Unter großer Anteilnahme aus Politik und Gesellschaft ist am Donnerstag, 15. Mai, die mit 103 Jahren gestorbene Holocaust-Überlebende Margot Friedländer (1921-2025) auf dem Jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee beigesetzt worden. Unter den Trauergästen waren unter anderem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU). Auch Israels Botschafter Ron Prosor und Altbundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nahmen an der Beisetzung teil.
Die 1921 in Berlin geborene Friedländer wurde in einem Sarg neben ihren Großeltern beigesetzt. Zuvor hatten Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter in einer Trauerzeremonie Abschied von der Berliner Ehrenbürgerin geboren.
Auf Friedländers ausdrücklichen Wunsch wurde ihre Trauerzeremonie von einem liberalen und einem orthodoxen Rabbiner gestaltet. Das ist ungewöhnlich für die unterschiedlichen Strömungen. „Wir nehmen Abschied von einer kleinen, großen Frau”, sagte der liberale Rabbiner Jonah Sievers von der Heimatgemeinde Friedländers, der Synagogengemeinde Pestalozzistraße. Auch erinnerte er an Margot Friedländers mahnenden Worte „Seid Menschen!”
Oft hat sie mit einem Satz mehr bewegt, als andere mit einer ganzen Rede
sagte Rabbiner Jonah Sievers
Der orthodoxe Berliner Rabbiner Yehuda Teichtal nannte Friedländers Leben eine Geschichte der Stärke und der unzerbrechlichen Menschlichkeit: „Du hast uns beigebracht, dass jede einzelne Person die Welt menschlicher und wärmer machen kann.”
Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Berlin, Gideon Joffe, sagte, die Holocaust-Überlebende habe Unvorstellbares erlebt. Und trotzdem sei sie aus dieser Vergangenheit jemand geworden, der nicht hassen, sondern erinnern wollte. Der orthodoxe Berliner Rabbiner Yehuda Teichtal nannte Friedländers Leben eine Geschichte der Stärke und der unzerbrechlichen Menschlichkeit.