Christliche Themen für jede Altersgruppe

Drei Tage lang auf dem Diakonie-Pilgerweg

Gut, Mariaberg prägt das Laucherttal nördlich von Sigmaringen. Das ehemalige Frauenkloster hat eine nahezu unverändert erhaltene Barockkirche.  Als sogenannte Komplexeinrichtung der Behindertenhilfe ist der Gammertinger Stadtteil Mariaberg für 600 junge Menschen der tägliche Lern- und Ausbildungsort.

Am 3. Mai war Mariaberg  Ziel der dreitätigen Wanderung auf dem Diakonie-Pilgerweg. Am 1. Mai waren 19 Pilger im Stift Urach in Bad Urach gestartet. Erstes Tagesziel war das Schloss Grafeneck. Wo 1940 mehr als 10000 Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen ermordet worden waren,  trifft man heute auf eine eindrucksvolle Gedenkstätte. Wieder leben Menschen mit psychischen oder geistigen Erkrankungen in der Nähe des einstigen Jagdschlosses. Auf dessen Terrasse bewirten Schüler und Vereine aus der Umgebung an Sonn- und Feiertagen Besucher, Wanderer und Pilger.

Auf der zusammen knapp 50 Kilometer langen Wegstrecke des Diakonie-Pilgerwegs liegt auch Buttenhausen im Tal der großen Lauter. Wenige Dörfer  in Württemberg  sind in der Weise geschichtssatt wie dieses. Bis 1943 gelegt wurde der jüdische Friedhof hoch über dem Ort. Nach 1949 sorgsam gepflegt von Mitarbeitenden der heutigen Bruderhausdiakonie, die in Buttenhausen  Einrichtungen  der Jugend- Behinderten- und Altenhilfe betreibt. Zu den berümten ehemaligen Bewohnern von Buttenhausen gehört Gustav Mesmer. Als skurriler  Flugraderbauer oder populär als „Ikarus vom Lautertal“ sind er und seine Erfindungen bekannt geworden. Bis in die großen Museen des Landes sind seine Konstrukte gekommen.

Einer der  so bekannt ist wie Mesmer ist Roland Kappel. Seit 1956 lebt er in Mariaberg. Dort hat er seine Künstlerwerkstatt. Kappel  lebt in seiner eigenen Welt, wenn er Bagger, Krane, und Baumaschinen aus Altmaterial zusammenschraubt und zusammenschweißt. Seine eigenwilligen Objekte haben seit Jahren in renommierten Galerien in ganz Deutschland ihren Platz. Auch international hat Roland Kappel seine Werke bei mehreren Ausstellungen gezeigt.

In der Dauerausstellung von Kappels Objekten im Kloster Mariaberg beendeten die Diakonie-Pilger ihren diesjährigen Weg, der vom Evangelischen Gemeindeblatt für Württemberg organisiert war.

Der Diakonie-Pilgerweg führt auf rund 460 Kilometern auf 46 Etappen von Schwäbisch Hall nach Wilhelmsdorf bei Ravensburg.