Christliche Themen für jede Altersgruppe

Wie sich Altsein anfühlt - Hochschule Nürtingen-Geislingen

GEISLINGEN – Bei einem sommerlichen Quartierfest haben Bewohner des Geislinger Samariterstifts und des Mehrgenerationenhauses multikulturell und inklusiv gefeiert. Mit einem Projekt machten dabei wissenschaftliche Mitarbeiter der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen auf die körperlichen Beeinträchtigungen von älteren Menschen aufmerksam: Über einen begleiteten Rollatoren-Test konnten sich Besucher in die Situation von Personen versetzen lassen, die schlecht sehen, hören und laufen können.

Pflegedienstleiterin Verena Bylinskyj probiert den Rollator- Parcours aus. Foto: Brigitte ScheiffelePflegedienstleiterin Verena Bylinskyj probiert den Rollator- Parcours aus. Foto: Brigitte Scheiffele

Mitarbeiter der Hochschule, Richard Forster und Julian Bansen, statteten für einen solchen Versuch Pflegedienstleiterin Verena Bylinskyj (55) mit jeweils zwei Kilo zusätzlichem Gewicht durch Manschetten an beiden Unterarmen und Beinen aus. Hinzu kamen eine Brille, die eine Makuladegeneration simuliert, Handschuhe für ein nachzuempfindendes Arthrose-Gefühl in den Händen sowie Kopfhörer für eine vorgetäuschte Schwerhörigkeit.

500 Meter waren in dieser Montur zurückzulegen, allerdings noch mit Rollator, auf dem eine Kiste Wasser zu transportieren war. Jeder Pflasterstein, jede kleinste Schwelle, die eigentlich als gestalterisches Element Straßen und Gehwege verschönert, jeder Blumenkasten oder falsch geparktes Fahrzeug sorgten für Probleme.

Theoretisch wisse man viel, sagte Verena Bylinskyj im Anschluss. Allerdings sei es äußerst heftig, wenngleich gut für sie, die Problematik am eigenen Körper zu spüren. Selbst ein Gullydeckel wurde für die Probandin und Pflegedienstleiterin als Hindernis empfunden, ebenso sorgten abfallende Gehsteige oder schiefe Ebenen für allergrößte Unsicherheiten.

Eine eindrückliche Erfahrung.

Brigitte Scheiffele

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