Christliche Themen für jede Altersgruppe

Natur- und Kulturreise nach Island vom 8. -12. März 2015

Anfang März noch einmal richtig Winter erleben.

19 Reiselustige aus Württemberg und Bayern machten sich auf, das Nordlicht zu
sehen. Das Nordlicht hat sich leider erfolgreich hinter den Wolken versteckt, doch
dafür tobte ein Schneesturm mitten auf der Autobahn. Nichts ging mehr. So durften
wir hautnah erleben, dass die Natur stärker ist als wir, und das erlebt man in Island
an jeder Ecke. Kein Wunder, dass es in Island Trolle und Elfen gibt. Keiner hat sie je
gesehen, doch alle Isländer sind sich sicher, es gibt sie.

Wir gingen über schneebedeckte Flächen und sahen gewaltige Naturschauspiele wie
die Wasserfälle Gullfoss und den Skògafoss. die sich aus über 60 m Höhe mit
tosendem Donner in die Tiefe stürzen. Allein das Geräusch ist schon beeindruckend.
Alle fünf Minuten schießt eine kochende Wassersäule in den Himmel. Der Geysir
Strokkur kommt nicht zur Ruhe. Rund 30 aktive Vulkansysteme, gewaltige
Vulkanausbrüche wie der im Jahr 2010 ausgebrochene Eyjafiallajökull, der durch
seinen feinen Staub tagelang auch bei uns den Flugverkehr lahm legte, gehören zum
unruhigen Leben der Insel, die aus Feuer, Asche und Eis entstand und weiter
entsteht. Am Fuße des Vulkans Eyjafiallajökull besuchten wir einen Bauerhof, dessen
Bewohner unmittelbar vom Vulkanausbruch betroffen waren. Dort sahen wir einen
sehr beeindruckenden Dokumentarfilm über den Vulkanausbruch und dessen Folgen
für Menschen, Tiere und die Landschaft.

Island ist die weitgrößte Vulkaninsel. Sie liegt im Nordatlantik südlich von Grönland,
knapp unterhalb des Polarkreises, exakt zwischen den Kontinentalplatten
Nordamerika und Eurasien. Diese Platten bewegen sich im Jahr ca. 2 cm
auseinander. So bleibt es nicht aus, dass es kracht und zischt.
Mehr als 90 % der Isländer sind christlich evangelisch - lutherisch, 3 % katholisch,
weiter gibt es einige freikirchliche Gruppen. Etwa 5% bezeichnen sich als Atheisten.
Zwei Gemeindepfarrer der architektonisch beeindruckenden Hallgrimskirche und ein
Superintendent beantworteten unsere Fragen. Sie erzählten über die kirchliche
Situation in Island und gaben uns einen umfassenden Einblick in das kirchliche und
teilweise auch politische Leben der Hauptstadt Reykiavik. Da Island mehr Theologen
ausbildet als im eigenen Land gebraucht werden, sind ca. 40 isländische Pfarrer
derzeit im Ausland: USA, Dänemark, Norwegen und in anderen Ländern.

Immer wieder sahen wir auf den dünnbesiedelten Weiten die Islandpferde, Schafe
und Ziegen. An den Stränden mit den schäumenden und tosenden Wellen und den
höher gelegenen Gletschern, an riesigen Höhenzügen mit steilen Felsklippen fliegen
die Seevögel, Papageientaucher und Seeschwalben und vielen Möwenarten. In den
weiten Tälern fließt das kristallklare Wasser der Insel.

Es war eine sehr schöne Reise mit vielen großartigen Eindrücken und faszinierenden
Erlebnissen. Das Besondere an dieser Reise waren für mich auch die Teilnehmerinnen
und Teilnehmer mit ihrem rücksichtsvollen und freundlichen Miteinander.

Otto Rapp