Eine weiße Rose steckt neben einem der Namen, die in die bronzenen Ränder eingelassen sind. Jeden Morgen markiere ein Mitarbeiter der Gedenkstätte mit einer Rose die Namen jener Menschen, die an diesem Tag Geburtstag haben, erklärt eine der Freiwilligen, die an der nationalen Gedenkstätte zum 11. September in New York im Einsatz sind. Sie trägt wie ihre Kollegen eine blaue Weste. Ein Foto von der Rose neben dem Namen werde an die Angehörigen geschickt.
Gerade für diejenigen, die weit weg sind, ist es zumindest ein kleiner Trost, wenn sie nicht hier sein können
erzählt eine Freiwillige der Gedenkstätte
Die Freiwilligen am 9/11-Memorial halten die Erinnerung lebendig und führen Gespräche mit den Besucherinnen und Besuchern, die manchmal auch mit den Tränen kämpfen.
Jeder Besucher geht anders damit um. Aber es sind wirklich sehr viele betroffen.
erzählt eine freiwillige Mitarbeiterin
Denn während für die einen der 11. September mit eigenen Erinnerungen verbunden ist, ist er für andere nur noch Geschichte. Nach Angaben des Museums sind 100 Millionen Amerikaner heute zu jung, um sich zu erinnern.
Doch es sind nicht nur die Daten und Abläufe, die die Ausstellung prägen. Es sind die Dinge, die von diesem Tag übrig geblieben sind: verbranntes Papier, verbogenes Metall, Glasssplitter, ein verbogener Feuerwehrwagen, Fotos, Briefe, Andenken, Helme. Dazu kommen Sirenengeheul, Stimmen von Nachrichtensprechern, Aufnahmen von Telefonaten und Funksprüche. „Schickt alles, was ihr habt, zum World Trade Center. Jetzt”, ist die Stimme eines Polizisten zu hören.
Millionen von Menschen aus aller Welt besuchen jedes Jahr das Museum und den Gedenkplatz. Die etwa 400 Sumpf-Weißeichen, die rund um die Becken stehen, lassen den Ort mitten in der Großstadt beinahe friedlich wirken. Zwischen all den Eichen steht eine chinesische Wild-Birne, die unter dem Namen „Survivor Tree” bekannt ist. Der Baum überstand den Einsturz der Türme schwer beschädigt. Er wurde gesund gepflegt und kehrte 2010 an den Ort des Geschehens zurück.
Er ist Teil der Erinnerung an diesen Tag, ein Symbol für das Überleben. So wie die weißen Rosen, die Tag für Tag neben Namen abgelegt werden und dafür sorgen, dass die Opfer und ihre Geburtstage auch 25 Jahre später nicht vergessen sind.