Das offizielle Motto der Vereinigten Staaten lautet „Auf Gott vertrauen wir”. Das hat der US-Kongress vor 70 Jahren beschlossen: Am 30. Juli 1956 unterzeichnete der republikanische Präsident Dwight Eisenhower das „In God we Trust”-Gesetz. Doch in Zeiten von US-Präsident Trump ist die Aussage über Gottvertrauen Teil eines Kulturkampfes geworden, in dem manche Politiker so tun, als stünde Gott aufseiten konservativer Politik. Doch nicht nur deshalb steht das Motto immer wieder in der Kritik.
Geschichtswissenschaftler Kevin Kruse von der Princeton University in New Jersey hat sich in seinem Werk „One Nation Under God” (Eine Nation unter Gott, 2015) mit dem religiösen Charakter der USA befasst. Dem Evangelischen Pressedienst sagte Kruse, Eisenhower habe mit dem Motto die Bevölkerung zusammenbringen wollen. Während des amerikanischen Bürgerkriegs war „In God we trust” schon auf manche Münzen geprägt worden, und es ist Teil der – nur selten gesungenen – vierten Strophe der US-Nationalhymne.
Anfangs habe das Motto wohl Eisenhowers Hoffnungen erfüllt, sagte Historiker Kruse. Viele Menschen in USA waren – und sind – überzeugt, ihr Land sei eine „auserwählte Nation”. Es blieb jedoch nicht bei der Überparteilichkeit des nationalen Leitspruchs. Der 1968 gewählte republikanische Präsident Richard Nixon habe das Konzept umgebaut, erläuterte Kruse. Aus „Gott steht aufseiten Amerikas” sei geworden: Gott steht politisch gesehen aufseiten der konservativen Republikaner. Auch die aufkeimende rechts-christliche Bewegung habe diese Auffassung vertreten.
Aktuell interpretiert Präsident Trump „In God We Trust” zu seinen Gunsten, im Sinne von: Nicht nur Amerika ist auserwählt, sondern auch er selbst. In einer Rede zur rechts-christlichen „Faith and Freedom Coalition” Ende Juni betonte der Präsident, er werde immer an den „wunderschönen Worten 'In God We Trust'” festhalten.
Im Kongress liegen gegenwärtig Gesetzesentwürfe vor, „In God we Trust” in allen Regierungsgebäuden anzubringen. Das Motto leite die USA seit beinahe 70 Jahren, sagte die republikanische Abgeordnete Mary Miller.
Wir werden uns nie dafür entschuldigen, dass wir eine Nation sind, die auf den allmächtigen Gott vertraut.
sagt Mary Miller