihm nicht um schöne Geschichten oder die Bibel als historisches Buch, sondern um die „Bibel als Buch der Gegenwart“.

Prälaten sind Seelsorger der Pfarrerinnen und Pfarrer. Deshalb weiß er, dass die Erwartungen an die Pfarrer immer höher werden. Auch Pfarrerehen leiden oft unter darunter. Deshalb bieten Ulrich Mack und seine Frau Cornelia, eine Sozialpädagogin und Autorin, ein Eheseminar für Pfarrerinnen und Pfarrer und ihre Ehepartner an.

Und was plant Ulrich Mack für den Ruhestand? Einen Ruhestand wird es nicht geben, zeigt ein Blick in seinen Kalender. Er hält gleich nach dem 18. September einen Vortrag bei der Schwäbischen Gesellschaft und predigt in Tübingen. Viel ändern wird sich also nicht – aber „es geht alles im Takt etwas langsamer“.

 

 

Abschied

Prälat Ulrich Mack wird am 18. September im Gottesdienst um 10 Uhr in der Stuttgarter Stiftskirche verabschiedet. Wenn ein Pfarrer in den Ruhestand geht, wird er entpflichtet. Das heißt, er wird von seinem letzten Amt entbunden, ordinierter Pfarrer bleibt Ulrich Mack jedoch lebenslang. Landesbischof Frank Otfried July nimmt die Entpflichtung von Ulrich Mack vor. Im Anschluss an den Gottesdienst gibt es die Möglichkeit zum Gespräch in und vor der Stiftskirche.