Christliche Themen für jede Altersgruppe

„Kirchenmusik ist ein Schatz“ - Jüngste Geschäftsführerin der Stiftsmusik

STUTTGART – Mit 27 Jahren ist Marie Braun die jüngste Geschäftsführerin der Stiftsmusik Stuttgart. Sie bringt viel Erfahrung, neue Ideen und Hingabe mit. Besonders Kinder und Jugendliche möchte Marie Braun wieder stärker für die Kirchenmusik begeistern.

Kirchenmusik. Foto: Photografix, pixabayFoto: Photografix, pixabay

Marie Braun ist frisch dabei: Seit dem 1. August ist sie Geschäftsführerin der Stiftsmusik Stuttgart und somit die jüngste Chefin, die je in dieser Position tätig war. Ein Glück für Stuttgart: Die gebürtige Pfälzerin wird sich dafür einsetzen, dass mehr jüngere Menschen den Wert der Kirchenmusik entdecken. An Ideen mangelt es ihr nicht. Denn Kirchenmusik ist für Marie Braun „ein toller Schatz“. Schon Kinder und Jugendliche sollten verschiedene Formate von Kirchenmusik kennenlernen. Und das in einer Sprache „auf Augenhöhe“, die ohne hochkulturellen Anspruch auskommt. Neue Zielgruppe sollen auch solche Menschen sein, die sich üblicherweise nicht mit Kirchenmusik befassen.

Marie Brauns Ausbildung macht Hoffnung: Sie kennt die Kirchenmusik von Kindesbeinen an, hat als C-Kirchenmusikerin praktische Erfahrungen gesammelt, sich an der Musikhochschule Mannheim mit Musikforschung und Medienpraxis auseinandergesetzt, um anschließend den Masterstudiengang Kulturvermittlung in Karlsruhe abzuschließen. Dazu kamen Berufserfahrungen in Praktika, Hospitanzen und Assistenzen, unter anderem in der Kulturredaktion des ZDF, dem Musikverlag Schott Music und dem Verein Konzerthaus Stuttgart.

Marie Braun wuchs in die Kirchenmusik hinein wie andere Kinder in die Berufswelten ihrer Familien. Der Vater ist nebenberuflicher, der Bruder hauptberuflicher Kirchenmusiker. Und irgendwann wollte Marie Braun das auch. Schon als Schülerin belegte sie Kurse am Bischöflichen Kirchenmusikalischen Institut der Diözese Speyer in Landau und legte die C-Prüfung ab.

Neue Ideen für die Stiftsmusik

Seitdem sammelte sie viele Erfahrungen an der Orgel und als Chorleiterin und fühlte sich immer aufs Neue bestätigt, dass Kirchenmusik einerseits Glaubensinhalte vermittelt, andererseits große Emotionen weckt. In Ensembles bildet sie zudem Gemeinschaft. „Wie sehr haben wir das gemeinsame Singen und Musizieren in der strengen Coronazeit vermisst“, sagt Marie Braun.

„Wir müssen das Rad nicht neu erfinden, sondern das, was bisher in der Stiftskirche möglich war, auch für neue Zusammenhänge nutzen“, sagt die 27-Jährige. Und wenn sie auf ihre leise, freundliche Art „wir“ sagt, meint sie Stiftskantor Kay Johannsen und das Team der Stiftsmusik. Hingerissen ist Marie Braun von der Klangwelt der Mühleisenorgel.

Doch nur geniAls neue Geschäftsführerin der Stiftsmusik möchte Marie Braun den musikalischen Nachwuchs fördern.  Foto: Brigitte Jähnigeneßen, – wie zum Beispiel in der Stunde der Kirchenmusik oder dem Orgelsommer – ist nicht. Als nächste musikalische Besonderheit wird am 17. und 18. September die traditionelle „Stiftsmusik für alle“ stattfinden. Für Marie Braun wird es eine Premiere sein. „Ich kenne ein Mitmachkonzert für alle in dieser Größenordnung nicht“, sagt sie. Einstudiert und aufgeführt wird die Bach-Kantate „Erschallet, ihr Lieder“ (BWV 172). Selbst mitsingen wird Marie Braun nicht können – als Geschäftsführerin hat sie gemeinsam mit dem Team mit der Organisation und weiteren Aufgaben zu tun.

So treibt sie die Pläne für eine neue Orgel in der Stuttgarter Schlosskirche voran. Die „Königin-Katharina-Orgel“ soll mit dem Kirchenraum wieder eine optische Einheit bilden und der besonderen Akustik gerecht werden. Unter der Trägerschaft der Gesamtkirchengemeinde Stuttgart und mit Unterstützung des Vereins Freunde der Stiftsmusik startete das Projekt im Sommer 2019. Patenschaften sollen helfen, die neue Orgel zu finanzieren. Zugleich wird auch ein Ausbildungszentrum für den Orgel-Nachwuchs geschaffen. Marie Braun gesteht lächelnd: „Dann hätte ich Lust, noch einmal Orgelunterricht zu nehmen.“

◼ Die Bach-Kantate „Erschallet, ihr Lieder“ ist am 18. September um 10 Uhr beim Gottesdienst in der Stiftskirche zu hören.

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