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In eigener Sache

120 Jahre Gemeindeblatt: Loyal, aber auch kritisch

Protestantische Freiheit, die verpflichtet: Das Evangelische Gemeindeblatt berichtet un­abhängig und frei, auch über die Landeskirche. Und das seit 120 Jahren. Noch immer ist es die auflagenstärkste Kirchenzeitung Deutschlands. Ein Rück- und Ausblick. Von Tobias Glawion und Frank Zeithammer

Ein Bücherregal mit großen Bücherbänden in verschiedenen Farben.
Nicole Marten
Jahresbände-Archiv des Evangelischen Gemeindeblattes
Portrait von Frank Zeithammer. Er trägt ein weißes Hemd, ein graues Jackett und eine Brille. Er hat graue Haare.
EMH/Rathay
Frank Zeithammer ist Geschäftsführer im Evangelischen Medienhaus, der Evangelischen Gemeindepresse GmbH und des Evangelischen Verlags Stuttgart.

120 Jahre Evangelisches Gemeindeblatt – das ist ein Grund zum Feiern. Wer so lange besteht, muss etwas ­richtig machen. Seit 1905 liefert das Gemeindeblatt Qualitätsjournalismus. Woche für Woche. Für Kirche, Gesellschaft und vor allem für Sie, die Leserinnen und Leser.

In Zeiten der sozialen Medien, von ­Instagram, Facebook und „alternativen Fakten“ sind Qualitätsmedien wie das Evangelische Gemeindeblatt ein Anker. Für die Demokratie. Für freie Meinungsbildung und konstruktiven Diskurs. Für die Kirche. Wir sind nicht laut, aber verlässlich. Nicht „auf Teufel komm raus“ trendy, aber relevant. Nicht abhängig, sondern frei.

Portrait von Tobias Glawion. Er trägt eine Brille, kurze graue Haare, ein braunes Hemd und ein graues Jackett.
Evangelisches Gemeindeblatt
Tobias Glawion ist Geschäftsführer im Evangelischen Medienhaus und Chefredakteur im Evangelischen Gemeindeblatt.

Der Pfarrer und Journalist Robert ­Geisendörfer sagte treffend: „Evange­lische Publizistik ist eine Lebensäußerung der Kirche!“ Und: „Sie muss geprägt sein von Freiheit und Professionalität.“ Genau das ­leben wir. Wir sind keine einseitigen Sprachrohre, sondern vielfältige Stimmen. Wir üben Fürsprache, vermitteln Barmherzigkeit und geben Sprachlosen eine Stimme. Keine frommen Sprüche, sondern guter Jour­nalismus. Diese Freiheit ist kein Luxus, sondern Auftrag. Der bekannte Journalist und ehemalige ­Moderator der ARD-Tages­themen Hanns Joachim Friedrichs sagte treffend: „Ein guter Journalist macht sich nicht ­gemein mit einer Sache – auch nicht mit einer guten.“ Wir begleiten die Kirche loyal-kritisch, regen zum Nachdenken an und bleiben dem Mandat verpflichtet, nicht der Weisung.

Unser Maßstab ist und bleibt weiter die protestantische Sicht der Dinge – die Kraft und Inspiration des Glaubens an Christus. Sie ist unser Fundament, unser Kompass und unsere Motivation. Dass uns das gelingt, verdanken wir Ihnen – unseren Leserinnen und Lesern. Ihrer Treue, Ihrer Kritik, Ihrem Zuspruch – und Ihrer Entscheidung, das Evange­lische Gemeindeblatt über viele Jahre hinweg zu abonnieren. Sie machen das Gemeindeblatt damit bis heute zur auflagenstärksten wöchentlichen Kirchenzeitung Deutschlands. Ihre Briefe und Rückmeldungen sind unser Kompass. Ihre Unterstützung ­ist unser Rückgrat.  

Wir verdanken es auch einem groß­artigen Redaktions- und Vertriebs­team, das mit Herzblut arbeitet. Auszeichnungen wie der Medienpreis der Landesmedienanstalt 2025 für unser Projekt zur Gehörlosigkeit zeigen, dass Kirche und evangelische Publizistik – ob gedruckt oder digital – auch in ­Zukunft weiter gesellschaftlich relevant sein können. In herausfordernden Zeiten, da sich Kirche neu beweisen und positionieren muss, kommt es auf jede Stimme an. Gerade in der Publizistik.

120 Jahre Gemeindeblatt – das ist Reformation im besten Sinne: Ecclesia semper reformanda. Die Kirche muss sich stets erneuern. Und wir berichten darüber. Frei. Professionell. Evangelisch.

Über die Autoren:

Tobias Glawion ist Chefredakteur des Evangelischen Gemeindeblattes und Frank Zeithammer Geschäftsführer der Evangelischen Gemeindepresse.