Christliche Themen für jede Altersgruppe

Wirtin mit Gottvertrauen

HEBSACK (Dekanat Schorndorf) – Sylvia Polinski ist eine erfolgreiche Wirtin und überzeugte Christin: Am 30. November feiert sie mit Berufskollegen einen Adventsgottesdienst in der Stuttgarter Stiftskirche. Ein kurzes Atemholen vor den anstrengenden Gastronomiewochen im Dezember. 


In Kirche und Gastronomie engagiert: Sylvia Polinski aus Hebsack im Remstal mit Ehemann Markus.
(Foto: Gemeindeblatt)

Das Lamm in Hebsack ist ein bekanntes Restaurant. In der vierten Generation wird es nun als Familienbetrieb geführt, Sylvia Polinskis Vorfahren hatten dort 1880 begonnen. Die Wochen im Advent sind anstrengend und ein gutes Geschäft: Viele Firmen richten ihre Weihnachtsfeiern aus, man gönnt sich nochmals etwas, bevor es in die Pause zwischen den Jahren geht.

Auch am 23. und 24. Dezember ließe sich noch Geld verdienen. „Wir könnten da gut aufmachen“, sagt Sylvia Polinski. Aber die Polinskis schließen an diesen beiden Tagen ganz bewusst. Weihnachten für die Familie und die 35 Mitarbeiter: „Wenn ich ihnen nur am 24. frei gebe und sie am 23. bis spät in die Nacht arbeiten, haben sie nichts davon und können nicht nach Hause fahren“, sagt die Chefin.

Die christliche Pause an Weihnachten ist eines der Dinge, die das „Lamm“ kennzeichnet. Der Adventskaffee aller Mitarbeiter kurz vor dem Fest ein anderer Moment des Innehaltens. Dann sitzen alle zusammen, es wird gewichtelt, gesungen und eine Geschichte vorgelesen. Eine Zeit des Miteinanders und des Aufeinanderachtens, „damit die Mitarbeiter spüren, dass sie  mehr sind als nur eine Arbeitskraft.“

Zum christlichen Glauben kam die Gastwirtstochter Sylvia Polinski (48) als 14-Jährige bei einer Jugendwerksfreizeit in Schorndorf. Seitdem hat sie das Thema nicht mehr losgelassen. Es ist ein fester Bestandteil ihres Lebens und Alltags. Das verbirgt sie auch nicht. „Ich bin eine Gastgebeberin mit christlichen Werten“, sagt sie. Direkte Mission liegt ihr fern, „die Leute sollen mich einfach so erleben, wie ich bin.“

Sylvia Polinski liebt es, bei den Gästen zu sein. Steht in ihrem roten Dirndl täglich im Restaurant und an der Hotel-Rezeption. Ihr Mann Markus ist der Küchenchef, sorgt dafür, dass das Lamm in Hebsack  zu den Häusern mit überregionaler Bekannheit gehört. „Es läuft gut“, sagt Sylia Polinski in einer Zeit, in der immer mehr Gasthäuser schließen und das Mitarbeiterproblem sich verschärft.

Bei den Polinskis hingegen schließt gerade der älteste Sohn seine Kochlehre ab. Und auch der jüngste hat bereits Interesse an der Gastronomie bekundet. „Schaun wir mal,“ sagt die Chefin und findet es gut, dass ihre Kinder erst mal ein Stück weit ihren eigenen Weg gehen und Erfahrungen in der Welt sammeln.

Auch die Kinder sind im evangelischen Glauben aufgewachsen, wurden konfirmiert und haben Jugendarbeit gemacht. Sylvia Polinski selbst hat vor drei Jahren auch ein Ehrenamt übernommen: Sie ist Vorstandsmitglied im württembergischen Landesverband „Kirchliche Dienste im Gastgewerbe.“

Der richtet jedes Jahr an Advent einen Gastronomiegottesdienst in der Stuttgarter Stiftskirche aus. Er findet immer am Montagabend nach dem ersten Advent statt. Dann haben die Wirtinnen und Wirte ein wenig Zeit, bevor in den Dezemberwochen vor dem Fest die Häuser noch einmal richtig voll sind.

„Ich wollte einfach meine Erfahrungen aus der Praxis einbringen“, sagt Sylvia Polinski zu ihrem Engagement. Für den Landesverband „Kirchliche Dienste im Gastgewerbe“ ist es jedenfalls Gold wert, dass auch ein aktive Gastronomin mit von der Partie ist.

Für die Zukunft wünscht sie sich, dass die Kirche sich auch verstärkt um junge Auszubildende in der Gastronomie und Hotellerie kümmert. Am besten über die Berufsschulen: „Viele der jungen Leute“, sagt Sylvia Polinski, „sind sehr beladen, haben Sorgen in der Familie und brauchen praktische Lebenshilfe.“


Information
Der Adventsgottesdienst für Gastronomen findet am 30. November um 18 Uhr in der Stuttgarter Stiftskirche statt. An der Gestaltung werden der Winterbacher Gospelchor Joyful Voice und der Stuttgarter Prälat Ulrich Mack mitwirken. Anschließend gibt es einen Stehempfang im Untergeschoss der Kirche.