Christliche Themen für jede Altersgruppe

Einkehr unter freiem Himmel

HORB (Dekanat Freudenstadt) – Das gibt es so wohl im ganzen Ländle nicht: eine kleine Kapelle, umgeben von Zelten und Wohnwagen. Reinhold Kuch hat sie auf seinem Campingplatz Schüttehof in Horb errichtet. Zur „inneren Erbauung“ seiner Gäste, wie er sagt. Kuch hofft, dass darin bald die erste Hochzeit gefeiert wird.


Die kleine Kapelle hat auf dem Campingplatz Schüttehof hat einen Ehrenplatz bekommen (Foto: Bärbel Altendorf-Jehle)

Gerademal vier auf zwei Meter groß präsentiert sich das Kirchlein aus Holz. Noch fehlen ein Glasfenster und Stühle. Insgesamt vier Menschen sollen darin Platz nehmen können. „Das passt doch bestens für ein Brautpaar mit den Trauzeugen“, sagt Reinhold Kuch und schmunzelt. Für die Gäste gibt es genügend Platz draußen unter den Bäumen, und die Hochzeitsgesellschaft kann danach in einem großen Zelt feiern.

Doch der Hochzeitsgedanke war nicht die eigentliche Motivation für Reinhold Kuch, auf seinem Campingplatz eine Kapelle zu errichten. Die Idee kam ihm auf einer Wanderung durch Bayern: Auf Schritt und Tritt kam er dort an kleinen Kapellen vorbei. Nun hofft Kuch, dass vor allem die Dauercamper die kleine Kapelle, die er Christuskirche nennt, als die ihre ansehen.

Sie kann sie von allen Christen benutzt werden. Die Bodenplatten aus Sandstein stammen aus einem alten Bauernhaus in Neu Nuifra  bei Pfalzgrafenweiler, das Kruzifix hat Kuch in Kastelruth gekauft. Schlichte farbige Gläser tauchen das Innere des kleinen Gotteshauses in ein warmes Licht. „Wenn dieses dann nachts angestrahlt wird, entsteht eine ganz besondere Atmosphäre“, schwärmt Kuch.

Deshalb hat er direkt gegenüber der kleinen Kapelle auch eine Bank aufgestellt. Von dort haben die Camper nicht nur einen Blick auf die  Kapelle, sondern auch in sie hinein, denn es gibt keine Türe und damit blicken sie auf die hölzerne Christusfigur. Mit den daneben platzierten kleineren Holzkreuzen wird die Kreuzigung auf Golgatha symbolisiert.

Der Zahl von Kirchenaustritten und die Hinwendung der Menschen zu spirituellen Gruppen und fernen Religionen wollte Reinhold Kuch etwas entgegensetzen. „Wir sollten offensiver mit unserem Glauben umgehen, unsere christlichen Werte und Symbole offen zeigen“, sagt der Campingplatzbetreiber. „Das kann jeder für sich tun. Ich habe mit dieser Kapelle meinen Beitrag dazu geleistet.“

Mit  dem kleinen Gotteshaus und dem gekreuzigten Christus möchte er seinen Gästen die Möglichkeit geben, ihr Leben und ihre Einstellung zu Jesus zu überdenken. Aber auch als internationaler Campingplatz den ausländischen Gästen aus anderen Kulturen zeigen: „Das ist unser Glaube.“

„Gerade der Urlaub bietet die Möglichkeit dazu“, sagt Renate Epple. Sie verbringt ihren Ferien schon seit ihrer Kindheit hier auf dem Schüttehof. Zwischenzeitlich kommt sie mit ihrer eigenen Familie hierher. „Mein Mann und ich haben in Stuttgart eine Gastwirtschaft, da sind wir ständig im Stress“, erklärt Renate Epple. Auf dem Schüttehof genießt sie die Ruhe. Die kleine Kapelle hat sie  gleich entdeckt und findet sie gut. Vor allem die Bank davor lade geradezu ein zur inneren Einkehr und Besinnung.

Die Ansicht teilt auch ihre Mutter, Ingeborg Epple. Mittlerweile lebt sie im Altersheim, ist nun zu Besuch bei ihrer Tochter auf dem Campingplatz, auf dem sie selbst jahrelang fast zu Hause war. „Ich kenne solch eine Kapelle von einem Campingplatz in Kärnten. Dort wurden regelmäßig Gottesdienste gefeiert.“ Sie denkt, dass so etwas nun auch auf dem Schüttehof angeboten werden sollte, um das Ansinnen von Reinhold Kuch noch zu stärken. Und um die Menschen, gerade im Urlaub, wenn sie Zeit haben, ins Gespräch mit dem Pfarrer zu bringen.

Gottesdienst in der Kappelle

Die Kapelle auf dem Schüttehof in Horb wird am 30. August um 14 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst eröffnet.