Christliche Themen für jede Altersgruppe

Ein Zentrum für Israel - Multimediales Bildungszentrum

MAISENBACH (Dekanat Calw-Nagold) – Wie kann man junge Menschen für das Thema Israel interessieren? In Bad Liebenzell-Maisenbach ist ein multimediales Bildungszentrum entstanden, das biblische und gegenwärtige Zugänge zum Heiligen Land möglich macht. Es geht dabei auch um ein Bewusstsein für die Holocaust-Vergangenheit und die Gefahren des Antisemitismus.

Maisenbach. Christliches Bildungshaus für Israel: Das neue IP-Zentrum. Foto: PressebildMaisenbach. Christliches Bildungshaus für Israel: Das neue IP-Zentrum. Foto: Pressebild

Seit vielen Jahrzehnten ist der Verein Zedakah in Israel aktiv. Das hebräische Wort steht für Wohltätigkeit und Gerechtigkeit und darum ging es, als man für Holocaust-Überlende in Israel ein Freizeitheim und ein Pflegeheim eröffnete.

Die Zedakah-Zentrale steht in Bad Liebenzell-Maisenbach und es gibt enge Verflechtungen mit der Liebenzeller Mission. So ist auch der Leiter des neuen IP-Bildungszentrums Alexander Cyris lange Jahre Referent für die Kinderarbeit der Liebenzeller Mission gewesen.

Eine Erfahrung, die ihm nun zugute kommt. Denn nicht zuletzt um Schulklassen und Jungscharen geht es nun bei einem Projekt, das im Herbst diesen Jahres offiziell begonnen hat. Das IP-Zentrum ist ein Neubau beziehunsgweise Aufbau auf das bisherige Haus Zion in Maisenbach-Zainen.

Maisenbach. Christliches Bildungshaus für Israel: Das neue IP-Zentrum, Leiter Alexander Cyris . Foto: Andreas SteidelDie Abkürzung „IP“ steht für „Israel Perspektive“: Ein Zugang zu einem Land, das für Deutschland noch immer eine besondere Bedeutung hat. Rund 600 000 Euro hat das Bauwerk mit seiner multimedialen Ausstattung gekostet, alleine 500 000 kamen über das von der EU unterstützte „Leader“-Programm, mit dem Vorhaben im ländlichen Raum gefördert werden.

Entsprechend schnell konnten die Pläne umgesetzt werden. Entstanden ist ein mit Naturholz verkleideter Multifunktionssaal, in dem Vorträge, Filmvorführungen und Gruppenarbeiten stattfinden können.

Hauptzielgruppe sind zunächst Kinder und Jugendliche. Schon seit längerem war es Alexander Cyris (44) aufgefallen, dass bei Israel-Veran-staltungen der Anteil junger Menschen verschwindend gering ist. „Da gab es Handlungsbedarf“, sagt Cyris, zumal für eine Organsiation, die über solche Kontakte verfügt wie Zedakah. Auch Holocaust-Überlebende hatten in Israel schon gefragt: „Was tut Ihr denn in Deutschland gegen den Antisemitismus?“


Leiter Alexander Cyris. Foto: Andreas Steidel


Zeitzeugen werden zugeschaltet

Die Begegnung mit Holocaust-Überlebenden gehört zu den wichtigsten Angeboten, die das neue IP-Zentrum machen kann. Über einen Live-Stream werden sie aus Israel zugeschaltet, Jugendliche können direkt Fragen stellen.

Für Jungscharen und Grundschulklassen hält das IP-Zentrum auch viele spielerische Zugänge zum Thema Israel bereit. Es gibt Schubladen mit Geheimfächern, Puzzleteilen und Bausteinen, die viele kreative Möglichkeiten bieten.

Die Kombination von analogen und digitalen Zugängen, direktem Erleben und multimedialen Ergänzungsangeboten kennzeichnet das neue Bildungszentrum. Das gilt auch für die Ausstellungen, die dort gezeigt werden. Über QR-Codes erzählen die Künstler und Ausstellungsmacher von ihren Projekten. Noch bis Mitte Dezember ist dort eine Ausstellung über die Judenverfolgung im Kreis Calw zu sehen.

Zu den interessantesten Vorhaben gehört auch die Zusammenarbeit mit dem Europäischen Institut für Migration und Islamthemen. Junge Menschen mit muslimischem Hintergrund sollen im IP-Zentrum so die Möglichkeit erhalten, mit Holocaust-Überlebenden ins Gespräch zu kommen. Ein ebenso sensibles wie aktuelles Thema im Rahmen der Antisemitismus-Prävention. □

Diesen Artikel jetzt im EVG-ePaper lesen

Das IP-Zentrum in Bad Liebenzell-Maisenbach hält Angebote für Jugendgruppen und Schulklassen bereit.

Für Erwachsene gibt es Ausstellungen und Vorträge, Telefon 07084-92760, www.israelperspektive.de