Christliche Themen für jede Altersgruppe

Mit Liebe zum Detail - Weihnachtsfreude auf dem Titelbild

Die vorliegende Weihnachtsausgabe des Evangelischen Gemeindeblatts unterscheidet sich in einem maßgeblichen Punkt von den Ausgaben der vergangenen Jahre: Erstmals hat sie ein eigens gestaltetes Titelbild. Die Stuttgart Künstlerin Christiane Köhne hat sich der Aufgabe angenommen, für das Gemeindeblatt die Weihnachtsfreude bildlich umzusetzen.

Christiane Köhne, Künstlerin . Foto: Julian RettigChristiane Köhne in ihrer Malecke. Hier entstand das Bild für die Titelseite des Gemeindeblatts. Foto: Julian Rettig

Weihnachten. Für Christiane Köhne ist das eine besondere Zeit im Jahr. „Es wird die Pause-Taste gedrückt, alle kommen zusammen, die Stimmung ist festlich.“ Manchmal aber, gesteht sie ein, ist die Zeit vor Weihnachten schon stressig. In diesem Jahr ging es bei ihr zuhause sogar bereits vor der Adventszeit vorweihnachtlich-arbeitsam zu. Denn Christiane Köhne hatte den Auftrag, für die Weihnachtsausgabe des Gemeindeblatts zum Thema „Freude“ das Titelbild zu gestalten.

Eine Aufgabe, die die 41-Jährige gerne angegangen ist und über die sie sich viele Gedanken gemacht hat. „Nach dem ersten Vorgespräch hat es ordentlich gerattert bei mir im Kopf“, erzählt sie. „Wie läuft Weihnachten bei uns so ab? Das habe ich mich als Erstes gefragt.“ Und schon führte sie das zur Grundidee: „Seit ich denken kann, wird bei uns immer an Heiligabend die Weihnachtsgeschichte gelesen, noch bevor es Geschenke gibt.“

Sie erinnerte sich an die schöne Krippe in der Kirche, die sie als Kind fasziniert hatte. Daran, wie sie im Krippenspiel aufgetreten ist und als Ministrantin vor der Gemeinde gesungen hat. „Für viele sind die schönsten Erinnerungen an Weihnachten mit der Kindheit verbunden. Das ist die Freude, die sie mit dem Fest verknüpfen“, sagt sie. Und daher wählte sie für das Bild ein ganz klassisches Motiv: die Krippe mit Maria, Josef, Jesuskind, Ochse, Esel, Schafen, Engel und Sternen.

Diesen Artikel jetzt im EVG-ePaper lesen

Seit 2008 arbeitet Christiane Köhne als freischaffende Künstlerin. In ihrer Arbeit verknüpft sie Handwerk, Design und Kunst, erzählt sie. Ursprünglich hat sie eine Ausbildung zur Goldschmiedin gemacht. „Eine ganz klassische Lehre.“ Für diese handwerkliche Basis ist sie immer noch dankbar. „Dadurch habe ich die Freiheit, die sich mir später an der Hochschule in Pforzheim eröffnet hat, viel bewusster genossen.“ Dort konnte sie nun eigene Design-Ideen verfolgen. Und neben dem Design spielten im Studium künstlerische Aspekte eine große Rolle: Zeichnen und Malerei. „Beim ersten Mal, wo ich im Studium gemalt habe, wurde mir klar: Das wird mich nie mehr verlassen.“

Ihre Kunst ist figürlich und abstrakt

So entwickelte sich der zweigleisige Ansatz, den Christiane Köhne bis heute verfolgt. Auf der einen Seite das Schmuckdesign, wo sie im eigenen Laden in Stuttgart selbst gefertigte Ringe, Ohrringe und Anhänger verkauft. Vor allem Trauringe gestaltet sie gerne: „Das ist schön, wenn man am Glück von anderen mitschmieden darf.“ Und auf der anderen Seite eben die Malerei. „Beide Bereiche befruchten sich gegenseitig“, sagt Christiane Köhne. Bei beiden gehe es ihr um die Liebe zum Detail. Ihre Arbeitsschwerpunkte spiegeln sich auch in der Wohnung in Stuttgart wider, wo sie mit ihrer Familie lebt. In verschiedenen Zimmern hat sie Arbeitsecken. Eine Werkbank für das Schmuckdesign und einen Schreibtisch mit Staffelei zum Malen und Zeichnen.

Künstlerisch geprägt haben sie viele verschiedene Einflüsse, sagt Christiane Köhne. Sie mag klassische figürliche Malerei, aber auch eher wilde, abstrakte Bilder. Aus der religiösen Kunst haben es ihr unter anderem die monumentalen Werke von Peter Paul Rubens angetan, die sie während eines Praktikums im belgischen Antwerpen kennengelernt hat. Beeindruckt hat sie auch, als sie das erste Mal einen echten van Gogh gesehen hat.

Künstlerin Chrisiane Köhne, Foto: Julian REttigLetzte Pinselstriche: Christiane Köhne hat die Arbeit am Bild Spaß gemacht. Foto: Julian Rettig

Sie selbst mischt gerne unterschiedliche Stile aus figürlicher und abstrakter Kunst. So auch beim Titelbild für das Gemeindeblatt. In der Collage ist Josef nach einer geschnitzten Holzfigur gemalt, Maria und das Jesuskind stammen von einem Gemälde des barocken Malers Guido Reni. Den Ochsen hat Christiane Köhne naturalistisch gezeichnet, während der Esel in seiner Form dem Tier aus einer Kinderkrippe nachempfunden ist. Für Engel und Sterne im oberen Teil des Bildes wählte sie bewusst traditionelle Formen, sie erinnern an Strohengel und Strohsterne, wie sie viele Familien an den Weihnachtsbaum hängen. „Jeder hat ein anderes Bild von einer Weihnachtskrippe. Ich wollte unterschiedliche Bezüge möglich machen“, erklärt sie.

Zu Christiane Köhnes Stil gehört, dass sie nicht alles im Bild komplett ausformuliert. So bleiben die Schafe im unteren Teil des Bildes umrisshaft, vom Hirten sieht man nur einen Stab links hineinragen. Ein Kunstwerk soll eben Raum für Interpretationen lassen. Hält das Strahlen, dass vom Jesuskind ausgeht, auch das Dach des Stalls? Kommen die Hirten gerade erst an? Und sind das im unteren Teil des Bildes, vor der Krippe, Geschenke? Vielleicht. Es liegt im Auge des Betrachters.

Die Zeit war recht knapp, aber Christiane Köhne hat die Arbeit trotzdem Freude bereitet. „Es ist etwas anderes, für eine Ausstellung zu malen – da malt man oft sehr ins Blaue hinein. Aber so ein ganz konkreter Auftrag, von dem man weiß, dass er die Menschen erreicht, das macht besonders viel Spaß.“ Nun ist sie gespannt, wie ihr Titelbild bei den Leserinnen und Lesern des Gemeindeblatts ankommt. □