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25 Jahre nach dem 11. September

9/11: Die Erinnerung an die Opfer lebt in New York weiter

Das 9/11-Memorial in New York bewahrt die Namen der Opfer und erzählt vom Grauen eines Tages, der sich ins kollektive Gedächtnis eingebrannt hat. Von Mirjam Rüscher (epd)

Die Aufnahme zeigt eine weiße Rose und eine US-Flagge an der Gedenkstätte für die Opfer vom 11. September.
Unsplash/Herry Sutanto

Eine weiße Rose steckt neben einem der Namen, die in die bronzenen Ränder eingelassen sind. Jeden Morgen markiere ein Mitarbeiter der Gedenkstätte mit einer Rose die Namen jener Menschen, die an diesem Tag Geburtstag haben, erklärt eine der Freiwilligen, die an der nationalen Gedenkstätte zum 11. September in New York im Einsatz sind. Sie trägt wie ihre Kollegen eine blaue Weste. Ein Foto von der Rose neben dem Namen werde an die Angehörigen geschickt.

Gerade für diejenigen, die weit weg sind, ist es zumindest ein kleiner Trost, wenn sie nicht hier sein können

erzählt eine Freiwillige der Gedenkstätte

Die Aufnahme zeigt, wie ein Turm des World Trade Centers in Flammen aufgeht.
epd-bild/akg-images GmbH
Zwei entführte Flugzeuge fliegen am 11. September 2001 in die Türme des World Trade Centers.

Gedenken an die Opfer des 11. September

2.977 Männer, Frauen und Kinder starben bei den Terroranschlägen auf die USA am 11. September 2001: beim Einsturz der Hochhaustürme in New York, beim Angriff auf das Pentagon und beim Absturz des United-Airlines-Flugs 93 in Pennsylvania. Ihre Namen sind auf den Rändern der Gedenkstätte in Manhattan zu lesen.

Ground Zero am Ort der Zwillingstürme

Zwei Reflexionsbecken sind an exakt der Stelle in den Boden eingelassen, wo die Zwillingstürme gestanden haben. Wasser fließt an allen vier Seiten in dunkle Schächte im Boden. Man kann die Dimensionen der Ereignisse kaum fassen, wenn man hier steht. Und doch werden sie durch die vielen Namen deutlich.

9/11-Gedenkstätte in New York: Zwischen Erinnerung und Geschichte

Die Freiwilligen am 9/11-Memorial halten die Erinnerung lebendig und führen Gespräche mit den Besucherinnen und Besuchern, die manchmal auch mit den Tränen kämpfen.

Jeder Besucher geht anders damit um. Aber es sind wirklich sehr viele betroffen.

erzählt eine freiwillige Mitarbeiterin

Denn während für die einen der 11. September mit eigenen Erinnerungen verbunden ist, ist er für andere nur noch Geschichte. Nach Angaben des Museums sind 100 Millionen Amerikaner heute zu jung, um sich zu erinnern.

Die Aufnahme zeigt die Gedenkstätte am Ground Zero.
epd-bild/Mirjam Ruescher
Die Gedenkstätte wurde zehn Jahre nach den Terroranschlägen eingeweiht. Das unterirdische Museum wurde 2014 eröffnet.

Im Museum wird die Geschichte des 11. Septembers greifbar

Von den Namen der Toten oben am Becken geht es im Museum hinab zur Geschichte des Geschehens. Die Ausstellungsräume erstrecken sich tief in das Fundament des ehemaligen World Trade Centers. Teile der Ausstellung befinden sich zwischen den früheren Grundmauern. Es finden sich Fotos von geschockten Gesichtern, Schlagzeilen aus den Nachrichten und eine Wand mit Fotos und Steckbriefen aller Opfer. Als Betrachter wird man in den Ablauf des Tages zurückversetzt.

Die Spuren der Anschläge erzählen vom Grauen

Doch es sind nicht nur die Daten und Abläufe, die die Ausstellung prägen. Es sind die Dinge, die von diesem Tag übrig geblieben sind: verbranntes Papier, verbogenes Metall, Glasssplitter, ein verbogener Feuerwehrwagen, Fotos, Briefe, Andenken, Helme. Dazu kommen Sirenengeheul, Stimmen von Nachrichtensprechern, Aufnahmen von Telefonaten und Funksprüche. „Schickt alles, was ihr habt, zum World Trade Center. Jetzt”, ist die Stimme eines Polizisten zu hören.

Survivor Tree in New York: Ein Baum überlebte die Anschläge

Millionen von Menschen aus aller Welt besuchen jedes Jahr das Museum und den Gedenkplatz. Die etwa 400 Sumpf-Weißeichen, die rund um die Becken stehen, lassen den Ort mitten in der Großstadt beinahe friedlich wirken. Zwischen all den Eichen steht eine chinesische Wild-Birne, die unter dem Namen „Survivor Tree” bekannt ist. Der Baum überstand den Einsturz der Türme schwer beschädigt. Er wurde gesund gepflegt und kehrte 2010 an den Ort des Geschehens zurück.

Er ist Teil der Erinnerung an diesen Tag, ein Symbol für das Überleben. So wie die weißen Rosen, die Tag für Tag neben Namen abgelegt werden und dafür sorgen, dass die Opfer und ihre Geburtstage auch 25 Jahre später nicht vergessen sind.