Christliche Themen für jede Altersgruppe

Hefeteigpfarrer sucht Kollegen - Mensch im Talar gesucht

SCHRAMBERG-LAUTERBACH (Dekanat Sulz) – Jahrelang schon suchen die Christen aus Lauterbach nach einem Pfarrer oder einer Pfarrerin – vergeblich. Nun haben sie sich einfach einen Pfarrer gebacken. Ob der Geistliche aus Hefeteig hilft?

Mit Liebe gebacken: der Hefeteigpfarrer. Fotos: Kirchengemeinde Schramberg-LauterbachMit Liebe gebacken: der Hefeteigpfarrer. Fotos: Kirchengemeinde Schramberg-Lauterbach

Die gebackene Geistlichkeit ist neutral. Die Hefeteigfigur könnte sowohl männlich also auch weiblich sein. Sie ist zudem etwas klein, aber auch die Größe eines künftigen Pfarrers oder einer Pfarrerin spielt keinerlei Rolle. Die Christen aus Lauterbach hätten nur gern wieder einen Menschen in Talar in ihren Reihen, der mit ihnen gemeinsam die Kirchengemeinde leitet. Und so haben sie sich einen Pfarrer gebacken.

Vielleicht sorgt diese Aktion für Aufmerksamkeit und unterstreicht, wie liebend gern die Kirchengemeinde eine Pfarrerin oder einen Pfarrer bei sich hätte. Wenn man so heiß ersehnt wird, sollte das doch zumindest ein Anreiz sein, sich auf diese Stelle im Schwarzwald zu bewerben.

Seit Sommer 2018 ist die Pfarrstelle Lauterbach vakant. „Wir haben alles versucht, um die Stelle für mögliche Bewerber und Bewerberinnen interessanter zu machen“, sagt Pfarrerin Martina Schlagenhauf aus Schramberg. Der Luftkurort Lauterbach hat 3000 Einwohner und liegt idyllisch am östlichen Ende des mittleren Schwarzwaldes im Landkreis Rottweil. Zu dem 50-prozentigen Dienstauftrag im Pfarramt Lauterbach kommen 25 Prozent im Kirchenbezirk Sulz dazu. Zehn Prozent hiervon entfallen auf die Bibelerlebniswelt in Schönbronn und 15 Prozent auf den Aufbau der Notfallseelsorge im Kirchenbezirk. Das ist doch eine abwechslungsreiche, attraktive Aufgabe, hat man sich in Schramberg gedacht.

Gerade der Aufbau der Notfallseelsorge kann interessant sein, meint Pfarrerin Schlagenhauf. Und bei der Begleitung der Bibelerlebniswelt in Schönbronn ist der Pfarrer oder die Pfarrerin nicht auf sich allein gestellt, zumal es da schon einen aktiven Verein gibt. Ein weiterer Vorteil für den künftigen Stelleninhaber: Es besteht keine Residenzpflicht. Das heißt, die Pfarrerin oder der Pfarrer kann den Wohnort frei wählen. Die Kirchengemeinde stellt ihr oder ihm vor Ort ein Büro zu Verfügung. Doch trotz der attraktiven Stelle ist dem Ruf bis heute keiner gefolgt, noch hat sich niemand gemeldet.

Vielseitige Aufgabe im Luftkurort

Nun sind einige pfiffige Menschen aus der Gemeinde Lauterbach auf die Idee gekommen: Wenn wir schon keinen Pfarrer oder Pfarrerin für Lauterbach finden, dann backen wir uns eben einen. Vor einigen Wochen wurde diese Idee in die Tat umgesetzt und draußen coronakonform der Backofen angeschürt.

Mit Liebe gebacken: der Hefeteigpfarrer. Fotos: Kirchengemeinde Schramberg-LauterbachFoto: Kirchengemeinde Schramberg-Lauterbach

Die Hefeteigfigur erhielt gute Zutaten, wurde liebevoll geknetet und so geformt, dass nicht zu erkennen ist, ob es eine Pfarrerin oder ein Pfarrer ist. Die strubbelige Haarpracht symbolisiert wohl, dass die Kirchengemeinde sehr offen ist. Der neue Pfarrer oder die neue Pfarrerin können mit wilder Frisur kommen, sie müssen keinem Schönheitsideal entsprechen, sondern sollten einfach nur zum Reinbeißen nett sein. Das müsste doch für jeden Bewerber oder jede Bewerberin ein wunderbarer Anreiz sein, an der Kirchentüre anzuklopfen. Das hoffen zumindest die Initiatoren des gemeinschaftlichen Pfarrerbackens. □

www.schramberg-evangelisch.de

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