25-Jahr-Jubiläum

Alpha & Omega: Die Moderatoren

Die Talkshow "Alpha & Omega" feiert Jubiläum – seit 25 Jahren läuft sie im Privatfernsehen in Baden-Württemberg und bundesweit bei BibelTV. Heidrun Lieb und Christian Turrey – die beiden Moderatoren stellen sich vor. Von Katharina Hirrlinger

Kamerabildschirm vorne und Studio-Setting im Hintergrund
EMH
Bei der Aufzeichnung von Alpha & Omega – Heidrun Lieb moderiert die Hälfte der Sendungen.

Seit 2008 moderiert Heidrun Lieb (45) die evangelischen Alpha & Omega-Sendungen – weit mehr als 350 Folgen sind das bereits. Christian Turrey (61) stand circa 230 Mal als Moderator vor der Kamera. Seit 2001 führt er im Wechsel mit seinen katholischen Kolleginnen durch die Sendungen.

Moderatorin Heidrun Lieb
EMH
Heidrun Lieb moderiert seit 2008 Alpha & Omega.
Moderator Christian Turrey
KiP
Seit 2001 moderiert Christian Turrey im Wechsel mit seinen Kolleginnen die Sendung.

Welche Gäste haben Sie besonders beeindruckt?

Heidrun Lieb: Es waren so viele. Nahegegangen ist mir beispielsweise die Geschichte einer Frau, die als 13-Jährige zwangsverheiratet wurde – in Deutschland. Das war emotional sehr schwer auszuhalten. Gleichzeitig war ich fasziniert von der inneren Stärke meines Studiogastes. Es hat mich tief beeindruckt, wie sie es geschafft hat, sich daraus zu befreien und ein glückliches Leben aufzubauen.

Christian Turrey: Viele, zum Beispiel Ordensfrauen, die diskutiert haben, wie lebensecht das Nonnen-Musical „Sister Act“ ist, ein Zweitliga-Fußballer, der erzählte, wie er seinen Glauben auch auf dem Platz lebt, „Miss Germany“, die verriet, warum sie Schönheits-OPs ablehnt, oder der Vater, dessen Sohn jung gestorben war und den die Hoffnung auf ein Wiedersehen bei Gott getröstet hat.

Gab es eine Sendung oder ein bestimmtes Thema, das Ihnen emotional sehr nahe ging?

Heidrun Lieb: Spontan denke ich gerade an einen ehemaligen Schüler der Albertville-Realschule in Winnenden. Er war damals im Klassenzimmer, als der Amokläufer reinstürmte und neben ihm Klassenkameraden erschoss. Sechs Jahre nach dem Amoklauf war er bei mir in der Sendung. Seine Erzählung hat Gänsehaut in mir ausgelöst.

Christian Turrey: Ein Gespräch mit einem katholischen Priester, der in einer früheren Sendung von seinem Priester-Sein erzählt hatte und einige Jahre später nochmal in der Sendung war, als er das Priestertum aufgegeben hatte, weil er geheiratet hatte. Für ihn waren beide Lebensformen lebbar, und in beiden war die Liebe zu Gott spürbar.

Wen hätten Sie gerne mal in der Sendung?

Heidrun Lieb: Michael Patrick Kelly! Ich finde seine Lebensgeschichte faszinierend – vom musikalischen Kinderstar übers Kloster bis hin zu einem Leben im meist eher oberflächlichen Musik-Business. Darüber würde ich gerne mehr erfahren.

Christian Turrey: Papst Franziskus und Martin Luther im Gespräch, vielleicht macht es die KI eines Tages möglich.

Welche Herausforderungen gibt es beim Moderieren einer religiösen Talk-Sendung?

Christian Turrey: Nicht zu binnenkirchlich zu sprechen, sondern immer an die Menschen denken, die mit Kirche nichts anfangen können oder sie sehr kritisch sehen. Nicht nur die schwierigen Seiten von Kirche und Religion darstellen, sondern auch die lebensfrohen, hilfreichen, schönen Aspekte: Glaube soll keine Angst machen, sondern befreien – all you need is love!

Gibt es eine witzige oder besondere Anekdote aus den Sendungen?

Heidrun Lieb: Es war Hochsommer und die letzte Aufzeichnung an dem Tag. Nachdem wir fertig waren, kam der Regisseur ganz zerknirscht zu uns und hat sich fast nicht getraut zu sagen, was passiert war: Die gesamte Sendung wurde nicht aufgezeichnet, es gab einen technischen Defekt. So mussten wir nochmal ran, um halb zehn Uhr abends – müde, erschöpft und recht verschwitzt. Die Maske war bereits im Feierabend. Das war herausfordernd – hat aber geklappt.

Christian Turrey: In einer Sendung über die religiösen Aspekte von Haaren habe ich eine Perücke getragen, das war sehr lustig und gleichzeitig erstaunlich, wie sehr einen die Haare auch prägen und verwandeln können.

Was reizt Sie daran, Alpha & Omega zu moderieren?

Heidrun Lieb: Die Sendung macht mir nach wie vor unglaublich Spaß. Ich lerne so viele spannende und interessante Menschen kennen und lerne immer dazu. Das ist für mich sehr erfüllend. Außerdem moderiere ich sehr gerne. Dazu kommt, dass wir ein wirklich großartiges Team sind und seit so vielen Jahren zusammenarbeiten.

Christian Turrey: Die Vielfalt an Menschen und Themen, ob es um Religion im ARD-Tatort geht, um Bier und Religion, um einen Pfarrer, der in seiner Freizeit Reggaemusik macht, oder religiöse Aspekte in den Büchern von Astrid Lindgren.